Aug 2012 07

Neben den vielen Aktivitäten der Wandergruppe sind die großen Wandertouren immer wieder besondere Highlights der Wandergruppe des ATSV. In diesem Jahr stand nun wieder eine neue große Wandertour im Terminplan. Vom 10. Juni bis zum 21. Juni sollte es in die Wachau gehen. Moment mal, werdet ihr euch fragen, Wachau, wo ist denn das? Also als kurze Information vorweg, die Wachau, das ist ein über 30 km langes, enges Donautal in Österreich, zwischen der Stadt Melk und der Stadt Krems, so etwa in der Mitte zwischen Passau und Wien. Dieses Teilstück ist Weltkulturerbe der UNESCO. Die Wachau ist eine wunderschöne Kulturlandschaft, mit Weinbau, ausgedehnten Wäldern, Burgen, Schlössern, Klöstern und herrlichen kleinen Orten entlang der Donau. Damit ist genug Spannung aufgebaut und ihr werdet hoffentlich ganz neugierig diesen Bericht weiter lesen. Wir sollten die kleine Stadt Spitz ansteuern, die in der Mitte der Wachau liegt und hier sollte uns das Hotel Mariandl erwarten.
So bestiegen 41 fröhliche Wanderinnen und Wanderer am Sonntag, den 10. Juni um 4.00 Uhr morgens den Bus in Habenhausen, um sich auf die Reise nach Spitz zu begeben. Um 8.30 Uhr frühstückten wir in der Raststätte Osterfeld an der A9, um 13.30 Uhr gab es in Österreich am Bus einen Mittagsimbiss und pünktlich um 17.30 Uhr erreichten wir unser Hotel Mariandl in Spitz. Nach der Begrüßung durch den Hotelier und seiner Frau gab es einen Begrüßungstrunk, dann bezogen wir unsere Zimmer. Das Hotel wurde ausschließlich von unserer Gruppe genutzt. Leider mussten einige wenige Wandererinnen und Wanderer in Hotels außerhalb des Hauses untergebracht werden, da es leider nicht genug Einzelzimmer im “Mariandl“ gab, aber es sollten schließlich alle, die sich angemeldet hatten, auch mitfahren können.
Das Hotel ist ein hundert Jahre altes unter Denkmalschutz stehendes Haus. In die-sem Hotel wurden seinerzeit die Mariandl-Filme mit Gunther Philipp und Waltraut Haas sowie Cornelia Froboess gedreht. Außerdem war Gunther Philipp bis zu seinem Tod Stammgast in diesem Hotel. Immer wieder kehrte er hier ein. Folglich hat das Hotel ein kleines Gunther-Philipp-Museum eingerichtet. Ein anderer Raum ist ein mit altem Gestühl hergerichteter kleiner Kinosaal. In der Eingangshalle steht eine große alte FIlmaufnahmekamera aus den fünfziger Jahren. In jedem Hotelzimmer ist an der Wand ein Spruch von Gunther Philipp mit dem passenden Bild von ihm dazu. Überall im Hotel sind Utensilien aus der damaligen Zeit liebevoll ausgestellt. Uns war klar: Hier werden wir uns wohl fühlen!! Nach dem Abendessen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Selig fiel ich in mein Bett und fragte mich, was wir denn am ersten Tag erleben werden??

Montag, 11. Juni 2012: Am ersten Tag stand eine Kennenlern-Wanderung durch Spitz und seine nähere Umgebung auf dem Plan. Zuerst sind wir an der schönen Donau entlang gelaufen und haben uns die neue Promenade mit dem Hochwasserschutz angeschaut. Danach ging es in den Ortskern und wir haben unter einer alten Kastanie auf einer Bank gesessen. Die alte Pfarrkirche „Zum heiligen Mauritius“ gleich nebenan war geöffnet und wir sind alle gespannt hinein gegangen. Hier bestaunten wir wunderschöne Holzfiguren aus dem 14. Jahrhundert, die Christus und seine 12 Apostel darstellen. Jede Apostelfigur hat ein typisches Utensil in der Hand, woran man erkennen konnte, um welchen Apostel es sich handelt. Viele von uns waren am rätseln und genau wussten wir es anschließend, weil wir uns ein kleines Nachschlagewerk von der Kirche kaufen konnten.
Von dort aus wanderten wir zum neuen Schloss und es ging dann weiter zum „Roten Tor“. Es liegt inmitten von Weinbergen und man hat eine wunderschöne Aussicht auf das Donautal mit Spitz und auf den Tausendeimerberg. Dieser wird so genannt, weil man sagt, dass er einen Ertrag von 1000 Eimern Wein liefert. Da ein Eimer 57 Liter fasst, liefert dieser Weinberg 57000 Liter Wein im Jahr! Wir machten dort eine kleine Pause und stärkten uns etwas. Danach ging es bergab und wir wanderten weiter zum Schifffahrtsmuseum von Spitz. Dort erlebten wir einen sehr anschaulichen Vortrag über die Donauschifffahrt. Es war außerordentlich interessant, weil die Schifffahrt dort so ganz anders ist, als wir es uns hier im Norden vorstellen können. Hättet ihr gedacht, dass die Schiffe stromaufwärts von beiden Ufern aus von langen Pferdegespannen gezogen wurden?
Abends im Hotel gab es dann ein leckeres österreichisches Menu, natürlich mit Wiener Schnitzel. Danach ging es in den kleinen Kinosaal im Hotel und wir sahen den alten Film „Hofrat Geiger“ von 1947.

Dienstag, 12. Juni 2012: Um 8.30 Uhr fuhren wir mit unserem Bus zum Stift Melk. Das Stift Melk ist eines der schönsten und größten einheitlichen Barockensembles Europas. Im Jahr 1089 brachte der Babenberger Markgraf Leopold II Benediktiner-mönche in die Burg. Seit dieser Zeit ist der Ort ständig von Benediktinern belebt. Es ist ein Kloster, das nun schon seit 900 Jahren in einer ununterbrochenen Tradition besteht.
Unsere Führung begann erst um 10.00 Uhr und somit hatten wir noch genug Zeit uns den sehr schönen Klostergarten mit Menagerie anzuschauen. Die Führung machte eine sehr motivierte junge Dame, wobei wir am meisten über die große umfangreiche Bibliothek staunten. Um 12.00 Uhr nahmen wir an der Mittagsmesse (15 Minuten) teil und hörten dem Orgelspiel zu. Danach hatten wir ein nettes kleines Mittagessen im Stiftsrestaurant. Um 14.00 Uhr hatten wir dann eine Stadtführung im Ort Melk und die Stadtführerin hieß zufällig auch Gerlinde.
Abends im Hotel gab es wieder österreichische Küche und zum Nachtisch Marillen-kuchen. Danach gemütlicher Ausklang.

Mittwoch, 13. Juni 2012: Heute hatte Walter Schulz Geburtstag und als erstes gab es für ihn ein Geburtstagsständchen.
Um 9.30 Uhr begann unsere ca.11 km Wandertour von Spitz nach Weißenkirchen. Bei leichtem Regen ging es los. Gleich neben unserem Hotel ging der Wanderweg zunächst sanft bergauf. Nach kurzer Zeit wurde es dann ziemlich steil. Bis auf einige hatten wir „Flachländer“ erst einmal ganz schön zu schwitzen. Nach der ersten starken Steigung folgte dann ein wunderschöner Wanderweg durch den Wald und durch die Weinberge und wir hatten einen traumhaften Ausblick auf die Donau.
Bei dieser Anstrengung schleppten Waltraut und Walter kleine „Kümmerlinge“ mit und wir haben erst einmal auf seinen Geburtstag angestoßen. Dieser kleine „Schluck“ belebte die Geister und es ging weiter.
Es folgte noch eine zweite Steigung und zum Glück ging es danach sanft bergab. Nach 4 Stunden erreichten wir Weißenkirchen, wo wir hungrig und durstig beim Kirchenwirt einkehrten und uns stärkten und es gab einen wunderbaren Kaiserschmarren und natürlich den leckeren Veltliner Wein.

Wir wanderten in der gesamten Wachau fast immer den „Welterbesteig“. Es handelt sich hierbei um einen besonders schönen Wanderweg, der durch die gesamte Wa-chau führt. Er führte uns durch eine einzigartige Weinlandschaft und traumhafte Wälder und außerdem ist er sehr gut ausgeschildert. Hoch über der Donau erwartete uns die größte geschlossene Weinbaufläche der Wachau mit herrlichen Fernblicken.
Von Weißenkirchen fuhren wir mit unserem Bus nach Krems zur Weinprobe zur „Sandgrube 13“. Wir hörten einen interessanten Vortrag und sahen einen eindrucksvollen 3D-Film über die Weinherstellung in der Wachau. Wir probierten die leckeren grünen Veltliner Weine, den Riesling und den roten Zweigelt und natürlich auch die Sorten, die uns noch interessierten. Wir fuhren danach mit unserem Bus zurück zum Hotel Mariandl. Unser Hotelier hatte ein typisches österreichisches Gericht gekocht: Leberknödelsuppe, Saumeise mit Sauerkraut und zum Nachtisch Palatschinken. Diese Saumeise ist eine Köstlichkeit und sie besteht aus verschiedenen Fleischsorten, die geräuchert und gebacken werden. Jedenfalls hörte sich die Herstellung sehr aufwendig an.
Donnerstag, 14. Juni 2012: Für heute stand Bratislava in Kalles Plan und es ging um 8.00 Uhr los. Um 11.00 Uhr kamen wir in Bratislava an und unsere Stadtführerin stieg zu uns in den Bus. Die Stadtführerin hieß Alice und sie zeigte uns ihre Stadt an der Donau und Hauptstadt der Slowakei mit viel Temperament und Humor. Zuerst fuhren wir zur Burg, wo wir einen schönen Ausblick auf die Donau und die Stadt hatten. Sie erklärte uns die Burg und zeigte uns von oben die markanten Punkte der Stadt. Danach wurde der Bus in der Nähe der Altstadt geparkt und wir gingen mit Alice bis 16.00 Uhr durch die Altstadt. Zwischendurch aßen wir in einem netten Restaurant „Ruby“ zu Mittag. Danach konnte noch jeder etwas „auf eigene Faust“ unternehmen und um 17.30 Uhr fuhr unser Bus zurück nach Spitz. Wir waren um 20.00 Uhr zurück und unser Hotelier hatte wieder ein leckeres Essen zubereitet: Suppe, kaltes Buffet mit unter anderem verschiedenen Sülzen etc. – es war wieder sehr gut. Den Rest des Abends haben wir ruhig ausklingen lassen.

Freitag, 15. Juni 2012: Abfahrt mit dem Bus um 9.00 Uhr nach Dürnstein. Unsere Wanderung von Dürnstein nach Weißenkirchen startete um 9.30 Uhr. Es lagen 17 km vor uns und Höhenmeter Anstieg/Abstieg 884 hm und die Wanderung sollte ca. 6,5 Stunden dauern. Es war abgesprochen, dass nicht alle diese anspruchsvolle Tour mitmachen wollten. Also ging Klaus mit 23 Wanderern den Höhenwanderweg und Kalle ging mit den übrigen Wanderern den Donauradweg Passau-Wien ein Stück und sie wanderten in den Weinbergen bis zum Franzosendenkmal. Sie hatten genug Zeit sich Dürnstein mit der hübschen blauen Kirche anzuschauen.
Wir, die den Höhenwanderweg gehen wollten, fanden in Dürnstein gleich den Einstieg zum „Welterbesteig“, den wir nun weiter wanderten. Es ging sofort steil bergauf zur Burgruine, in der Richard-Löwenherz angeblich eingesperrt war. Wir stiegen langsam bergauf und als wir bei der Burg ankamen, war eine große Anstrengung vollbracht. Wir hatten etliche Höhenmeter überwunden, waren aber nur 2 km gelaufen. Oben angekommen gab es einen Aussichtsturm mit einem herrlichen Ausblick auf die Donau und Dürnstein. Es waren Tafeln angebracht über Richard Löwenherz und Minnegesängen aus seiner Zeit und ein Gedicht von Heinrich Heine, das Klaus uns vortrug. Danach ging es weiter bergauf durch einen wunderschönen Mischwald und einer Felsenlandschaft. Die Sonne schien und die Temperatur fürs Wandern war im Wald angenehm kühl.
Um 13.00 Uhr fanden wir im Wald einen schönen Platz für die Mittagspause. Unsere mitgebrachten Brote und das Obst haben wir mit großem Appetit verzehrt. Die halbe Stunde Pause tat gut. Auf dem nächsten Hinweisschild sahen wir, dass wir noch 3 Stunden Wanderung vor uns hatten. Wir waren glücklich, dass wir schon so viel geschafft hatten. Es ging nun sanft begrab und wir kamen gut voran. Um 15.40 Uhr kamen wir unten in Weißenkirchen an, wo uns die übrigen Wanderfreunde schon erwarteten. Wir fuhren mit dem Bus nach Dürnstein und auch wir sahen uns nun den schönen Ort an. Um 18.00 Uhr ging es dann zurück nach Spitz und unser Hotelier hatte zum Abendessen wieder eine österreichische Spezialität für uns. Den Abend verbrachten wir draußen auf der Terrasse.

Samstag, 16. Juni 2012: Heute ging es nach Wien. Um 8.00 Uhr fuhren wir mit unserem Bus die Donau entlang und um 9.30 Uhr waren wir schon beim Schloss Schönbrunn. Hier hatten wir Zeit den wunderschönen Schlosspark zu besichtigen.
Um 11.30 Uhr begann dann unsere Führung durch das Schloss. Die Räume sind noch prunkvoll eingerichtet und unsere Führerin verstand es, uns sehr anschaulich zu erklären, wie z.B. Franz Joseph I (1830-1916) und seine schöne Frau Elisabeth von Bayern (genannt Sissi) in ihren Räumen gelebt haben. Genauso bestaunten wir die Räumlichkeiten von Maria Theresia. Es war ein spannender Vortrag unserer Schlossführerin und wir bekamen viele interessante Informationen.
Um 13.00 Uhr stand unser Bus vor dem Schloss zur Weiterfahrt in die Stadt. Hierher hatte Kalle den Stadtführer bestellt, der uns nun Wien zeigte. Wir bekamen alle wichtigen Punkte vom Bus aus zu sehen, so dass wir einen guten Überblick hatten. Beim Hundertwasserhaus stiegen wir aus und er wies uns auf viele Kleinigkeiten hin. Wir konnten an diesem Tag einige Straßen nicht befahren, weil so eine Art „Love Parade“ im Innenbezirk stattfand. Aber unser Stadtführer kurvte uns etwa 2,5 Stunden durch Wien und er hatte so ein umfangreiches Geschichtswissen, so dass es nie langweilig wurde. Zum Schluss waren wir noch beim Schloss Belvedere, das Prinz Eugen für sich bauen ließ. Danach fuhr unser Busfahrer zur Oper und wir hatten genug Zeit für einen Stadtbummel. Die Altstadt von Wien hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst gehen soll. Also sind wir zuerst ins “Café Sacher“ gegangen.
Um 18.00 Uhr trafen wir uns bei unserem Bus an der Oper und es ging zum Heuri-gen ins Weindorf Neustift am Walde. Hier besuchten wir die „1. Wiener Heurigen Show“ im Gasthaus „Zum heurigen Wolf“. Wir erlebten ein unterhaltsames Pro-gramm aus Wiener Walzer, Operette und heurigen Musik und erhielten ein gutes Essen und schmackhaften Wein. Die Künstler wussten uns zu begeistern und bei bester Stimmung mussten wir gegen 23.00 Uhr zurück nach Spitz. Es war ein langer und wunderschöner Tag gewesen und um 24.00 Uhr sangen wir im Bus für Elfriede ein Geburtstagsständchen: Mit 66 Jahren fängt das Leben an…

Sonntag, 17. Juni 2012: Heute, an Elfriedes Geburtstag, stand eine Wanderung von Mühldorf zum Kirchenplatz in Spitz auf unserem Programm. Wir hatten oberhalb eines engen Tales, das man „Spitzer Graben“ nennt, entlang zu wandern. Dabei mussten wir ca. 500 Höhenmeter zurücklegen. Die Strecke hatte es durchaus in sich.
Es war ein herrlicher Sonnentag, die ausgedehnten Eichen- und Buchenwälder spendeten uns den nötigen Schatten. Und immer wieder hatten wir eine wunder-schöne Aussicht auf die Donau. Als wir am Ried Bruck Aussichtspunkt und Rastplatz ankamen, erlebten wir eine Überraschung! Sonnenschirme und Bänke waren auf diesem Rastplatz aufgestellt und eine ansässige Schlachterei hatte einen Ausschank aufgebaut. Das war natürlich Aufforderung genug für uns, hier eine Pause einzulegen. Neben den ortsüblichen Getränken gab es vor allem ein Schinkenbrot mit Schinken von schottischen Hochlandrindern. Extrem lecker!! Hier hatten wir die folgende nette Idee: Da unser Wanderführer Kalle uns am Abend vorher erzählt hatte, dass heute Nachmittag, während unserer Abwesenheit, Waltraut Haas im Hotel ihren 85. Geburtstag feiern würde, wäre es doch schön, wenn wir als ATSV-Wandergruppe, ihr ein Ständchen zum Besten geben würden, und zwar das Mariandl-Lied. Schließlich würden wir rechtzeitig zurück sein, die Geburtstagsgesellschaft müsste noch anwesend sein. Da wir den Lied-Text bei uns hatten, übten wir hier oben auf dem Berg das Lied ein. Von unserem lauten Gesang angetan, kam die Wirtin spontan aus ihrer Bude heraus, strahlte uns an und sang mit. Gestärkt und super gut gelaunt wanderten wir dann durch imposante Terassen-Weinfelder langsam bergab Richtung Spitz. Im Hotel angekommen holte das Wirtsehepaar Eibel Waltraut
Haas heraus und wir sangen ihr unser eingeübtes Mariandl-Lied vor. Sie war sicht-lich gerührt, freute sich und begrüßte uns einzeln per Handschlag. Wir waren beeindruckt von der Ausstrahlung und dem immer noch guten Aussehen dieser doch in den fünfziger Jahren so bekannten Schauspielerin. Wir konnten uns noch ein wenig mit ihr unterhalten. Danach gingen wir zum Duschen auf unsere Zimmer. Um 16.00 Uhr wollten wir zum Spitzer Heurigen zu einer Weinprobe mit Abendessen aufbrechen.
Beim Heurigen, Weingut Özelt, gab es eine zünftige Jausenplatte, dazu probierten wir köstlichen Veltliner Wein. Wir saßen höher gelegen auf einer Terrasse unter Bäumen mit Blick auf Spitz. Stimmungsvoller konnte ein wunderschöner Tag nicht ausklingen.
Montag, 18. Juni 2012: Heute stand eine Schiffsreise auf der Donau auf dem Pro-gramm. Um 8.00 Uhr starteten wir mit unserem Bus nach Krems zum Schiffsanle-ger. Das Tagesprogramm hieß heute: „Das genussvolle Wachau-Erlebnis“, Schiff-fahrt mit der „MS Austria“, dem Schiff der Extraklasse. Wir erlebten das Weltkulturerbe Wachau von einer ganz anderen Seite, nämlich vom Fluss aus. Wir sahen das Stift Göttweig, fuhren an Burgen und Weinbergen vorbei und sahen vom Schiff aus die hübschen kleinen Orte, die wir teilweise schon erwandert hatten. Besonders in Dürnstein staunten wir, als wir oben auf dem Berg unsere „Richard-Löwenherz-Burg“ sahen. Auf diesen obersten Gipfel waren wir ja vor ein paar Tagen gewandert und nun waren wir stolz, dass wir es ganz nach oben geschafft hatten. Die Höhe konnte man jetzt erst richtig vom Schiff sehen. Um 12.00 Uhr gab es auf dem Schiff ein leckeres 3-Gang-Menu: „Genuss am Fluss – Fisch trifft Wein“. Jeder Gang war vorzüglich und zu jedem Gang gab es jeweils den passenden Wein aus der Wachau.
Wir hatten wieder einmal das schönste Wetter und unser Schiff fuhr bis Melk und wir konnten hier noch einmal das wunderschöne Stift Melk vom Fluss aus bewundern. Nach kurzer Anlegezeit ging es dann zurück nach Krems.
In Krems hatten wir noch ein paar Stunden Freizeit und so bummelten wir durch die Stadt oder setzten uns in ein Gartenlokal unter hohen Bäumen, die wunderbar Schatten spendeten.
Zurück im Hotel hatten wir nach dem Abendessen noch Zeit und Muße den lauen Sommerabend auf der Hotelterrasse oder in dem kleinen Hotelpavillon (hoch über der Donau) zu genießen.
Dienstag, 19. Juni 2012: Mit Wanderausrüstung fuhr uns unser Bus heute zur Burgruine Aggstein. Ein markantes Merkmal des Weltkulturerbes Wachau ist die viel fotografierte, sagenumwobene Burgruine Aggstein, deren altersgrauen Mauern 320m hoch über der Donau auf einem steilen Felsriff thronen. Von Österreichs bekanntester Burgruine bietet sich ein grandioser Fernblick über das Donautal hinaus. Wir konnten „auf eigene Faust“ die Burgruine erkunden und es kletterten 41 Wanderer in der Burg herum. Die Räume waren alle beschriftet und so konnte man sich bildlich vorstellen, wie sie einmal ausgesehen haben müssen. Hier lebten unter anderem auch Raubritter, die ein Seil quer über die Donau spannten und somit die Schiffe stoppten und die „Pfeffersäcke“, wie sie sagten, ausraubten. Die Geiseln wurden gefoltert, so dass zusätzlich noch ein Lösegeld floss.
Von dort aus wanderten wir zur Wallfahrtskirche und Kloster Maria Langegg. Bevor die Führung um 15.00 Uhr begann, hatten wir noch Zeit zu einer Mittagsrast im Klosterstübchen.
Eine Nonne machte die Führung durch das Kloster. Die angrenzende 400 Jahre alte Wallfahrtskirche wurde uns von einem Priester erklärt.
Um 19.00 Uhr gab es Abendessen und wieder war es etwas Typisches aus der ös-terreichischen Küche nämlich als Hauptgang Steyrisches Wurzelfleisch mit frisch geriebenem scharfen Meerrettich. Das Wurzelfleisch war ein Gedicht und der Meerrettich obenauf war der letzte Pfiff. Aber wehe man bekam nur etwas zu viel Meerrettich auf die Gabel, dann kullerten die Tränen. Bei uns am Tisch hatte jeder feuchte Augen. Danach saßen wir auf der Hotelterrasse und genossen den schönen Sommerabend.
Mittwoch, 20. Juni 2012: Der heutige Tag sollte in Österreich 36 Grad warm werden. Somit teilte Kalle uns beim Frühstücken mit, dass wir unsere Tour zum Jauerling etwas verkürzen werden. Bei der ursprünglich geplanten Tour hätten wir in voller Sonne laufen müssen und das wollte er uns am letzten Wandertag nicht mehr zumuten. Also fuhren wir mit dem Bus auf den Jauerling. Er ist mit 959 m der höchste Berg in der Wachau. Wir bestiegen die Aussichtswarte (184 Stufen). Leider war es heute durch das sonnige Wetter diesig und wir hatten keine gute Weitsicht. Bei klarer Sicht kann man bis in die Karparten, die Wiener Alpen und bis zum Watzmann schauen. Über die Turnerwiese und dem Turnvater-Jahn-Denkmal wan-derten wir durch den kühlen Wald zum Naturparkhaus „Hans Pichler“ (915m) mit seiner Wachauterrasse. Hier machten wir bei einer tollen Aussicht auf Spitz eine Mittagspause. Kalle hatte einen Abend zuvor bei Herrn Pichler die Essen für 41 Wanderer bestellt. 20 von uns wollten Kaiserschmarren essen, was für Herrn Pich-ler kein Problem war.
Danach wanderten wir zu unserem Bus zurück, der beim Aussichtsturm stehen geblieben war. Als wir beim Hotel aus unserem Bus ausstiegen, bekamen wir einen Schock, wie heiß es inzwischen unten in Spitz geworden war. Oben auf dem Jauer-ling und im Wald war es viel kühler. Zurück in Spitz hatten wir noch etwas Freizeit und wir trafen uns um 19.30 Uhr im Hotelrestaurant. Der Abend stand unter dem Motto: „Abschied von der schönen Wachau“.
Der Wirt hatte ein warmes Buffet, ein Winzeressen, zubereitet. Es waren alles Ge-richte aus der österreichischen Küche, die wir vorher schon so gerne gegessen hat-ten. Es war wieder einmal vorzüglich. Dazu spielte und sang uns der lustige Hermann aus Österreich heimische Schrammelmusik vor. Es war ein so schöner Abend und wir waren alle in fröhlicher Stimmung. Aber auch der schönste Wanderurlaub geht einmal zu Ende!
Donnerstag, 21. Juni 2012: Bis 7.00 Uhr mussten unsere Koffer am Bus sein und unser Busfahrer Willi verstaute alles. Nach dem Frühstück, pünktlich um 8.00 Uhr, ging es zurück nach Bremen. Wir hatten für die Heimfahrt 1000 km vor uns. Bei Hof kannte Kalle einen guten Autohof, auf dem wir ausführlich Pause machten. Wir sind gut durch den Verkehr gekommen und um 21.00 Uhr trafen wir in Bremen ein.
Wir alle können sagen: Es war eine sehr, sehr schöne und ereignisreiche Wander-zeit. Wir hatten ein Traumwetter, hatten sehr schöne Erlebnisse und waren immer guter Stimmung. Kalle hatte alles perfekt vorbereitet und organisiert und an jede Kleinigkeit gedacht. Wir haben manches Mal gestaunt, wie professionell er alles in der Hand hatte. Gerlinde hatte mit ihren tollen Ideen und vielen kleinen „Schman-kerln“ einen großen Anteil daran, uns die Fahrt zu verschönern. Wir danken den Beiden für diesen wunderschönen Wanderurlaub, der besser nicht hätte sein können. Auch Dank an Lothar, der immer so gut rechnet und die Finanzen zusam-men hält.

Annelie Schreyer

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