Aug 2012 10

ATSV-Spielerin Svenja Klün. FOTO: KOWALZIK

VON OLAF KOWALZIK
Habenhausen.Neue Spielerinnen, neues Abwehrsystem, höheres Tempo: Die Handballerinnen des ATSV Habenhausen kommen in ihrer Saisonvorbereitung auf die Oberliga Nordsee langsam ins Rollen. Nachdem sich die Südbremerinnen bislang fast nur mit dem Konditionstraining beschäftigt hatten, setzten sie sich bei einem Turnier am Bunnsackerweg gegen einen Oberligisten und zwei Oberliga-Absteiger ungeschlagen durch. Ihre frisch einstudierte 3:2:1-Deckung hat damit ihre erste Feuerprobe bestanden.
Habenhausens neue Trainerin Corinna Wannmacher ist mit der Entwicklung ihrer Mannschaft zufrieden. Sehr zufrieden sogar. „Wir spielen in der Abwehr mittlerweile viel körperbetonter“, fasste sie nach dem Gesamtsieg beim selbst ausgerichteten Handball-Turnier zusammen.
Die Oberliga-Damen des ATSV hatten also nicht nur wegen der Erfolge über den niedersächsischen Oberligisten HSG Badenstedt (17:16) sowie die Oberliga-Absteiger TSV Morsum (23:13) und Elsflether TB (20:15) ihr erstes Etappenziel erreicht.
Der Turniersieg will dabei schon etwas heißen, schließlich studieren die Südbremerinnen ihr neues Abwehrsystem erst seit wenigen Wochen ein. Mittlerweile ist bei der ATSV-Trainerin nämlich die offensive 3:2:1-Variante anstelle der 5:1-Deckung ihres Vorgängers Torsten Uhlenberg Trumpf. „Ich verfüge ja auch inzwischen über Spielerinnen, die die entsprechende Schnelligkeit und den Drang nach vorne mitbringen“, klärt „Zille“ Wannmacher auf.
Im Deckungsverband stach wiederum Sabine Peek als Hinten Mitte hervor. Vorne, in der Abwehrspitze, trumpfte Svenja Klün als „Abfangjägerin“ geschickt auf. Der Rest hielt’s mit einem Zitat aus Schillers Glocke: „Wehe, wenn sie losgelassen…“. Das galt vor allem für die neuen Flügelflitzer Julia Maas (linke Seite, vom SV Werder Bremen II) und Katharina Kumpf (rechte Flanke, vom TSV Altenholz), die über flotte Steilangriffe viel Dampf nach vorne machten. „Wir sind tempogegenstoßfreudig, dem kommt unsere Abwehr natürlich zugute“, bemerkte die Habenhauser Oberliga-Frontfrau.
Luft nach oben ist beim ATSV Habenhausen bis zum Saisonstart Mitte September freilich trotzdem noch genügend vorhanden. „Wir leisten uns im Ballvortrag und im Angriff noch zu viele einfache Fehler, aber das haben wir ja auch noch nicht intensiv trainiert“, sorgt sich die ATSV-Trainerin aber darum nicht. Wichtiger ist ihr zurzeit die Defensivarbeit, „und da spielen wir jetzt aggressiver, viel körperbetonter“, resümiert Corinna Wannmacher zufrieden.
Ins Schwitzen hatte die neue ATSV-Abwehrformation lediglich der Turnierauftaktgegner HSG Badenstedt gebracht. Aber das war kein Wunder, schließlich spielt der mit einer Reihe von A-Jugendlichen, die vor kurzem erst Deutscher Meister geworden sind und die 3:2:1-Abwehr selbst aus dem Eff-Eff beherrschen. Gereicht hatte dieses Wissen den Niedersachsen am Ende aber trotzdem nicht: Der ATSV ließ sich nicht um den Finger wickeln und gab am Ende nur noch zwei Treffer seiner Dreitore-Führung ab (17:16).
Danach behielten die Habenhauserinnen im Duell der Ligarivalen gegen den Elsflether TB sicher mit 20:15 die Oberhand, der Oberliga-Absteiger TSV Morsum wurde schließlich sogar klar mit 23:13 auf Distanz gehalten. Pech hatte bei den Südbremerinnen lediglich Anna-Lisa Behnken: Sie zog sich einen Bänderriss im rechten Fuß zu und fällt rund sechs Wochen aus.

Weser-Kurier vom 18.08.12

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