Aug 2012 10

Oberliga-Neuzugang in Habenhausen: Kreisläuferin Ann-Kathrin Abbes

VON OLAF KOWALZIK
Habenhausen.Dass der Sommer lange Zeit mit seiner Wärme zu wünschen ließ, sieht man den Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen nicht an. Ihnen steht seit über vier Wochen nur so der Schweiß auf der Stirn. Die neue Trainerin Corinna Wannmacher treibt den Tabellendritten seitdem mit Ausdauer- und Schnellkraft-übungen gehörig an. Die heiß geliebte Le-derkudel blieb dagegen bislang im Ballnetz liegen.
Zuletzt stand bei den Blau-Weiß ein Triathlon auf dem Programm: 500 Meter Schwimmen im Horner Bad, 25 Kilometer auf dem Fahrrad durch das Blockland strampeln und zu guter Letzt auch noch fünf Kilometer durch den Bürgerpark rennen. Nur einen Tag später ging die Belastung beim „Zumba“ weiter, noch einmal 24 Stunden danach saßen die Südbremerinnen gemeinsam beim Kutterpullen in einem Boot.
Mit dabei auch stets die Neuzugänge, die neben der bereits bekannten Arster Torfrau Inga Heinrich zum ATSV Habenhausen gewechselt sind: Julia Maas vom Oberligisten SV Werder Bremen II, Katharina Kumpf vom Oberliga-Vizemeister TSV Altenholz, Ann-Kathrin Abbes vom Ligarivalen TV Oyten II und die beiden aufgerückten A-Jugendlichen Anna-Lisa Behnken und Christin Sticklies.
Allesamt Verstärkungen, die den Drittplatzierten gewiss nicht schlechter dastehen lassen als in der abgelaufenen Saison. „Ich möchte mit meiner Mannschaft schon gerne unter die ersten Drei“, orientiert sich die neue Trainerin an der Platzierung ihres Vorgängers Torsten Uhlenberg.
Warum auch nicht? Schließlich hat sie mit Julia Maas eine klasse und vor allem routinierte Verstärkung auf dem linken Flügel hinzugewonnen. Die 27-Jährige hätte heute noch das Zeug, zumindest in der 3. Liga kräftig mitmischen zu können – will sie aber momentan gar nicht. „Ihr Einsatz ist vorbildlich und ihre Schnelligkeit wird unserem Tempospiel sehr zugute kom-men“, ist „Zille“ Wannmacher überzeugt.
Ebenso wertvoll dürfte die Novizin auf der rechten Flanke sein: Katharina Rumpf aus Altenholz. Die ehemalige Drittligaspielerin absolviert ein Referendariat in Bre-merhaven und wird beim ATSV auch im rechten Rückraum auflaufen. „Sie ist schnell und verfügt über ein sehr gutes Durchsetzungsvermögen“, beurteilt Wannmacher die 25-Jährige.
Irritationen um Abbes-Wechsel
Einige Irritationen hatte dagegen der Wechsel von Ann-Kathrin Abbes bei ihrem Ex-Klub TV Oyten verursacht. Dieser hatte die 20-Jährige nämlich bereits fest in seinen Reihen eingeplant. „Da wurde wohl etwas ordentlich missverstanden, ich habe beim TVO nie ’Ja’ gesagt“, stellt die Kreisläuferin hingegen unmissverständlich klar. Ihre Saison war nach zwei Bänderrissen im linken Fuß katastrophal verlaufen, jetzt wagt sie im Bremer Süden einen Neuanfang.
„Sie ist groß, super drauf und hat ein gutes Handball-Verständnis“, sagt Corinna Wannmacher über die Nahwurfzonenspezialistin, die in der Jugend einige Male um die Deutsche Meisterschaft gespielt hat. „Angesichts ihres jungen Alters muss sie aber noch einiges dazulernen.“
Das gilt natürlich auch für die blutjungen Eigengewächse Anna-Lisa Behnken (Linksaußen/Rückraum-Mitte) und Christin Sticklies (Linksaußen/Halblinks) aus der A-Jugend. Die flinke Behnken gilt mit ihrer guten Ballarbeit auf Linksaußen als „Spielerin der Zukunft“, so Wannmacher. „Chrissi“ Sticklies beweist wiederum Kämpferherz und geht auch dorthin, wo es wehtut.
Seit dem 24. Juli, beginnend mit dem Testspiel gegen den Oberliga-Absteiger TSV Morsum, haben die ATSV-Damen auch wieder ihr Spielgerät in die Hände genommen. Am 5. August wollen sie dann in eigener Halle ein Turnier starten. Die Saison beginnt für den ATSV Habenhausen am 15. September mit einem Heimspiel gegen den TV Bohmte.

Weser-Kurier vom 02.08.12

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