Jan 2015 06

Rund 200 Aktive zeigen beim traditionellen Weihnachtsturnen des ATSV Habenhausen, was sie gelernt haben

 

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Übungsleiterin Ariane Petry (Bildmitte) und ihre Turnküken präsentierten beim Weihnachtsturnfest in Anlehnung an das Kinder-Musical „Yakari“ eine akrobatische Show. CM· (Walter Gerbracht)

Alle zwei Jahre laden die Verantwortlichen des ATSV Habenhausen traditionell zu einer Weihnachtsfeier der ganz besonderen Art in die Hinni-Schwenker-Halle am Bunnsackerweg ein: Große und kleine Mitglieder der Turnabteilung präsentieren ihr Können, verschiedene Tanzeinlagen ergänzen das bunte Programm. Den Abschluss bildet der Besuch des Weihnachtsmanns.

Antonia, Janne und Hanna warten ungeduldig in der „Aktiven-Ecke“ in der Hinni-Schwenker-Halle am Bunnsackerweg. „Aufgeregt?“, fragt Übungsleiterin Ariane Petry. „Nein, aufgeregt sind wir überhaupt nicht“, antworten die drei Mädels. Dabei wartet an diesem Tag doch ein großer Auftritt auf die Mädchen. Gemeinsam mit rund 25 weiteren Mitgliedern der Turngruppe im Alter zwischen sieben und neun Jahren präsentieren sie anlässlich des traditionellen Weihnachtsturnen des ATSV Habenhausen all das, was sie im Verlauf des Jahres von ihrer beliebten Übungsleiterin gelernt haben. „Ein klein wenig nervös sind sie schon“, glaubt Ariane Petry im Gegensatz zu ihren Turnküken, „schließlich treten sie ja nicht jeden Tag vor so vielen Zuschauern in einer voll besetzten Halle auf.

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Vor allen Dingen die jungen Turnerinnen und Turner des ATSV Habenhausen trugen ihren Teil zum fröhlichen Jahresabschlussfest in der Halle am Bunnsackerweg bei. CM (Walter Gerbracht)

Wie gewohnt drängen sich auch an diesem Tag rund 500 Besucher rund um die Turnfläche und auf der Tribüne, eng aneinander gequetscht auf Bänken und Stühlen zollen sie den Mitgliedern der ATSV-Turnabteilung ihren Respekt. Neben Moderatorin Sybille Ritting und weiteren Verantwortlichen des Vereins sowie zahlreichen Ehrenamtlichen und Eltern zeichnet der Übungsleiter der Leistungsturner, Karsten Reupke, an diesem Tag für den musikalischen Reigen verantwortlich. „Die Turnabteilung ist mit knapp 600 Mitgliedern die größte innerhalb unseres Vereins“, betont Sybille Ritting, im ATSV-Vorstand zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Heute können sie alle einmal zeigen, was sie im Laufe des Jahres gelernt haben“, ergänzt sie, schließlich nehme kein Turner an einem offiziellen Leistungswettbewerb teil. „Sonst haben die Kleinen ja nur wenige Möglichkeiten, ihr Können zu präsentieren“, meint Ritting noch, ehe sie sich zur Begrüßung der Gäste ans Mikrofon begibt.

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Die erfolgshungrigen Hip-Hop-Tänzerinnen der Crew „Trouble X“ sorgten für einen von zahlreichen Höhepunkten beim Weihnachtsturnen des ATSV Habenhausen. CM (Walter Gerbracht)

Den Auftakt des fröhlichen Turn- und Tanzspektakels machen die Hip-Hop-Tänzerinnen der Gruppe „Trouble X“. Die Crew belegte bei den jüngsten Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen in der Kategorie „Videoclip-Dancing – Juniors“ einen hervorragenden vierten Platz und sorgt mit ihrem fulminanten Auftritt für einen von zahlreichen Höhepunkten an diesem vorweihnachtlichen Nachmittag. Nach Atem ringend erschöpft, aber glücklich nehmen die Tänzerinnen nach ihrem gelungenen Auftritt den frenetischen Applaus der Besucher dankbar entgegen.

 

 

Viel Jubel für Eltern-Kind-Turnen

Sämtliche Turngruppen präsentieren anschließend aufwendig einstudierte Vorführungen, ATSV-Übungsleiterin Silke Roggenkamp sorgt mit ihrer Eltern-Kind-Turngruppe für viel Jubel. Vorsichtig balancieren die Kinder ab dem Krabbelalter (unter Mithilfe mancher Mamis und Vatis) über umgedrehte Bänke und rutschen sicher auf der Sitzfläche hinunter. Fröhlich winkend verabschieden sich die Kinder und stürmen in die „Aktiven-Ecke“ am anderen Ende der Halle, wo weitere Gruppen auf ihren Auftritt warten. Nachdem „Trouble X“ unter Leitung von Daniela Hagestedt gezeigt hat, warum sie eine solch erfolgreiche Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften erzielen konnten, turnen und tanzen die Kinder im Alter zwischen fünf und sechs Jahren eine sehenswerte Choreografie. Ihrer Übungsleiterin Carina Deutschmann ist der Stolz ins Gesicht geschrieben – schließlich ist sie als neuester Zugang innerhalb der Übungsleiter-Riege des Vereins zum ersten Mal verantwortlich für die Vorführung.

Während sich die Kleinen von ihrem großen Auftritt erholen, bereiten Maja Scheidel, Jacqueline Kneisel und Mia Kleemeyer die Turnfläche für den spektakulären Auftritt der Turngruppe von Übungsleiterin Ariane Petry vor. Die Mädchen präsentieren zu den Klängen des Hits „Der Erde sei Dank“ aus dem Musical „Yakari“ eine Kombination aus Tanz, Theater und Sport. Gekleidet in Indianerkostüme stürmen die Mädchen – unterstützt von Ariane Petrys Sohn Elias – die Fläche und sorgen schon vor ihrem eigentlichen Auftritt für staunende Blicke. In „Kanus“ (umgedrehte Kästen auf Rollwagen) sitzend stürmen die Kinder auf die Fläche, der kleine Elias trägt dabei einen Ball in Form der Weltkugel über seinem Kopf. Innerhalb ihrer Vorführung zeigen die Kinder sehr viel Körpergefühl sowie eine beeindruckende Körperspannung, während sie über Kästen springen, Vor- und Rückwärtsrollen vollführen, mehrere Mitglieder „auf Händen tragen“ oder eine fast perfekt inszenierte Tanz-Choreografie mit bunten Tüchern präsentieren.

Am Ende ihres Auftritts erholen sich die Kinder in ihrer Ecke und lassen den Auftritt noch einmal Revue passieren. „Eigentlich hat alles gut geklappt“, bilanzieren Antonia, Janne und Hanna bereits wie die Profis, „aber am Radschlag und am Handstand müssen wir noch etwas arbeiten.“ Auch der sechsjährige Elias ist zufrieden. Im Vorfeld dieses fröhlichen Jahresabschlusses war er von seiner Mutter noch mit sanfter Gewalt zum Mitmachen gedrängt worden – übrigens als einziger Junge unter lauter Mädchen. Nach dem Ende der Aufführung steht für Elias fest, „dass es Spaß gemacht hat, aber ich möchte später doch lieber Handball oder Fußball spielen.“

Damit erfüllt der Knirps an diesem Tag genau die Vorgabe, die sich die Verantwortlichen des Vereins seit Jahren auf ihre Fahnen geschrieben haben. „Wir rufen die Eltern regelmäßig dazu auf, ihre Kinder möglichst früh zum Turnen anzumelden“, erklärt Sybille Ritting. Dort würden auf spielerische Weise die Grundlagen für weitere Sportarten gelegt. „Nur wer sich schon frühzeitig zu bewegen lernt, kann später in jeder Sportart erfolgreich sein“, verdeutlicht Ritting. Nach diesem eindringlichen Appell ehrt sie die insgesamt 86 ATSV-Mitglieder, die in diesem Jahr ihr Sportabzeichen erfolgreich abgelegt haben – und kündigt schließlich den Höhepunkt dieses Tages an: Der Weihnachtsmann kommt vorbei und wird binnen weniger Sekunden von einer Traube kleiner, aber auch älterer Habenhauser umringt.

 

Weser Kurier vom 21.12.2014 von Christian Markwort


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