Mrz 2015 23

Spitzenreiter ATSV Habenhausen gewinnt beim SV Grambke-Oslebshausen 37:28

Der ATSV Habenhausen scheint sich auf dem Weg zum Titelgewinn in der Handball-Oberliga Nordsee der Männer nicht aufhalten zu lassen. Beim 37:28 (21:12)-Triumph gegen den Drittletzten SV Grambke-Oslebshausen hatte der Klassenprimus jederzeit alles fest im Griff. Nur die Anfangsphase hätte sich der Favorit ein wenig unkomplizierter gewünscht. „Da war es sehr zäh“, sagte ATSV-Trainer Lars Müller-Dormann.

Ohne Blöße

Stop, hier geht’s nicht weiter: Die Habenhauser boten den Grambkern im Bremer Oberliga-Derby kaum ein Durchkommen. (Christian Kosak)

Die Gäste mussten erst einmal einen 1:2-Rückstand verkraften. Im Anschluss daran geriet der Titelanwärter Nummer eins aber nicht mehr ins Hintertreffen. Mit drei Toren in Serie stellte der Favorit die Weichen schon mal auf Sieg. Bis zum 9:7 ließ sich der Außenseiter aber einfach nicht abschütteln. „Wir haben in der Anfangsphase ein paar Bälle verworfen und auch das eine oder andere Mal die falsche Entscheidung getroffen“, sagte Müller-Dormann. Mit seinen Fehlern lud der Erste Grambkes 14-Tore-Mann Eric Brandt immer wieder zu Treffern ein. „Den hatten wir nicht so auf dem Zettel“, sagte Müller-Dormann. Spätestens bei einer 20:11-Führung war aber bereits mehr oder weniger klar, wer das Feld am Ende als Sieger verlassen würde.

Nach dem Wiederanpfiff schraubte der Klassenbeste seinen Vorsprung sogar auf 25:13 in die Höhe. „Wir sind gut aus der Pause zurückgekommen“, sagte Lars Müller-Dormann. Doch im Gefühl des sicheren Sieges ließ es der Tabellenführer etwas ruhiger angehen. So kam der Drittletzte noch einmal auf 26:33 heran. „Da ist bei uns ein wenig der Schlendrian eingekehrt“, kritisierte der Gästetrainer.

In dieser Phase ließen die Habenhauser auch ein wenig den Teamgeist vermissen. „Wir haben uns viel zu sehr in Einzelaktionen verstrickt und außerdem zwei blöde Zeitstrafen kassiert“, bemängelte der ATSV-Coach. Mit gleich zwei Mann mehr auf dem Feld gelangen den Hausherren drei Treffer am Stück. „Wir haben uns dann aber schnell wieder gefangen. Deshalb ist der Sieg auch nicht mehr ernsthaft in Gefahr geraten“, versicherte Lars Müller-Dormann.

Der Spitzenreiter konnte sich an diesem Tag vor allem auf Yannick Schäfer verlassen. „Yannick hat das Spiel in der Rückraummitte ordentlich gelenkt und selbst auch einige Male getroffen“, meinte Habenhausens Trainer. Sieben Mal war Schäfer insgesamt erfolgreich. Müller-Dormann vermisste hingegen seinen Abwehrchef Björn Wähmann, der bereits im Urlaub weilte. „Die anderen haben es in der Defensive aber gut gelöst. Deshalb stand die Abwehr auch ohne Björn ganz ordentlich“, betonte er. Er hätte sich nur gewünscht, dass seine Schützlinge Grambkes Eric Brandt in der Abwehr etwas enger decken. „Eric hatte aber auch einen Sahne-Tag“, so Müller-Dormann.

Immer dann, wenn die Gastgeber sich aufmachten, den Kontrahenten ein wenig mehr zu ärgern, schalteten die Habenhauser wieder einen Gang hoch. „Gerade in Sachen Tempo lag schon eine ganze Klasse zwischen den beiden Teams“, räumte SVGO-Trainer Boris Linnemann ein. Dennoch betrachtete sein Gegenüber Müller-Dormann die Heimmannschaft als sehr unangenehmen und unbequemen Gegner: „Grambke verschleppt gerne mal das Tempo und sucht häufig die Eins-gegen-Eins-Situation.“

Darüber hinaus könne man sich nie sicher sein, aus welchen Positionen der Gegner noch versucht, den Kreisläufer anzuspielen. „Man muss immer mit allem rechnen“, sagte der Übungsleiter. Die Torhüter Nils Wilshusen und Olaf Abshagen seien aber insgesamt nicht über die Maßen gefordert worden. Mirco Wähmann verwandelte alle vier ATSV-Siebenmeter.

SV Grambke-Oslebshausen: Franke; Schimske, Krüger (1), Bengt Kohrt (1), Rabe (3), Humann (1), Zittlosen (5), Hägermann, Brandt (14), Timmermann, Henschel, Thies Kohrt (3)

ATSV Habenhausen: Wilshusen, Abshagen; Matthias Fischer (5), Schluroff (2), Hilbig (2), Marcel Fischer (6), Vieregge, Schäfer (7), Meier (3), Mirco Wähmann (7), Ostermann (2), Marin (1), Müller, Steghofer (2)

 

Weser Kurier vom 23.03.2015 Karsten Hollmann


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