Mrz 2015 02

Habenhausen feiert verdienten 33:25-Derbysieg in der Handball-Oberliga

Lokalderbys sind in dieser Saison nicht so die Sache des SV Werder Bremen II in der Handball-Oberliga Nordsee der Frauen. Mit der 25:33-Heimklatsche gegen den ATSV Habenhausen kassierte Werder bereits die dritte Niederlage im dritten Nachbarschaftsduell. Der ATSV Habenhausen feierte dagegen den vierten Sieg in Folge.

Das Torgestänge des ATSV Habenhausen zitterte gleich in den Anfangsminuten gewaltig. Das nahm den Oberliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen II offenbar schnell jegliche Motivation. Gleich zu Beginn ihrer 25:33 (9:14)-Heimspielabfuhr gegen den Lokalrivalen hatten bei den Grün-Weißen die Linkshänderin Jantje Fastenau und die große Rückraumschützin Eileen Neumann das Torgestänge malträtiert. „Das war für uns schon etwas glücklich“, atmete Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher auf.

Glücklich war der klare Erfolg des ATSV freilich nicht, er hatte ihn sich mit einer guten Leistung erarbeitet und damit auch redlich verdient. Schon nach nicht einmal vier Minuten machte er den Gastgeberinnen klar, wohin die Reise wie beim 31:26-Hinspielerfolg langgehen wird. Anna-Lisa Behnken, Insa Klün, Christine Köster und Sabine Peek legten ein 4:0. Die ansonsten eigentlich heimstarken Grün-Weißen hatten gleich zum Auftakt bittere Tiefschläge kassiert, von denen sie sich nicht mehr erholten. Da half es ihnen auch nicht, dass Karina Zitnikov am Spieltag via Flieger aus ihrem Heimaturlaub zurückgekehrt war und über Hamburg nur kurz zuhause vorbei gefahren war, um sich ihre Sporttasche zu schnappen und in die Halle zu eilen.

„Bei uns hatte nichts geklappt, das war wie schon im Hinspiel ein enttäuschendes Derby“, stellte SVW-Coach Harald Logemann fest. „Meiner Mannschaft fehlte die Dynamik, die Power und der Wille.“ Einzig die Linkshänderin aus der A-Jugend, Ashley Butler, hatte sich auf Rechtsaußen und im rechten Rückraum erneut von ihrer Schokoladenseite gezeigt. Das war jedoch zu wenig, um den dauerhaften Rückstand aufzuholen. „Möglich wäre es trotzdem mehrfach gewesen“, sagte Logemann.

Beim Ortsrivalen jenseits der Erdbeerbrücke harmonierten die Rückraumspielerinnen Anna-Lisa Behnken und Svenja Klün gut mit den Kreisläuferinnen Ann-Katrin Abbes und Alisa Lang. Außerdem wurden die Außen immer wieder freigespielt: Zusammen zehn Tore von Sabine Peek und Katharina Kumpf waren nicht von Pappe. Christin Lange bewies wiederum Teamgeist und traf trotz Grippeschwächung mehrfach aus dem Rückraum.

Nach dem 4:9 weckte Ashley Butler beim SVW mit einem Doppelpack zum 6:9 frische Hoffnung, Ina Tietjen tat es ihr mit dem 8:12 nach. Für eine Kampfansage war das jedoch zu wenig. „Im Derby muss man galliger spielen“, beklagte sich Harald Logemann. So blieb der ATSV Habenhausen trotz seiner insgesamt 20 Fehlwürfe tonangebend und vor allem das homogener besetzte Team. Beim 19:11 nach dem Seitenwechsel war der Drops für den Tabellenvierten endgültig gelutscht (37.).

SV Werder Bremen II: Grützmacher, Al-Asmar, Rathjen; Fastenau (3), Zitnikov (3/2), Lange (2), Tietjen (3), Bindhammer (2), Wessels, Hencken (1), Holtz, Haase, Neumann (5), Butler (6).

ATSV Habenhausen: Repty, Rüther (n.e.); Brandt (1), S. Klün (2), Lang (3), I. Klün (7/3), Köster (2/1), Kalkowski (1), Lange (2), Kumpf (5), Peek (5), Behnken (4), Leder, Abbes (1).

 

Weser Kurier vom 02.03.2015 von Olaf Kowalzik


Impressum | Powered by Testroom