Aug 2015 31

Habenhausens Handballer sind beim Drittligaauftakt gegen den Leichlinger TV chancenlos und verlieren 25:35

Wer zu spät kommt, den bestraft der ATSV Habenhausen? Von wegen! Vor zwei Jahren war es der Oranienburger HC, der beim Heimspieldebüt des ATSV Habenhausen in der dritten Handball-Liga zu spät kam und klar verlor. Das Déjà-Vu blieb beim Heimspielauftakt des Bremer Traditionsvereins in der Drittliga-Saison 2015/16 aus. Diesmal war es der ambitionierte Leichlinger TV, der zu spät in der Hinni-Schwenker-Halle aufkreuzte und dem Wiederaufsteiger trotzdem eine herbe 25:35 (6:18)-Pleite beibrachte.

Obwohl den „Pirates“ aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis eine einstündige Autobahnsperrung in den Knochen steckte und das Spiel deshalb mit einer halbstündigen Verzögerung begann, war es der Liga-Novize aus dem Bremer Süden, der zunächst völlig von der Rolle war. Das Hallenheft konnten die 220 Zuschauer jedenfalls getrost als Sitzunterlage verwenden, denn von Kampf, Herz und Leidenschaft – wie es das Titelblatt versprach – war beim Gastgeber im ersten Durchgang absolut nichts zu sehen. Da stimmte schon eher der Trikotaufdruck der Gäste, der von der „Blütenstadt Leichlingen“ sprach – und den Weiß-Blauen blühte in den ersten 30 Spielminuten in der Tat einiges.

Kapitän Björn Wähmann (am Ball) und seine Habenhauser Kollegen waren zum Drittligaauftakt überfordert. (Olaf Kowalzik)

Kapitän Björn Wähmann (am Ball) und seine Habenhauser Kollegen waren zum Drittligaauftakt überfordert. (Olaf Kowalzik)

Zunächst spielte jedoch erst einmal der elektronische Spielbericht verrückt, der das Spiel noch vor dem Anpfiff mit 0:0 für beendet erklärte. Aufgrund eines Programmfehlers ging nichts mehr. Im Nachhinein hätten die Habenhauser das Ergebnis lieber akzeptieren sollen. So musste das Zeitnehmerduo Jochen Brünjes und Jürgen Sczygiol sämtliche Daten noch einmal eingeben, bevor die Schiedsrichterbrüder Matthias und Sebastian Klinke das Saisondebüt endlich anpfeifen konnten.

Danach dauerte es ganze drei Minuten und 39 Sekunden, bevor Hauke Marien für den ATSV zum 1:2 traf. Anschließend herrschte bei den Hausherren sowohl im Angriff als auch in der Abwehr absolute Ebbe. „Wir haben alle Fehler gemacht, die wir im Vorfeld vermeiden wollten“, zeigte sich Habenhausens Mannschaftsführer Björn Wähmann selbstkritisch. Will heißen, das Tempo nach vorne fehlte ebenso wie das druckvolle Spielen über sämtliche Stationen. Und dahin, wo es wirklich wehtat, waren die Habenhauser Rückraumschützen bis dahin überhaupt nicht gegangen.

Die Abwehr, normalerweise das Bremer Prunkstück, war nebst der beiden Torsteher Olaf Abshagen und Marius Voß nicht besser, sodass der ATSV Habenhausen über 1:7 (10.) bis zum Zwölf-Tore-Pausenrückstand auf ein fürchterliches Debakel zusteuerte. „Vielleicht haben wir uns von der guten Vorbereitung blenden lassen. Auf jeden Fall haben wir unsere klaren Torchancen nicht reingemacht. Das darf uns bei so viel Drittligaerfahrung nicht passieren“, meinte Kreisläufer Marcel Fischer.

„Willkommen in der dritten Liga!“ weckte ATSV-Trainer Lars Müller-Dormann sein Team in der Pausenbesprechung. Schierholz FliesenweltDas gab danach denn auch deutlich mehr Gas. Nach dem 10:22 warf Janik Schluroff seine Farben bis auf 22:29 an die Gäste heran, sodass die sich zu einer Auszeit genötigt sahen (53.). Zu mehr reichte es bei den Habenhausern nicht mehr, obwohl der zweite Durchgang rein rechnerisch mit 19:17 an das Heimteam ging. „Von einer guten zweiten Hälfte können wir uns nichts kaufen. Die Schwächen und den fehlenden Kampfgeist aus der ersten Hälfte dürfen wir uns nicht noch einmal erlauben“, betonte der Sportliche Leiter Hartmut Engelke. „Dodo“ Müller-Dormann sah es pragmatisch: „Vielleicht war es ja ganz gut so, dass wir sofort auf einen Topgegner getroffen sind, der uns zeigt, wo es in der dritten Liga langgeht…“

ATSV Habenhausen: Abshagen, Voß, Wessels; Helbig (2), Fischer (1), B. Wähmann, Rudolph (1), Schäfer, Meier, Schluroff (2), M. Wähmann (2/1), Schulat (5), H. Marien (5), Steghofer (7/1).

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier vom 31.08.15


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