Nov 2015 02

Das Duell der Schwestern ging in der zweiten Handball-Pokalrunde Niedersachsen/Bremens an Ann-Kathrin Abbes: Die Oberliga-Kreisläuferin des ATSV Habenhausen hatte ihre jüngere Schwester Amelie vom SV Werder Bremen II mit 30:12 (15:6) aus dem Wettbewerb gekickt. Danach musste sie die Segel im Kampf um den Einzug in die dritte Runde selbst mit 26:28 (12:20) gegen den Oberliga-Rivalen HSG Wilhelmshaven streichen.

Habenhausen MädchenDass die Spannung im Bremer Lokalderby nur bis zum 5:5 hielt, lag an der stark limitierten Aufstellung der Gäste. Die konnten aus beruflichen und Verletzungsgründen nur vier etatmäßige Landesliga-Spielerinnen aufbieten, mit Mareike Kohlmeier musste sogar eine Torfrau ins Feld. Aufgrund dieser Extremsituation wollte Werders Trainer Harald Logemann den Turnierstart sogar am liebsten absagen, doch dann wäre eine hohe Geldstrafe fällig geworden. „Meine Mannschaft hat trotzdem alles versucht“, meinte er. Sarah Grützmacher verhinderte dabei im Tor mit vielen Paraden noch Schlimmeres, die A-Jugendliche Ashley Butler gefiel wiederum im Angriff am besten.

Der ATSV Habenhausen wurde dadurch zwar nicht gefordert, er konnte aber wenigstens seine eingemottete 3:2:1-Deckung wieder ausprobieren. „Insofern war das wenigstens für unsere Abwehr ein gutes Training“, stellte Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher fest. Außerdem gab Insa Klün nach ihre Achillessehnenreizung ein akzeptables Comeback. Die Linkshänderin Katharina Kumpf überzeugte in beiden Spielen als sichere Vollstreckerin.

Als Habenhausen gegen Werder auf 14:5 davonzog, war die Begegnung entschieden. Der finale Pokalgegner im Viererturnier aus Wilhelmshaven hatte sich dagegen schon vorher mit 22:21 gegen den TV Cloppenburg durchgesetzt. „Der war dadurch auf einer höheren Betriebstemperatur, da er mehr gefordert wurde“, meinte Wannmacher.

Ihre Mannschaft versemmelte gegen die Jadestädterinnen in der Anfangsphase etliche Hochkaräter und wurde dafür mit Kontern gnadenlos bestraft. Nach dem 1:0-Vorsprung erschien die Lage für den ATSV beim 4:11-Rückstand schier aussichtslos. Nach dem Acht-Tore-Pausenrückstand holte die Bremerinnen Tor um Tor auf, mehr als zum 26:28 reichte es aber nicht mehr. „Mit der zweiten Hälfte bin ich super zufrieden, auch die Abwehr stand klasse“, fand Corinna Wannmacher. Das Ausscheiden tut ihr nicht weh: „Mangels Aussichten, gegen höhere Gegner zu spielen, fehlt dem Pokal jeglicher Anreiz“, sagt sie.

ATSV Habenhausen: Rüther, Newbern; Klün (4/1), Köster (4), Kalkowski (4/1), Lange (5), Peek (9), Behnken (4), Leder (7), Abbes (6), Kumpf (13).

SV Werder Bremen: Grützmacher, Rathjen; Kohlmeier, Gerdes (1), Begemann (2), Abbes (1), Butler (6), Birkenfeld (1), Heyner (1).

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier vom 02.11.15


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