Dez 2015 03

Habenhausens Handballerinnen verlieren Oberliga-Derby bei der SG Findorff 20:24

Das Geburtstagsgeschenk für Svenja Wencelides konnte sich sehen lassen. Just an ihrem 29. Wiegenfest kam die Allrounderin der SG Findorff nicht mehr aus dem Strahlen heraus. Sie kreiselte im Lokalderby der Handball-Oberliga Nordsee die Abwehr des ATSV Habenhausen schwindelig und netzte sechs Minuten vor Schluss zum 21:19 ein. Damit hatte sie den Grundstein für den verdienten 24:20 (10:10)-Heimsieg des Aufsteigers über den Platzhirschen aus dem Bremer Süden gelegt.

Handball © Olaf Kowalzik

Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher war mit dem Auftritt ihres Teams nicht zufrieden. (Olaf Kowalzik)

Der Schriftzug „Petrus-Halle“ am neuen Übergangsdomizil der Findorfferinnen bekam für die Gastgeberinnen plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Mit dem wichtigen Sieg im Nachbarschaftsderby, dem ersten in der neuen Halle, beförderten sie sich in den siebten Himmel. Die Talfahrt von zuvor 0:6 Punkten war gebremst und der Abstand zur abstiegsgefährdeten Zone wieder erhöht worden.

Die Gäste standen dagegen wie die begossenen Pudel da. „Das war schon bitter, die Absprache in der Abwehr hatte überhaupt nicht funktioniert“, bemängelte Torfrau Bryana Newbern, die einzig gute Habenhauserin an diesem Abend. Genau wie Magdalena Riecken auf der anderen Seite lieferte sie eine tadellose Leistung ab. Gegen die vielen Treffer von der Nahwurfzone war Newbern aber oft machtlos.

Auffällig auf Findorffer Seite war vor allem Luisa Heinen. Die Kreisläuferin traf sieben Mal ins Schwarze, holte einige Strafwürfe heraus und musste obendrein auch noch kräftig einstecken. „Bei solch einem Ergebnis tut das aber nicht weh“, sagte sie. „Wir hatten Luisa bewusst gesucht und zusätzlich mit Einläufern an den Kreis gearbeitet“, sah sich „Füchse“-Trainerin Annika Bartels in ihrer Taktik bestätigt.

Ansonsten waren im Derby vor allem viele Ballverluste und technische Fehler Trumpf. Beide Mannschaften gingen ein enorm hohes Tempo, sie verloren in der kampfbetonten Partie aber auch häufig den Ball. „Einige meiner Spielerinnen haben die Schnelligkeit wohl mit der Hektik verwechselt“, fand Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher und traf damit den Nagel voll auf den Kopf. Das galt zwar auch für die Gastgeberinnen, angesichts des größeren Kaders konnten die sich das aber auch eher leisten.

Letztendlich war der Findorffer Erfolg verdient, weil sie nur bis zum 3:4 in Rückstand lagen. Danach hatten sie die Nase meist vorn. So führten sie im ersten Durchgang mit 10:7 (20.), bevor der ATSV sein Abwehrzentrum massiver stellte und Dörte Kalkowski (2) sowie Christine Köster zum 10:10-Pausenstand trafen.

Nach dem Seitenwechsel war es das Rückraum-Kreis-Tandem Julia Bindhammer (2) und „Lulu“ Heinen (2), das aus dem 13:13 ein 17:14 machte (41.). „Ihr könnt den Kreis doch nicht bei siebeneinhalb Metern anspielen lassen, ohne dazwischen zu stehen“, pfiff „Zille“ Wannmacher ihr Team von der Außenlinie an. Das Habenhauser 19:20 von Christine Köster blieb nur ein Hoffnungsschimmer, danach machte Torfrau „Maggie“ Riecken ihren Kasten fast komplett zu, während Svenja Wencelides, Tanja Wolf (2/1) und Sina Linda auf der Gegenseite zur vorentscheidenden 24:19-Führung trafen (58.).

SG Findorff: Riecken, Worthmann; Sponholz (1), Brümmel, Pelz, Wessels (4), Wencelides (1), Lenkeit (3), Wolf (3), Schreiber, Linda (1/1), Bindhammer (4/2), Heinen (7), Wörz

ATSV Habenhausen: Newbern, Preuß; Köster (6/2), Kalkowski (5/1), Lange, Kumpf (2), Peek (3), Behnken (3), Leder, Abbes (1), Konconrek

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier 03.12.15


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