Dez 2015 07

Drittliga-Handballer feiern mit dem 25:23 über Schalksmühle-Halver ihren zweiten Saisonerfolg

Hoffnung keimt wieder auf – auch wenn es nur eine kleine ist. Drittliga-Handballer ATSV Habenhausen, Schlusslicht in der Tabelle, setzte sich am Sonntag zuhause gegen den Tabellenachten SG Schalksmühle-Halver völlig verdient mit 25:23 (15:12) durch. Damit verbarg sich hinter dem sechsten Türchen des ATSV-Adventskalenders der zweite Saisonsieg – endlich.

Handball ATSV Habenhausen Tim Steghofer © Olaf Kowalzik

Nicht aufzuhalten: Tim Steghofer (rechts) war Habenhausens erfolgreichster Werfer gegen Schalksmühle. (Olaf Kowalzik)

„Für die Moral war der Sieg ganz wichtig“, stellte Habenhausens Trainer Lars Müller-Dormann fest. In der Tabelle wirkt er sich aber kaum aus. Der zweite Heimsieg der laufenden Serie lässt das Pluspunktekonto der Bremer auf magere vier Zähler anwachsen, das hatten sie sich zum Saisonbeginn beileibe rosiger ausgemalt, das rettende Ufer ist zurzeit vier Zähler entfernt.

„Wenn wir wieder zur Fahrstuhlmannschaft werden sollten, müssen wir das eben akzeptieren“, bleibt Habenhausens Sportlicher Leiter Hartmut Engelke gelassen. „Das ist ja letztlich auch unserem Mini-Etat, dem schmalsten in der dritten Liga, geschuldet.“ Beim Schlusslicht der Liga spielen fast nur Eigengewächse. „Lauter Habenhauser Jungs“, wie sie nach dem Abpfiff grölten.

Gegen Schalksmühle-Halver spielten die Habenhausener allerdings sehr engagiert. Für den richtigen Dampf sorgte im Rückraum vor allem der Kapitän Björn Wähmann, der allen voranging. Aber auch Mattes Helbig zeigte sich auf beiden Halbpositionen deutlich verbessert. Ihm hat der Aufstieg in die dritte Liga sichtbar gut getan. Am Kreis musste sich der 1,75 Meter große Marcel Fischer gefühlt haben, als wäre Gulliver gerade ins Hobbit-Land gestürmt. Er durfte sich im Angriff am 2,02 Meter großen polnischen Ex-Nationalspieler Maciej Dmytruszynski austoben, dem er bestenfalls bis zur Schulter reichte.

„So etwas bin ich ja die gesamte Saison gewohnt, da weiß ich mich schon zu wehren“, sagte der 80-Kilogramm-Nahwurfzonenspezialist. Prompt netzte er zweimal zum 2:0-Vorsprung ein – der Start-Ziel-Sieg nahm überraschend seinen Lauf. Auch später ließ Marcel Fischer den schwergewichtigen polnischen Zungenbrecher mehrfach alt aussehen und holte einige Siebenmeter heraus.

Den Grundstein zum Sieg legte der Gastgeber allerdings in einer starken Verteidigung, in der vor allem Björn Wähmann, Yannick Schäfer und Mattes Helbig im Innenblock einen starke Leistung zeigten. Dahinter kaufte Olaf Abshagen den Sauerländern einige gute Torchancen ab. „Wir waren schon so oft dran, diesmal haben wir aber über die gesamte Spielzeit gezeigt, dass wir es können“, sagte Trainer Lars Müller-Dormann zufrieden. Logisch, denn seine Mannschaft setzte sich nach dem 9:6 innerhalb von knapp vier Minuten auf 13:6 ab (22.).

Danach ließen die Habenhauser die Gäste nie näher als auf zwei Tore an sich heran. Fünf Minuten vor Schluss, als Hauke Marien per Konter mutterseelenallein zum 25:20 traf, schienen die Würfel sogar schon gefallen zu sein. Aber dem war nicht so. Auf einmal kamen bei den Habenhauser Jungs offensichtlich Zweifel an der eigenen Courage auf. Schalksmühle nutzte das und schloss bis zum 23:25 auf. Es reichte trotzdem irgendwie für den ATSV.

„Wir haben über mindestens 45 Minuten stark gespielt“, war Habenhausens vierfacher Torschütze Yannick Schäfer rundum zufrieden. Am Ende ließen die Hausherren das Leder dann bis zum Zeitspiel durch ihre Reihen laufen und machten den Gegner damit mürbe. „Selbst damit haben wir alles richtig gemacht – oder?“, fragte „Schäfi“ und grinste über das ganze Gesicht.

ATSV Habenhausen: Abshagen, Voß, Wessels; Helbig (3), Fischer (2), B. Wähmann (4/1), Rudolph, Schäfer (4), Meier (2), M. Wähmann (3/1), Schulat, Marien (1) Müller, Steghofer (6/2)

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier 07.12.15


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