Dez 2015 10

Der ATSV Habenhausen gründet eine Tischtennis-Gruppe für Rollstuhlfahrer

Viele reden darüber, wenige tun etwas. Anders der ATSV Habenhausen, der bei der Integration von Behinderten im Sport aktiv geworden ist. „Unsere Tischtennis-Abteilung ist dabei, eine Gruppe für Rollstuhlfahrer zu gründen“, erzählt Uwe Hermann, der Präsident des ATSV. Doch die Idee dazu kam von auswärts, genauer: Von Jens Völlmert, einem 32-jährigen Bürokaufmann, der von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Flyer Rolli TTJens Völlmert ist eigentlich Hamburger. In der Hansestadt an der Elbe hatte er in seinem „Rolli“ schon Tischtennis gespielt, sogar in einer richtigen Punktrunde. „Das gibt es dort seit Jahren, es haben sich einige Mannschaften für Rollstuhl-Tischtennis gebildet“, erzählt Völlmert. Doch vor zwei Jahren verschlug es ihn beruflich von der Elbe an die Weser, guter Rat war teuer. „Irgendwann hatte ich es satt, immer zum Training nach Hamburg zu fahren“, sagt Jens Völlmert. Also machte er sich in Bremen auf die Suche. Und wurde beim ATSV Habenhausen fündig. „Die Hinni-Schwenker-Halle erfüllte alle Voraussetzungen“, stellte Völlmert fest. Ein großer Parkplatz, barrierefreier Zugang bis in die Halle, eine behindertengerechte Toilette, alles passte. Und das Gespräch mit dem Vorsitzenden Uwe Hermann verlief ebenfalls positiv. „Wir waren sofort überzeugt, etwas Gutes zu tun“, sagt der 54-Jährige. Abteilungsleiter Sebastian Pook war ebenfalls sofort bereit, und mit Daniel Henrichs fand man auch einen Trainer, der bereit war, sich um die Rollstuhl-Spieler zu kümmern.

Inzwischen sind es drei. Zu Jens Völlmert gesellten sich René Körber und Ralph Forweignon, kennengelernt hat man sich in der Behinderten-Sportgruppe, die sich regelmäßig im Berufsbildungswerk in Horn trifft. Inzwischen spielen sie zweimal pro Woche in Habenhausen, inmitten des Trainingsbetriebs der Tischtennis-Abteilung ist für sie auch eine Platte reserviert. „Erstaunlich, wie gut das in den Rollstühlen funktioniert“, sagt Trainer Henrichs und ist überzeugt: „Tischtennis eignet sich gut für Rollstuhlfahrer, weil man sehr viel dicht an der Platte machen kann.“

Die Regeln sind identisch mit den normalen Tischtennis-Bestimmungen, mit einer Ausnahme: „Die Angaben müssen relativ gerade gemacht werden. Bälle, die den Gegner cross von der Platte wegtreiben, sind nicht erlaubt“, erläutert Jens Völlmert.. In anderen Städten ist man schon weiter. Da gibt es bereits Behinderten-Klassen von eins bis fünf. „Je nachdem, wie weit man sich noch bewegen kann“, erläutert Ralph Forweignon.

Von Heinz Fricke – Weser-Kurier 10.12.15


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