Dez 2015 18

Habenhausen.Pünktlich zur Weihnachtszeit befinden sich die Handball-Frauen des ATSV Habenhausen in der Oberliga Nordsee wieder voll auf Kurs. Einen Platz unter den ersten Fünf peilen die Weiß-Blauen in der aktuellen Saison an. Nach dem 25:22 (13:11)-Erfolg im letzten Heimspiel des Jahres über den Tabellennachbarn HSG Wilhelmshaven haben sie den vierten Rang (13:9 Punkte) verdient verteidigt. Alles also in Butter beim ATSV Habenhausen? Mitnichten. Bei seiner Linkshänderin Insa Klün wurde der befürchtete Bruch zwischen dem Mittelfinger und dem Zeigefinger an der Wurfhand diagnostiziert, mit dem sie etwa sechs bis zehn Wochen ausfallen wird. „Sie wird uns wohl erst Ende Januar gegen den TV Cloppenburg wieder zur Verfügung stehen“, sagte ATSV-Trainerin Corinna Wannmacher.

Mit Viola Pleines zauberte sie jedoch einen kurzfristigen Ersatz aus dem Hut, der sich nach einer rund eineinhalbjährigen Pause erstmals wieder auf das Parkett wagte. Damit konnte der Routinier freilich (noch) keine Bäume ausreißen, „ihre Präsenz hat meiner Mannschaft aber richtig gut getan“, meinte Wannmacher. Die zeitlich befristete Aushilfe wird ihr allerdings schon in der kommenden Woche wieder fehlen, um dann im ersten Spiel des neuen Jahres gegen den VfL Oldenburg noch einmal mit von der Partie zu sein.

Nach schlechtem Start (1:5) berappelten sich die Gastgeberinnen und lieferten dem Tabellendritten eine Begegnung auf Messers Schneide (5:5). Dabei brachten sie sich allerdings mit vielen Schwächen in der zweiten Welle selbst um die Früchte der Arbeit. „Anstatt konsequent abzuschließen, haben wir bis zum Ballverlust gekreuzt oder abgespielt“, bemängelte die Habenhauser Trainerin.

Abwehr verbessert sich

Sauer war Corinna Wannmacher direkt nach dem Wiederanpfiff, als ihre Mannschaft diese binnen kürzester Zeit mit dem 13:13 verspielte. Danach blieb es bis zum 17:17 weiter hochdramatisch. Nichtsdestotrotz stand die Habenhauser Abwehr allmählich wesentlich besser als noch im ersten Durchgang, was auch ihrer immer stärker werdenden Torfrau Bryana Newbern guttat. Im Angriff übernahm wiederum Anna-Lisa Behnken die Verantwortung, obwohl sie vermehrt auf Halblinks anstatt wie gewohnt im mittleren Rückraum zum Einsatz kam. Sie nutzte die Lücken, die ihr die Kreisläuferin Ann-Kathrin Abbes immer wieder freisperrte und traf insgesamt sechsmal ins Schwarze. Aber auch sonst spielten die Südbremerinnen die auf die 5:1-Formation umgestellte Wilhelmshavener Abwehr zusehends cleverer und effektiver aus. Als sich die Gastgeberinnen dann auch noch auf 22:19 absetzten, waren die Würfel gefallen. Die Habenhauser „Deerns“ verteidigten diesen Vorsprung ins Ziel und rückten damit dem Tabelllendritten aus der Jadestadt bis auf zwei Punkte zu Leibe.

Im letzten Spiel des Jahres, am Sonnabend um 18 Uhr beim Spitzenreiter SFN Vechta (Schulzentrum Nord), wartet auf den ATSV Habenhausen jetzt aber noch eine richtig schwer zu knackende Nuss. Corinna Wannmacher ist davor nicht bange: „Die Teams stehen ja schließlich da oben, um auch einmal geschlagen zu werden“, zeigt sie sich völlig selbstbewusst. Schließlich war die HSG Wilhelmshaven die bislang einzige Mannschaft, die dem Ligaprimus die bislang einzige Niederlage (34:27) zufügen konnte. Das geschah allerdings in der Jadestadt und nicht in der Reitermetropole des Drittliga-Absteigers aus Vechta.

ATSV Habenhausen: Rüther, Newbern; Köster (1), Kalkowski (6/3), Lange (3), Kumpf (2), Peek (4/1), Behnken (6), Leder (2), Abbes (1), Pleines.

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier 18.12.15


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