Jan 2016 28

Habenhauser Oberliga-Handballerinnen nach 27:26 über Cloppenburg Tabellendritter

Der 27:26 (12:16)-Heimsieg des ATSV Habenhausen zerrte an den Nerven. Knapp sechs Sekunden waren im Heimspiel der Handball-Oberliga gegen den TV Cloppenburg zu spielen, als sich Insa Klün an der Mittellinie umdrehte und den Pass zurück auf die eigene Torfrau Bryana Newbern spielte. Eine völlig unnötige Aktion während der offenen Feldabwehr der Niedersachsen, die die Unparteiischen sofort mit dem Androhen des Zeitspiels quittierten. Die vor ihrem eigenen Sechsmeter stehende ATSV-Keeperin reagierte geistesgegenwärtig und schleuderte das Leder weit in die gegnerische Hälfte auf Christine Köster. Die fing es – und irgendwie spulte Habenhausen die verbleibende Zeit dann noch herunter.

Kalkowski beim Sprungwurf © Olaf Kowalzik

Habenhausens Dörte Kalkowski erzielte beim 27:26-Sieg neun Tore. (Olaf Kowalzik)

Damit hatten die Bremerinnen die Revanche für die 15:18-Hinspielniederlage geschafft. Mit 18:10 Punkten zogen sie zum Rückrundenstart an Punkten mit dem Tabellendritten HSG Wilhelmshaven gleich. Die beiden Klubs trennen nur noch sieben Tore.

„Der Sieg war zwar knapp, aber verdient“, sagte Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher. „Wir hatten ja schon vor der Pause bei sechs Holztreffern einiges an Pech gehabt.“ Im ersten Durchgang spielten die sich die Gastgeberinnen nämlich fast schon um Kopf und Kragen. Eigentlich wollten die Weiß-Blauen der einschläfernden Spielweise der Gäste mit einer offensiven 3:2:1-Abwehr entgegen wirken. Das hatte im Training unter der Woche auch ausgezeichnet geklappt.

Im Punktspiel arbeiteten die Habenhauserinnen aber nicht als Team, unterstützten sich gegenseitig zu wenig – und lagen schnell mit 1:4- zurück. Auch die Umstellung nach 20 Spielminuten auf die defensive 6:0-Variante änderte zunächst nichts. „Bis zur pause lief es bei uns überhaupt nicht rund“, gab die ATSV-Trainerin zu. In der Kabine wählte Wannmacher einige klare Worte, um ihr Team wachzurütteln. Das Einfordern des Teamgeistes in der Abwehr setzten ihre Spielerinnen dann auch umgehend um. Sie halfen sich gegenseitig derart engagiert aus, dass Insa Klün bereits beim 19:19 der Ausgleich gelang.

Apropos Insa Klün: Nach dem der Bruch zwischen dem Mittel- und Zeigefinger ihrer Wurfhand wieder verheilt ist, lieferte sie eine richtig starke Leistung ab. Vorne hatte sie die Verantwortung übernommen und hinten noch eine Schippe draufgelegt. „Sie hat nach ihrer Zwangspause wieder toll ins Spiel gefunden“, spendierte ihr ihre Trainerin ein Sonderlob.

Umso ärgerlicher war bei den Gastgeberinnen der Ausfall ihrer Spielmacherin Anna-Lisa Behnken, die sich im harten Zweikampf in der 45. Minute vermutlich einen Bänderriss zugezogen hat. Und da Maike Leder krank auf der Bank saß, musste der ATSV Habenhausen von da an mit drei Linkshänderinnen (Katharina Kumpf, Dörte Kalkowski, Insa Klün) zeitgleich ran. Klün machte ihre Aufgabe dabei auf der Angriffsmitte gut, was nach der Pause auch für den Rest des Teams galt.

Nach dem 20:20 setzten sich die Bremerinnen über 22:20 auf 26:23 ab, als die Bohmter Unparteiischen gegen sie zwei Zeitstrafen verhängten. „Das waren gar keine“, bemängelte Corinna Wannmacher. Zum Glück traf Dörte Kalkowski in dieser kritischen Phase bei einfacher Unterzahl zum 27:25 ins Schwarze. Mehr als den Anschlusstreffer schafften die Niedersachsen danach nicht mehr.

ATSV Habenhausen: Newbern, Preuß; Klün (6), Köster (4), Kalkowski (9/5), Lange (3), Kumpf, Peek (1), Behnken (3), Leder (n.e.), Abbes (1).

Von Olaf Kowalzik – Weser Kurier vom 28.01.2016


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