Jan 2016 21

HC Bremen/Hastedet gewinnt unspektakuläres Derby gegen Habenhausen II 29:22

Spannung, Dramatik, ein sich bis zuletzt wehrender Außenseiter – kurz, all das was ein Handball-Derby für die Zuschauer so interessant macht – es fehlte beim jüngsten Nachbarschaftsduell zwischen dem gastgebenden ATSV Habenhausen II und dem HC Bremen/Hastedt. Am Ende stand ein solider 29:22-(15:10)-Sieg der Gäste. Und auch das war wenig aufregend und erwartbar, immerhin war der Aufsteiger im ersten Spiel des Jahres als Spitzenreiter der Verbandsliga Nordsee angereist und trat als ebensolcher auch wieder die Heimreise an.

J. Wiezorrek greift an © Olaf Kowalzik

Jan Wiezorrek lieferte im Hastedter Angriff eine starke Leistung ab. (Olaf Kowalzik)

In der Bewertung des vor 150 Zuschauern ziemlich unspektakulären Spiels waren sich die beiden Trainer einig. „Ich hatte mir schon wesentlich mehr Hitze von meiner Mannschaft erhofft. Wir waren einfach zu brav“, sagte ATSV-Coach Julian Kühn. Und auch Michael Krieter auf Seiten des HC Bremen/Hastedt befand: „Ich war schon ein wenig enttäuscht von Habenhausen und hatte mir mehr Gegenwehr erwartet.“ Ihm blieb aber zumindest die Gewissheit, dass seine Mannschaft sehr souverän auftrat und sich besonders in der Defensive stark präsentierte.

Allen voran Torwart Luca Prieß, der das Fernduell mit seinen Habenhauser Kontrahenten Nils Wilshusen und Thorben Hamann eindeutig für sich entschied und dem Krieter eine fast 50-prozentige Abfangquote bescheinigte. Davor stand eine sehr stabile Abwehr, deren Innenblock von Derk Marien und Felix Fietze glänzend organisiert wurde.

Genau dieser Bereich bereitete Krieters Gegenüber Julian Kühn erheblich mehr Sorgen. Seine Taktik, den körperlich starken Rückraum der Gäste mit einer 4:2-Abwehr entscheidend zu stören, ging nicht auf, „da wir es vor allem auch nicht geschafft haben, den restlichen Raum ordentlich zu verteidigen“. So probierten die Habenhauser in der Defensive vieles aus, während Bremen/Hastedt insbesondere durch das starke Rückraum-Duo Lucas Jachens und Jan Wiezorrek, die zusammen 15 Tore erzielten, Stück für Stück davon zog. Da half es auch wenig, dass Marco Wilhelms im Angriff eine gute Leistung bot und die Habenhauser damit lange im Spiel hielt, und dass Lars von der Heyde in der Abwehr rackerte.

Erst gegen Ende des ersten Durchgangs, als Habenhausen mittlerweile mit einer 6:0-Deckung arbeitete, wähnte sich Kühn kurzzeitig auf dem Weg, den4 Favoriten doch noch ein bisschen zu ärgern. Diese Hoffnung währte nach Wiederanpfiff jedoch nicht lange, denn bis zur 43. Minute waren die Gäste vorentscheidend auf 22:12 enteilt.

Für den HC Bremen/Hastedt hätte das Jahr somit kaum besser beginnen können. Der Tabellenführer scheint für die kommende Aufgabe beim Tabellenvierten Tura Marienhafe (Sonnabend, 19.15) gut vorbereitet zu sein, zumal auch die Verletzten wie Malte Thalmann wieder zur Verfügung stehen.

Für die Habenhauser hält der Spielplan mit dem Auftritt beim Tabellenzweiten VfL Fredenbeck II (Sonntag, 17 Uhr) gleich wieder einen dicken Brocken bereit. Julian Kühn sieht das jedoch eher positiv. „Fredenbeck ist für mich das stärkste Team der Liga. Da können wir nur gewinnen. Auf jeden Fall sollten wir aus dem heutigen Derby unsere Lehren ziehen. Wir müssen gegen spielerisch stärkere Teams mehr investieren, müssen einfach unangenehmer sein. Sollten wir das hinkriegen, bin ich optimistisch.“

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Hamann; Wilhelms (6/2), F. Meier (4), Rudolph (4), Schluroff (3), Nowakowski (2), Ruthke (1), Janssen (1), Stüven (1), von der Heyde, Klün, L. Meier, Besuden.

HC Bremen/Hastedt: Prieß, Schweigart; J. Wiezorrek (8), Jachens (7/1), Marien (4), Fietze (3), K. Wiezorrek (1), Schalk (1), Thalmann (1), Schröder (1), Wilke (1), Wöltjen (1), Seekamp (1).

Von Rainer Jüttner – Weser Kurier vom 21.01.2016


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