Feb 2016 11

Oberliga-Handballerinnen müssen sich Dinklage mit 26:35 geschlagen geben und rutschen auf Rang fünf ab
Ja, was war denn das? Corinna Wannmacher, die Trainerin des ATSV Habenhausen, wollte ihren Augen kaum trauen. Mickrige acht Treffer hatten ihre Oberliga-Handballerinnen im Gastspiel beim TV Dinklage bis zur Pause zustande gebracht (8:18). Da fühlte sie sich unwillkürlich an das Europameisterschafts-Finale der deutschen Männer-Nationalmannschaft erinnert, in dem den Spaniern sogar nur sechs Treffer gegen den DHB gelungen waren. Ein Happy-End gab es für ihre Mannschaft ebenso wenig wie für die Spanier: Der ATSV Habenhausen bezog gegen die Niedersachsen eine 26:35 (8:18)-Klatsche und verlor dadurch seinen vierten Rang.

Wannmacher gestikuliert © Olaf Kowalzik

Auch Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher konnte sich die jüngste Vorstellung ihres Teams nicht erklären. (Olaf Kowalzik)

„Dinklage liegt uns einfach nicht“, versuchte Wannmacher zu erklären. Schon beim 24:23-Hinspielerfolg hatte sich ihre Mannschaft gegen den Tabellennachbarn äußerst schwer getan. Auch früher fielen dem ATSV Habenhausen die Duelle gegen die Gastgeberinnen nicht immer leicht.

Wirklich erklären konnte die Bremer Trainerin das Angriffs- und Abwehrdesaster ihrer Mannschaft allerdings nicht. Vor allem deshalb nicht, weil sie ja durch die Treffer von Insa Klün und Christine Köster mit 3:1 gut aus den Startlöchern gekommen war. In diesen fünf Minuten lief bei den Gästen absolut alles nach Plan. Das hätte Mut geben müssen.

Doch auf einmal riss der Faden beim ATSV Habenhausen völlig ab. „Warum, kann ich auch nicht sagen“, sagte Wannmacher ratlos. Fakt ist, dass ihre Mannschaft in der Abwehr plötzlich immer einen Schritt zu langsam war und zu spät eingegriffen hat, was allein in der ersten Hälfte mit fünf Zeitstrafen sanktioniert wurde. „Wir haben Handball ohne Abwehr gespielt“, stellte die ATSV-Trainerin fest. Dabei muss beachtet werden, dass Bryana Newbern im ATSV-Tor sogar noch einige Hochkaräter der Niedersachsen gehalten hatte. Dafür ließ sie aber auch den ein oder anderen haltbaren Ball durch.

Beim 4:8 griff die Habenhauser Trainerin zum time-out, das zumindest bis zum 8:10-Rückstand einigermaßen Wirkung entfalten konnte. Danach bekamen die Gäste das Runde für rund zehn Minuten überhaupt nicht mehr ins Eckige und gaben dadurch das Spiel frühzeitig aus den Händen (8:18).

In der Pause fuhr Corinna Wannmacher ihre verbale Lautstärke gewaltig hoch, womit sie ihre Spielerinnen offenbar ein wenig aufschreckte. Jetzt stimmte die Körpersprache bei ihnen deutlich mehr, auch der Angriff fasste wieder viel mehr Mut. Der Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen. Die Bremerinnen konnten die zweite Hälfte nun deutlich ausgeglichener gestalten. Für sich gewertet hatten sie diese sogar mit 18:17 für sich entschieden.

Um dem Spiel jedoch noch die erhoffte Wendung zu geben, reichte auch das vorne und hinten nicht aus. „Wir hatten keine Chance, das Spiel zu kippen. Dinklage war wesentlich ballgeiler als wir“, stellte Corinna Wannmacher neidlos fest. „Wir hatten dagegen einen rabenschwarzen Tag erwischt“, fügte die Trainerin hinzu. Jetzt heißt es, die klare Abfuhr abzuschütteln, sich auf die Stärken zu besinnen und es im Heimspiel am Sonnabend um 16 Uhr am Bunnsackerweg gegen den Tabellenneunten SG Friedrichsfehn/Petersfehn deutlich besser zu machen. Das Hinspiel hatten die Bremerinnen mit 30:23 für sich entschieden.

Von Olaf Kowalzik – Weser Kurier vom 11.02.2016

 


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