Feb 2016 22

Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit verliert Habenhausen bei GWD Minden II mit 25:40

Lars Müller-Dormann war nach der 25:40-Klatsche beim TSV GWD Minden II sprachlos. Gerade einmal drei Minuten hatte der Trainer des Handball-Drittligisten ATSV Habenhausen die Halbzeitbesprechung mit seiner Mannschaft geführt, dann war er auch schon wieder draußen. Was sollte er ihr auch schon sagen – nach dem katastrophalen 8:21-Rückstand zur Pause? „Das müssen die Spieler schon unter sich klären“, sagte er – und schwieg. Die Bremer hatten es offenbar unter sich geklärt, denn im zweiten Durchgang zogen sie sich im Ostwestfälischen mit 17:19 wenigstens einigermaßen aus der Affäre. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

M. Wähmann setzt sich durch © Olaf Kowalzik

Gewogen und für zu leicht befunden: Der ATSV Habenhausen um Mirco Wähmann (am Ball) ließ auch beim Auswärtsspiel in Minden die Drittligatauglichkeit vermissen – der Abstieg ist kaum noch zu verhindern. (Olaf Kowalzik)

Zum Trost: Große Auswirkungen hatte der miese Auftritt beim Viertplatzierten ohnehin nicht. Der abgeschlagene Aufsteiger weist neun Spieltage vor dem Saisonende zehn Punkte Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf. Damit scheint für den ATSV, der in 21 Ligaspielen erst dreimal gewonnen hat, der Gang zurück in die Oberliga Nordsee fast besiegelt zu sein.

„Unsere heutige Leistung war auf jeden Fall nicht drittligatauglich“, befand „Dodo“ Müller-Dormann, ohne näher auf die prekäre Lage einzugehen. Die Gespräche über seine Zukunft und die seiner Spieler sind derweil angelaufen. „Ich bin auf alle Fälle bereit, in Habenhausen weiterzumachen. Warum auch nicht?“, gibt der ATSV-Coach zu verstehen. Mehr will oder kann er allerdings noch nicht verraten.

Seine Mannschaft erlebte in Minden gleich in den ersten Minuten ein echtes Waterloo. Nach nur vier Minuten und 49 Sekunden hatte das Leder schon fünfmal im Bremer Netz gezappelt, ohne dass sie selbst auch nur einmal selbst getroffen hatten. „Eigentlich haben wir in der gesamten Hälfte nie wirklich richtig in der Abwehr gestanden“, kritisierte Müller-Dormann die Flut an Kontern, die seine Spieler mit ihren vielen Angriffsfehlern eingeleitet hatten. Zu kopflos und halbherzig hatten die Gäste gespielt. Das Resultat durften Marius Voß und Jannik Wessels ein ums andere Mal in ihrem sechs Quadratmeter großen Arbeitsbereich ausbaden. Reihenweise tauchten die Mindener Angreifer mutterseelenallein vor ihrem Kasten auf.

Die Anschlusstreffer von André Ostermann (2) und Janik Schluroff zum 3:5 (9.) taugten nicht einmal als Hoffnungsfunken, denn wenig später zogen die Hausherren über 13:4 bis zum Seitenwechsel auf deklassierende 13 Treffer Differenz davon. „Mein Team hatte einen kollektiven Blackout“, beschrieb der ATSV-Coach das Desaster. Das setzte sich nach dem Seitenwechsel zumindest in dieser Form nicht mehr fort, da die Gäste jetzt wenigstens phasenweise ihre handballerische Klasse aufblitzen ließen. Etwas Gutes hat das Resultat aber schon: „Wenn wir uns schon am Sonntag zuhause gegen Soest für die ärgerliche 23:26-Hinspielniederlage revanchieren wollen, dann haben wir jetzt gleich einen doppelten Grund für eine Wiedergutmachung“, sagte Lars Müller-Dormann.

Von Olaf Kowalzik – Weser Kurier 22.02.2016


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