Feb 2016 25

Oberliga-Handballerinnen saft- und kraftlos beim 22:27 in Elsfleth

Es scheint so, als ginge die Saison für die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen allmählich zuende. Nicht erst bei der 22:27 (11:11)-Niederlage beim Elsflether TB wirkten die Gäste über weite Strecken völlig antriebslos und kraftlos. „Unser Spiel plätschert zurzeit nur so dahin“, stellt die Habenhauser Trainerin Corinna Wannmacher entsetzt fest. Die Tabellensituation scheint dabei auf ihre Mannschaft lähmend zu wirken, denn mit elf Punkten Abstand auf das Führungsduo kann der Viertplatzierte mittlerweile nach oben absolut nichts mehr beschicken.Und auch der Abstiegskampf scheint mit 20:14 Zählern meilenweit entfernt zu sein. Dabei sind immer noch neun Spiele zu absolvieren. Verdenken kann man den Weiß-Blauen den Spannungsabfall trotzdem nicht, auch wenn sie sich damit noch um ihren guten vorderen Rang bringen könnten. Denn die Belastung ist beim knappen ATSV-Aufgebot nicht von Pappe.

Und als wäre der Kader der Südbremerinnen nicht schon schmal genug, wurde bei ihrer Rückraumspielerin Insa Klün unter der Woche auch noch der befürchtete Kreuzbandriss im rechten Knie diagnostiziert. Für die Linkshänderin ist das gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Saison. Es ist ein Ausfall, an dem sowohl der Blondschopf selbst als auch der ATSV Habenhausen im Rückraum kräftig zu knabbern hat.

Nicht auszudenken, wenn es jetzt noch eine weitere Habenhauserin erwischt: Maike Leder war nämlich in der Elsflether Stadthalle nach rund 35 Minuten umgeknickt und anschließend mit ihrem maladen Knöchel bis zum Abpfiff ausgefallen. Ein längerer Ausfall würde in Zukunft zusätzlich an den Kräften des ATSV Habenhausen zerren.

Trotzdem konnte Wannmacher mit der ersten Hälfte ihrer Mannschaft noch irgendwie leben. Der 11:11-Pausenstand war zwar ebenso wenig das Gelbe vom Ei wie die Spielleistung ihres Teams, es gab aber ja auch noch reichlich Luft nach oben. Wie auch das Ergebnis alle Möglichkeiten offen ließ. Vor allem dann, als sich die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel auf 15:12 absetzten, schien es richtig aufwärts zu gehen. „Danach war bei uns aber der Faden gerissen“, konstatierte die Habenhauser Trainerin, deren Team dank eines Fünferpacks mit 15:17 ins Hintertreffen geriet. Trotzdem blieben die Gäste bis zum 18:19 an den Niedersachsen dran, bevor sie vorentscheidend auf 18:23 zurückfielen.

„Die fehlende Backe darf für uns keine Ausrede sein“, wehrte Corinna Wannmacher ab. Sie monierte den fehlenden Druck, den ihre Mannschaft mit ihrem körperlosen Spiel gar nicht erst auf die Elsflether Nahtstellen aufkommen ließ. „Nicht von ungefähr hat Elsfleth nur eine Zeitstrafe kassiert. Das ist der Hammer!“, sagt sie.

Es war aber nicht nur das körperlose Spiel, auch die ATSV-Angriffe selbst wurden viel zu überhastet oder unkonzentriert abgeschlossen. Der Habenhauser Abwehr mangelte es wiederum am nötigen Umschaltspiel. Die 13/5 Tore, die die Elsflether Torjägerin Jennifer Adami ihrem Gegner trotz Sonderbewachung ins Netz fegte, waren dagegen nicht das Problem. Die Niedersachsen schirmten sie beim Freiwurf immer wieder mit einem guten Block ab, hinter dem sie kraftvoll hochstieg und traf. „Das macht sie aber wirklich super“, lobte Corinna Wannmacher die gegnerische Tormaschine.

Am Sonnabend gastiert der ATSV Habenhausen um 18 Uhr beim VfL Stade. Der Tabellenzweite will Meister werden und stellt für die Südbremerinnen daher eine ganz andere Hausnummer dar. Corinna Wannmacher sieht dem gelassen entgegen: „Stade ist für uns eigentlich ein gutes Pflaster“, zwinkerte sie entspannt.

Von Olaf Kowalzik – Weser Kurier vom 25.02.2016

 


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