Mrz 2016 10

Zehn Sekunden vor Schluss sichert ihr Tor den Habenhauser 19:18-Sieg über Oyten II

Die Spannung hielt bis zum Schluss: Zehn Sekunden, bevor die Uhr ablief, spielten die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen Katharina Kumpf frei. Die Linkshänderin ließ sich auf Rechtsaußen nicht lumpen und zimmerte den Ball der Oytener Torfrau Romina Kahler zum 19:18 (11:10)-Endstand in die Maschen. Danach strahlten die Gastgeberinnen in allen Varianten. „Natürlich war unser Sieg etwas glücklich gewesen“, sagte Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher. „Er war aber auch ganz bestimmt nicht unverdient.“ Verständlich, denn die Gastgeberinnen hatten nicht nur auf Sabine Peek, sondern nach dem ersten Treffer auch auf ihre Linkshänderin Dörte Kalkowski verzichten müssen, die wegen Knieproblemen bereits nach wenigen Minuten passen musste. Der TV Oyten II hatte alles mobilisiert, was ihm im Kampf um den Klassenerhalt die überlebenswichtigen Punkte garantiert. Daher hatte er im „Nachbarschaftsderby“ auf die Drittliga-Kaderspielerinnen Romina Kahler, Pia Franke und Lena Schulz zurückgegriffen.

Kumpf wird attackiert © Olaf Kowalzik

Katharina Kumpf (mit Ball) erzielte zehn Sekunden vor Schluss das 19:18. (Olaf Kowalzik)

Wannmacher geht zum Saisonende

Der Abschied von Wannmacher wurde derweil von ihrem Team versüßt. Sie wird den Viertligisten zum Saisonende auf eigenem Wunsch verlassen. Als Nachfolger steht ihr bisheriger Co-Trainer Marcel Klische schon fest. „Bei mir ist der Akku völlig leer, ich brauche einmal mehr Zeit für mich“, sagt sie nach 40 Jahren, in denen sich alles nur um den kleinen Ball gedreht hat. 30 Jahre davon als Spielerin, in denen sie mit dem TuS Walle unter anderem den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte. Zehn weitere Jahre war sie als Trainerin aktiv, darunter vier Jahre beim ATSV Habenhausen.

Ihr Saisonziel, mit dem knappen Aufgebot unter die ersten Fünf zu kommen, bleibt weiterhin greifbar. Sieben Spieltage vor dem Saisonende nimmt der ATSV Habenhausen genau diese Platzierung ein (22:16 Zähler), gefolgt vom drei Punkte entfernten Elsflether TB. Selbst der dritte Rang, den die Südbremerinnen im Optimalfall erreichen können, ist von ihnen lediglich drei Punkte entfernt.

Mit ihrer starken Abwehrarbeit hatten sie den TV Oyten entscheidend geknackt. Den Verlust der etatmäßigen Zentrumsspielerin Sabine Peek hatten Ann-Kathrin Abbes und Karina Schiege wettgemacht, hinter dem starken Deckungsverband sicherte die ebenfalls überzeugende Ex-Oytenerin Bryana Newbern mit klasse Paraden zusätzlich ab. Dass sich die Gastgeberinnen in eigener Halle trotzdem nicht absetzen konnten, lag immer wieder an den exzellenten Paraden der TVO-Torfrau Romina Kahler. Daher sah es für die Südbremerinnen beim 6:10-Rückstand auch zunächst nicht so gut aus. Sie drehten den Spielstand jedoch mit einem enormen Zwischenspurt bis zum Halbzeitpfiff zum 11:10 um.

Der zweite Durchgang verlief ähnlich wie der erste. Zunächst waren es wieder die Niedersachsen, die den Ton bis zum 18:15 angaben. Beim 16:18 griff Wannmacher schließlich zur Auszeit und ordnete je eine Sonderbewachung gegen Lena Schulz und Pia Franke an (55.). Im verbliebenen Viererblock leisteten außerdem Jana Sell, Karina Schiege, die starke Christin Lange und Ann-Kathrin Abbes den unglaublichen Rest der schweren Arbeit.

Die Wende ließ daher nicht lange auf sich warten. Christin Lange verkürzte zum 17:18, danach sorgte Christine Köster per Strafwurf für das 18:18 – und dann kam Kumpf. Am Sonntag tritt Habenhausen um 17 Uhr beim Tabellenachten BV Garrel an.

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier 10.03.2016


Impressum | Powered by Testroom