Apr 2016 11

Frühere Arster Torhüterin sichert Habenhausen im Derby mit tollen Paraden den knappen 26:24-Erfolg

Die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen wussten genau, bei wem sie sich nach dem 16:14 (8:7)-Derbysieg über den TuS Komet Arsten bedanken mussten. Mit dem Schlusspfiff stürmten sie auf ihre Torfrau Bryana Newbern zu und nahmen sie begeistert in ihre Mitte. Gemeinsam wurde gefeiert und getanzt. Es war für die stark abstiegsgefährdeten Gäste aus Arsten bitter, dass ihnen ausgerechnet ihre ehemalige Mitspielerin den entscheidenden Zahn gezogen hatte. Mit acht klasse Paraden in der Schlussviertelstunde, darunter ein Siebenmeter, hatte sie dem Rivalen jenseits der Autobahnbrücke die vielleicht schon allerletzte Hoffnung auf den Klassenerhalt genommen.

Handball Habenhausen © Kowalzik

Die Oberliga-Handballerinnen des TuS Komet Arsten mühten sich in der Abwehr nach Leibeskräften, doch im Angriff ließen sie zu viele Chancen liegen. Auf unserem Bild kann sich Habenhausens vierfache Torschützin Dörte Kalkowski nur mühsam durchsetzen. (Kowalzik)

„Wer so schlecht wirft, der hat den Punkt auch nicht verdient“, wischte Arstens Trainer Marc Winter die Leistung von „Bry“ Newbern schlichtweg zur Seite. „Wir sind an der Niederlage ganz allein schuld, da wir immer nur halbhoch geworfen haben“, sagte er.

Wie dem auch sei: Während Marc Winter sein Team in seinem Abschiedsjahr vermutlich wieder in die Landesliga zurückführt, mit der er vor zwölf Jahren bis in die dritte Liga durchgestartet war, tritt sein Gegenüber Corinna Wannmacher mit einem Lächeln von der Habenhauser Oberliga-Bühne ab: „In vier Oberliga-Jahren habe ich nie gegen Arsten verloren“, strahlte sie. So lässt sich die Pause nach der Saison genießen.

Bitter war das Ganze für die Arster Torsteherin Swantje Boettcher, die an ihrem Geburtstag ebenfalls die überragende Spielerin in ihrem Team war, ohne dass das am Ende irgendwie von Belang war. Sie griff sich die Blumen, die ihr die Mitspielerinnen geschenkt hatten, und ging in Richtung Kabine. „Da habe ich den Geburtstagswunsch an mein Team wohl nicht genau genug formuliert“, schmunzelte sie dennoch etwas.

Das Nachbarschaftsderby selbst erinnerte an den Handball aus den achtziger Jahren, so wenig Tore brachten beide Mannschaften zustande. Die Gastgeberinnen erwischten mit dem 6:1 den weitaus besseren Start, bei dem vor allem die rechte Flanke mit Dörte Kalkowski und Katharina Kumpf überzeugend auftrumpfte (16.). Arsten hatte bis dahin bereits seinen Routinier Sandra Winter per Roter Karte verloren, die Sabine Peek frei durch zu hart gefoult hatte.

Nach dem 8:3 von Maike Leder stellte der ATSV dann das Tore werfen für fünf Minuten ein, sodass Arsten zur Pause durch Bente Rave, Mirja Kahle, Marie-Josephine Mücke und Friederike Folda wieder massive Hoffnungen schöpfte (7:8). „Das tat gar nicht Not“, kommentierte Zille“ Wannnmacher den geschmolzenen, hauchdünnen ATSV-Vorsprung.

Sie durfte auch nach dem Seitenwechsel weiter zittern, als ihre Mannschaft nach der 13:10-Führung von Christine Köster abermals das Tore werfen einstellte (45.). Christin Meyer und Marie-Josephine Mücke (2) nutzten das zum 13:13 aus (52.). Die Wende gelang den Arsterinnen trotzdem nicht, da sie selbst in Überzahl immer wieder an Bryana Newbern scheiterten.

Die letzte Arster Hoffnung starb 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff, als sich Habenhausens Rückraumschützin Christine Köster ein Herz fasste und ihr Sprungwurf zum 16:14-Endstand im Arster Netz zappelte. „Die Schiedsrichter hatten schon längst Zeitspiel angezeigt, daher blieb mir keine andere Wahl“, lachte sie. „Am Ende hatte ich aber wohl auch etwas Glück gehabt.“

Weser Kurier vom 11.04.2016 – Von Olaf Kowalzik


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