Apr 2016 21

Wettbewerb der Sparkasse
Ein Wettbewerb der Sparkasse fördert 83 Initiativen und Vereine aus verschiedenen Bremer Stadtteilen. Am Dienstag wurden die Preisgelder für Kinder- und Jugendförderung verteilt.

Ehrung Bremen macht Helden Sparkasse

Im vierten Stock des Sparkassen-Finanzzentrums am Brill stand vergangene Woche noch eine Gremiensitzung auf dem Programm. Am Dienstag tummelten sich dort aber nicht nur Aufsichts- und Verwaltungsratsmitglieder, sondern auch Bremerinnen und Bremer im Strickpulli, Drittklässerinnen oder Jugendliche im Muskelshirt.

Grund für das vielfältige Publikum: Die Sparkasse Bremen hatte zu einer Feierstunde geladen, um die Gewinner eines Wettbewerbs mit Preisgeldern für Kinder- und Jugendförderung zu ehren. Darunter waren beispielsweise Kraftsportler von der Sportinitiative Hood-Training aus Tenever oder eine Breakdance-Crew aus Habenhausen. Von wenigen Hundert bis zu ein paar Tausend Euro rangierten die Preisgelder für die Gewinner des Wettbewerbs.

Insgesamt bekamen 83 Projekte eine Zusage der Sparkasse für finanzielle Förderung. Rund 150 Bewerbungen seien bis zur Einsendefrist im vergangenen Oktober eingegangen, teilte das Kreditinstitut mit. Daraus habe eine siebenköpfige Jury mit Vertretern aus Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung die Preisträger ausgewählt.

Einsatz für Kinder

Bei der jährlichen Aktion, die seit 2009 stattfindet, vergibt die Sparkasse Bremen 100 000 Euro, die aus einem Sonderfond stammen. Maßgabe für die Preisträger sei, dass sie sich in vorbildlicher Weise für Kinder und Jugendliche einsetzten, sagte Sparkassen-Vorstandsmitglied Thomas Fürst, der sich am Dienstag für das Engagement bedankte. „Die Menschen, die hier heute versammelt sind, leisten einen wertvollen Beitrag für die Zukunft Bremens, verfügen über kreative Ideen, Idealismus und Entschlossenheit“, sagte er.

Neben der Jugendförderung im Rahmen dieses Wettbewerbs gibt das Bremen Geldinstitut nach eigenen Angaben jährlich insgesamt etwa vier Millionen Euro für Wettbewerbe, Preise, Spenden, Sponsorings, Stiftungen und Förderpreise aus. Das Geld stammt aus den Gewinnüberschüssen, die jährlich erwirtschaftet werden.

Jährlicher Wettbewerb

Die aktuellsten Zahlen zur Verteilung der Gelder kommen aus dem Geschäftsjahr 2014. Damals seien 550 „gemeinwohlorientierte Projekte, Vereine und Institutionen“ finanziell gefördert worden, teilt die Sparkasse Bremen mit. Ein Drittel der Summe sei in den Kulturbereich gegangen, ein Viertel in den Bereich Soziales, je etwa zwölf Prozent in Bildung und Wissenschaft und in den Sparten Umwelt und Sport landeten jeweils fünf Prozent.

Das Leitmotiv der freien Sparkassen ist die Gemeinwohlorientierung. So steht es nach eigenen Angaben auch in deren Satzung. Die Sparkasse Bremen wurde 1825 als Bürgerinitiative gegründet. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands ist sie, gemessen an der Bilanzsumme, die zehntgrößte der 409 Sparkassen in Deutschland. Hundertprozentiger Aktionär der Sparkasse Bremen AG ist der wirtschaftliche Verein, der seit 2004 als Finanzholding der Sparkasse in Bremen firmiert.

Der jährliche Wettbewerb um die Fördergelder läuft seit 2009 unter dem Titel „Bremen macht Helden“. Auch für nächstes Jahr können Interessierte für Projekte im Bereich Kinder- und Jugendförderung bereits einen Förderantrag stellen.

MUSIKWORKSHOPS FÜR GEFLÜCHTETE

„Let’s Play“ bekommt 1500 Euro

Bremen macht Helden - Preisverleihung Sparkasse © Christina Kuhaupt

„Let’s Play“ will Musikinstrumente für Geflüchtete anschaffen. (Christina Kuhaupt)

Die Workshopreihe „Let’s Play“ will mit dem Geld Musikinstrumente für Geflüchtete im Übergangswohnheim Gröpelingen anschaffen. „Wir wollen das mehrsprachliche Zusammensein fördern und Abwechslung in den Alltag bringen“, sagt Teresa Pfizenmaier (Zweite von links), sie ist Leiterin des Übergangswohnheims der Arbeiterwohlfahrt am Schiffbauerweg. Der Anschaffung von sechs Percussioninstrumenten und zwei auch in Syrien gebräuchlichen Saiteninstrumenten steht nun nichts mehr im Wege. „Viele haben in ihrer Zeit vor der Flucht auch Musik gemacht“, sagt Pfizenmaier. Geflüchtete sollen die Instrumente auch außerhalb der Workshops ausleihen können. Aber auch andere Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft sollen sich beteiligen können.

TANZEVENT FÜR INTEGRATION

1500 Euro für Escaflow-Breaker

Bremen macht Helden - Preisverleihung Sparkasse © Christina Kuhaupt

Die Jungs von Escaflow-Family wollen mit dem Geld eine Breakdance-Veranstaltung organisieren. (Christina Kuhaupt)

Seit 2005 gibt es die Breakdance-Gruppe um die Jungs von Escaflow-Family. Sie trainieren zweimal die Woche in Räumen des ATSV Habenhausen. Mit dem Geld wollen sie eine Breakdance-Veranstaltung organisieren, einen Wettbewerb für junge Tänzer, die sich dem Hip Hop verbunden fühlen. „Wir sind ein bunter Haufen. Türken, Russen, Afghanen und viele mehr“, sagt Tanzlehrer Matthias Dollner (hinten links). „Wir haben oft Besuch von Menschen, die aus Syrien kommen und im Flüchtlingsheim in der Nähe des Trainingsraums wohnen.“ Beim gemeinsamen Tanzen kämen verschiedene Sprachen zusammen, sagt Dollner. „Tanzschritte kann man einfach nachmachen, da gibt es keine Sprachbarrieren. Mit der Veranstaltung wollen wir Leute zusammenbringen.“

Hier geht es zur Galerie.

NÄHMASCHINE FÜR KREATIVE KINDER

500 Euro für Forum Mola-Kunst

Im Textilmuseum, das von der „Günter und Christel Walter

Bremen macht Helden - Preisverleihung Sparkasse © Christina Kuhaupt

Kindgerechte Nähmaschinen wird das Forum Mola-Kunst vom Preisgeld anschaffen. (Christina Kuhaupt)

Stiftung“ getragen wird, sollen auch künftig wieder Kinder ihre Kreativität ausleben können. „Wir werden eine neue kindgerechte Nähmaschine anschaffen“, sagt Mode-Designerin Marion Kienzle (Mitte), die im Projekt mitarbeitet. Das Forum Mola-Kunst in der alten Jacobs Villa in Schwachhausen bietet Anfänger-, Schul- und freie Kurse an, bei denen es um Textiltechniken, Gestaltung und Kreativität geht. Interessierte Kinder sollen dort ihren Spaß für Textilien entdecken. „Die Kinder entwickeln so ein Gespür für das textile Material und wissen, das die Arbeit damit einen Wert hat“, sagt Kienzle. „Wir wollen der weitverbreiteten Wegwerfmentalität bei Textilien entgegen wirken“, sagt sie.

Von Thomas Walbröhl – Weser-Kurier 21.04.2016


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