Mai 2016 02

Erneuter Einbruch nach der Pause
Der ATSV Habenhausen und der Auftakt in die zweite Halbzeit, das passt in der Handball-Oberliga Nordsee der Frauen neuerdings nicht mehr zusammen. Bei der 21:30-Auswärtsniederlage vor zwei Wochen in Nordhorn hatten die Weiß-Blauen nach der 13:12-Pausenführung sage und schreibe 14 Minuten lang keinen Treffer erzielt und klar verloren. Bei der jüngsten 22:27-Niederlage gegen die HSG Wilhelmshaven waren es sogar zwei Minuten mehr. Und wieder hatten sie beim Seitenwechsel noch hoffnungsvoll mit 16:15 vorne gelegen. „Insofern haben wir uns ja noch einmal gesteigert“, sagte die Habenhauser Trainerin Corinna Wannmacher süffisant. „Mit sechs Toren nach dem Seitenwechsel kann man natürlich kein Spiel gewinnen“, schob sie sofort nach.

Der erste Durchgang hatte das im Traum nicht angedeutet. Das Spiel begann für die Gäste allerdings schlecht, bevor es überhaupt angepfiffen war: Ihrer Torfrau Bryana Newbern war beim Aufwärmen eine Ader im Handgelenk geplatzt, sodass an ihren Einsatz nicht zu denken war. Das machte jedoch Meike Rüther im Tor mit einer guten Vorstellung absolut wett.

Auch sonst gab es keinen Hinweis auf den Zusammenbruch nach den ersten 30 Minuten. Denn die Bremerinnen machten auf dem Weg nach vorne unheimlich viel Dampf, womit sie dem Tabellennachbarn das Leben schwer machten. Konnten die Gäste ihr Tempospiel einmal nicht durchdrücken, dann trat die starke Spielmacherin Anna-Lisa Behnken auf die Bremse und setzte im Rückraum die Kreuzbewegungen an, mit denen der ATSV die Niedersachsen zusätzlich überlistete. „Da hatten alle durch die Bank gut gespielt“, fand Wannmacher. Umso erschrockener war sie darüber, was ihr Team nach der Pause bot. Als hätte jemand den Stecker gezogen, trauten sich die Bremerinnen nicht mehr energisch genug an die HSG-Deckung heran. Mit jedem Fehlwurf und auch Fehlpass wuchs die Verunsicherung, Wilhelmshaven lief dagegen einen erfolgreichen Konter nach dem anderen.

Als die gute Linksaußen Maike Leder endlich zum 17:23-Anschluss traf, war die Messe für den ATSV Habenhausen längst gelesen. Besonders bitter: Maike Leder knickte kurz vor der Schlusssirene mit ihrem linken Fuß um, wobei ihr Knöchel schnell anschwoll. Ein längerer Ausfall ist zu befürchten.

ATSV Habenhausen: Rüther, Newbern (n.e.); Köster (6/6), Kalkowski (2), Kumpf (3), Peek (2), Behnken, Leder (4), Abbes (3), Lange (2).

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier 02.05.2016


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