Sep 2016 12

Torwart Olaf Abshagen bestraft / Unnötige 26:32-Auftaktniederlage für Habenhausen

Bremen. Zum Oberliga-Saisonauftakt musste Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen beim TSV Bremervörde eine schmerzliche 26:32 (15:12)-Niederlage hinnehmen. Trotz der schlechten Vorbereitung mit Absagen des Vorbereitungsturniers in Nettelstedt und eines Freundschaftsspiels in Fredenbeck fanden die Gäste gut ins Spiel. Das Team wurde von Co-Trainer Marc Winter gecoacht, weil Trainer Lars Müller-Dormann zu seinem Geburtstag im Urlaub weilte.

Jannik Wessels © Gunnar Schäfer

Jannik Wessels (hier eine Spielszene aus dem Vorbereitungsspiel gegen die HSG Schwanewede) rückte nach der Roten Karte für Olaf Abshagen ins ATSV-Tor. (Gunnar Schäfer)

Aufbauend auf eine gut stehende 6:0-Deckung mit dem erfahrenen Olaf Abshagen im ATSV-Tor dahinter, lagen die Südbremer von Anfang an in Führung. Bis zum 7:3 (15.) durch Björn Wähmann spielte der Gast stark auf. Danach vergaßen die Winter-Mannen, den Sack zu zumachen. Bremervörde kämpfte sich Tor um Tor heran. Vor allem der erfahrene TSV-Kreisläufer Markus Hölling konnte sich immer wieder am Kreis durchsetzen. Dabei ging er häufig an die Grenze des Erlaubten und auch darüber hinaus. Mehrfach räumte Hölling den gesamten ATSV-Innenblock ab, ohne, dass die Schiedsrichterinnen Nina Heinsohn/Tanja Wrobel (Bützfleth) seinem Treiben Einhalt geboten. Beim 9:10 (24.) durch Hölling waren die Gastgeber wieder auf Tuchfühlung am ATSV dran. Aber Habenhausen konnte noch eine Schippe drauflegen und zog in den nächsten Minuten wieder auf 13:9 (26.) durch den jungen Janik Schluroff davon. Zur Pause lagen die Gäste mit 15:12 vorn. „Wir hätten zur Halbzeit bereits deutlich führen müssen, sind aber zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen“, erklärte Winter.

Nach dem Wiederanpfiff blieb das Spiel spannend. Der negative Wendepunkt aus Sicht der Weiß-Blauen war die Rote Karte gegen ATSV-Torwart Abshagen (39.), der zunächst heraus gelaufen war, um den Ball abzufangen. Beim zurücklaufen erwischte er Bremervördes Lars von Kamp unglücklich am Arm, der Ball ging trotzdem zum 17:18 ins Tor. Aber die beiden Unparteiischen werteten die Berührung als Torwartfoul außerhalb des Torraums. Damit musste Jannik Wessels zwischen die Pfosten, weil Marius Voss fehlte (privat verhindert). Dadurch waren die Winter-Schützlinge entscheidend geschwächt. Bremervörde schaffte die Wende und konnte erstmalig durch von Kamp mit 20:19 (44.) in Führung gehen.

Es war nun ein Spiel auf Messers Schneide. Mehrfach konnten die Gastgeber vorlegen, aber Habenhausen schaffte immer wieder den Ausgleich. Letztmalig beim 22:22 (49.) durch Schluroff. In der Folgezeit brach die schwache Chancenverwertung dem ehemaligen Drittligisten endgültig das Genick. Die Grün-Roten zogen auf 25:22 (53.) davon. Eine umstrittene Zeitstrafe gegen ATSV-Kreisläufer Ulf Grädtke lies den TSV-Vorsprung auf 27:23 (56.) anwachsen.

In den letzten Minuten entblößte Winter seine Deckung und lies TSV-Spielmacher Adnan Salkic an die Kette legen. Zwar kamen die Gäste immer wieder zu Ballgewinnen, aber die Chancen wurden nicht genutzt, weil der ATSV immer wieder in die Konterfalle der Hausherren lief. Dadurch kam Bremervörde noch zu einem deutlichen Erfolg. „Wir haben aufgrund unserer Chancenverwertung selbst Schuld an der Niederlage“, bilanziert Winter. In der nächsten Woche kann der ATSV Habenhausen gegen Bissendof-Holte in eigener Hall Wiedergutmachung betreiben.

ATSV Habenhausen: Abshagen, Wessels; Helbig (1), Fischer (1), B. Wähmann (1/1), Meier (6), Grädtke (6), J. Schluroff (3), M. Wähmann (5), Müller (3).

Von Gunnar Schäfer geschrieben am 12.09.2016


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