Nov 2016 14
Oberliga-Handballer feiern 26:21-Sieg in Schwanewede und profitieren von Cloppenburger Niederlage

 Bremen. Es war alles angerichtet für ein Handball-Fest. Die HSG Schwanewede/Neuenkirchen hatte zum „Tag der Fans“ eingeladen und rund 600 Zuschauer wollten den Klassiker der alten Rivalen sehen. Aber am Ende feierte aus der Sicht der Mehrheit der Handball-Fans die falsche Mannschaft. Denn der Gast, ATSV Habenhausen, stürmte mit einem 26:21 (13:11)-Sieg an die Tabellenspitze der Oberliga Nordsee, weil der Konkurrent TV Cloppenburg in Edewecht eine Niederlage einstecken musste und auf Platz drei zurückfiel. Entsprechend groß war die Freude der Habenhauser, als sie die Nachricht auf ihrem traditionellen Vereinsball, dem Kommers hörten. Bis in die Nacht feierte die ATSV-Equipe mit ihren Fans dann die Tabellenführung.

janik schluroff © Gunnar Schäfer

Janik Schluroff (Gunnar Schäfer)

Zuvor hatten die Habenhauser in Schwanewede Schwerstarbeit verrichten müssen, weil der ATSV immer wieder beste Chancen ungenutzt liegen ließ. Zum Glück konnte sich das Habenhauser Trainergespann Lars Müller-Dormann und Marc Winter auf ihre Defensive verlassen. Aufbauend auf ihre 6:0-Deckung konnten sich die Südbremer nach der hart umkämpften Anfangsphase langsam durch einen Doppelschlag durch Janik Schluroff auf 9:6 (16.) absetzten. Aber als der Gast in doppelter Unterzahl agieren musste, weil Jan Schluroff und sein Cousin Lukas Ole Müller kurz nacheinander auf die Strafbank mussten, kamen die Gastgeber wieder zum 9:9-Ausgleich (21.). Als die Gäste wieder in Gleichzahl agieren konnten, zogen die Blauen erneut auf 12:9 (23.) durch einen erfolgreichen Siebenmeter von Mirco Wähmann davon. Bis zur Pause konnte die HSG zwar noch etwas Boden gut machen, aber der ATSV ging mit einer 13:11-Führung in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff konnte sich Habenhausen zunächst zwar auf 15:11 (34.) durch einen Strafwurf von Björn Wähmann absetzen, aber Schwanewede blieb dran und kam wieder auf 14:15 (35.) heran. ATSV-Torhüter Marius Voss brachte in dieser Phase mit einer wichtigen Parade seine Farben endgültig auf die Siegerstraße. Anstatt den Ausgleich hinnehmen zu müssen, zog die Gäste-Sieben durch Rechtsaußen Felix Meier mit 19:14 (43.) davon. Die Hausherren hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn das Spiel in einem Debakel für sie geendet hätte, aber der neue Tabellenführer ging zu fahrlässig mit seinen Chancen um. Immer wieder kämpften sich die Gastgeber heran. Eine Wende gelang ihnen aber nicht mehr. Vor allem über die Flügel war Habenhausen immer wieder erfolgreich. ATSV-Co-Trainer Winter war zufrieden: „Es war ein souveräner Auftritt hier vor dieser tollen Kulisse. Nur unsere Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig.“ Nach dem Pokalwochenende erwartet der neue Tabellenführer den zweitplatzierten SG HC Bremen/Hastedt zum Derby.

ATSV: Voss, Wessels – Helbig, Fischer (3), B. Wähmann (5/3), J. Schluroff (4), M. Schluroff, M. Wähmann (4/3), Cagliani, Müller (7), F. Meier (3).

Von Gunnar Schäfer, veröffentlicht am 14.11.2016 im Weser Kurier.


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