Dez 2016 19
Deutliches 29:19 gegen die SG Findorff in der Handball-Oberliga Nordsee der Frauen
Bremen. Auf diese Bescherung hätten die Oberliga-Handballerinnen der SG Findorff mit Sicherheit gerne verzichtet: Mit einer deutlichen 19:29 (9:14)-Klatsche kehrten die Spielerinnen um Top-Torjägerin Sharon Holtz vom Lokalderby beim Tabellennachbarn ATSV Habenhausen zurück. Neben zahlreichen Schiedsrichterentscheidungen gegen ihr Team bemängelte SG-Trainerin Annika Bartels in erster Linie die mangelhafte Einstellung ihrer eigenen Mannschaft. „Das war heute in sämtlichen Bereichen rein gar nichts“, ärgerte sich die enttäuschte Trainerin über das desolate auftreten zum Abschluss der Hinrunde.

handball tsv habenhausen sg findorff derby © Christian Markwort

Kein Durchkommen gibt es hier für den Findorffer Angriff. (Christian Markwort)

Bartels Gegenüber Marcel Klische hingegen war voll des Lobes für sein Team. „Genau so stelle ich mir unseren Handball vor“, erklärte der Coach, der sein Team von Beginn an hellwach erleben dürfte. Nachdem die ersten fünf Spielminuten auf beiden Seiten keinen einzigen Treffer gebracht hatten, öffnete sich bei den selbstbewusst aufspielenden Gastgeberinnen nach dem Führungstreffer durch Maike Leder (5.) der Knoten. Nach einer überraschend frühen Auszeit besannen sich die Spielerinnen vor der überragend aufgelegten ATSV-Torhüterin Deniza Karametovic auf ihr gewohnt schnelles Umschaltspiel und zogen binnen weniger Minuten auf vier Tore davon. „Ich bin wirklich sehr stolz auf meine Mannschaft“, lobte der Trainer, „wir haben defensiv extrem gut gestanden und in der Offensive nach kleinen Anlaufschwierigkeiten sehr konzentriert gespielt und vor allen Dingen geduldig auf unsere Chancen gewartet.“

Die vermeintliche Mithilfe des Schiedsrichtergespanns wies Klische weit von sich: „Wir haben vielleicht in ein, zwei Situationen etwas Glück mit ihren Entscheidungen gehabt“, so Klische, „aber aus meiner Sicht waren keine spielentscheidenden Situationen darunter.“ Annika Bartels hingegen vermisste bei ihrem Team sämtliche Grundtugenden einer erfolgreichen Mannschaft. Die Spielerinnen hätten zu keinem Zeitpunkt den Kampf angenommen, abgesehen von den beiden Torfrauen Katharina Kühne und besonders Magdalena Riecken  seien sämtliche Spielerinnen unter ihrem eigentlichen Niveau geblieben. „Ich kann es mir nicht erklären“, grollte Bartels, „alle wussten schließlich, dass es ein ganz wichtiges Spiel im Kampf um den Klassenerhalt gewesen ist.“

Allerdings wolle weder die maßlos frustrierte Trainerin noch eine der Spielerinnen den Kopf in den Sand stecken – „in der Winterpause sammeln wir uns neu und gehen das Ziel Klasse halten mit neuer Energie an“, betonte Bartels, die sich kurz vor Ende der überaus einseitigen Partie auch selbst noch eine Zwei-Minuten-Strafe wegen lautstarken Reklamierens einfing.

Auf der Gegenseite ließ Trainer Klische seine Spielerinnen selbst entscheiden, welche Aktion zu welcher Spielminute die jeweils richtige ist – und hatte Erfolg. Bis zur Halbzeit baute sein Team die stets verdiente Führung kontinuierlich au (14:9) und legte die Füße auch nach Wiederbeginn zu keiner Sekunde hoch. Die 3-2-1-Deckung stand  stabil und vorne fielen die Tore wie am Fließband. Letzlich stand der verdiente Sieger in Blau und Weiß fest, während die schwarzen Trikots der Gäste zum Spiel passten.

ATSV Habenhausen: Karametovic, Bohlen; True (1), Klün (3/3), Köster (5), Lange, Kumpf (3), Peek (5/2), Behnken (1), Rave (2), Heidorn (4), Leder (2), Abbes (2), Sell (1)

SG Findorff: Riecken, Kühne; Kramer, Rump (2), Eiskamp, Wessels (2), Woltemade, Klein (1), Holtz (6/3), Giese (2), Pelz (1), Sponholz (1), Bindhammer (2), Wencelidis (2)

Geschrieben von Christian Markwort, veröfentlicht im Weser Kurier am 19.12.2016.


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