Jan 2017 12
Auszeit kurz vor Schluss sorgt für Habenhauser Verdruss ‒ 28:28 bei der SG Achim/Baden
 Bremen. In der Oberliga-Partie zwischen der SG Achim/Baden und dem Tabellenführer ATSV Habenhausen waren nur noch wenige Sekunden zu spielen. In Unterzahl konnte ATSV-Keeper Olaf Abshagen den Wurf von Achims Florian Pröhl parieren. Danach schickte er Felix Meier auf die Reise. Als dieser kurz vor dem Tor der Gastgeber war, ertönte ein Pfiff des Zeitnehmers. Nicht wenige der Zuschauer dachten, dass die Partie zu Ende wäre. Aber weit gefehlt. Vielmehr hatte Habenhausens Trainer Lars Müller-Dormann die grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichts gelegt. „Ärgerlich. Es war ein Versehen. Eigentlich wollte ich die Karte schon früher legen. Aber die Zeitstrafe gegen Marcel Fischer, nach dem Ausgleich von Mirco Wähmann, kam dazwischen“, erklärte der Habenhauser Coach. Somit blieb es nach dem finalen direkten Freiwurf von Björn Wähmann beim 28:28 (9:12).

handball atsv habenhausen torwart olaf abshagen © Gunnar Schäfer

Torwart Olaf Abshagen parierte den letzten Achimer Angriff und sicherte dem ATSV Habenhausen damit das 28:28. (Gunnar Schäfer)

Zunächst fand der Liga-Primus nur schwer in die Partie. Achims neuer Trainer Tobias Naumann ließ mit einer offensiven 6:0-Deckung operieren. Damit hatte der Angriff der Südbremer seine liebe Mühe. Immer wieder rannten sich die Wähmann-Brüder und auch Janik Schluroff in der Abwehr der Hausherren fest. Lediglich der quirlige ATSV-Kreisläufer Marcel Fischer konnte sich des Öfteren in Szene setzten. Trotzdem lagen die Gäste schnell mit 1:3 (5.) zurück.

Als Achim Fehler im Spielaufbau machte, konnten die Blauen durch Lukas Ole Müller zum 5:5 (11.) ausgleichen. Aber in der Folgezeit war die SG durch Dennis Summa wieder am Drücker und zog auf 8:5 (16.) davon. In einer Auszeit stellte Müller-Dormann seine Sieben noch einmal neu ein. Mit diesem Schwung im Rücken kam der Gast durch Mattes Helbig wieder zum 8:8-Ausgleich (21.). Aber die Wende schaffte die Gäste-Sieben nicht. Dafür ließ der ATSV in der ersten Halbzeit zu viele Chancen ungenutzt liegen. Vor allem scheiterten Habenhausen Angreifer immer wieder an Achim Torhüter Bastian Meinken. Die Heim-Sieben nutzte diesen Umstand und ging mit einer 12:9-Führung in die Pause.

In der Kabine muss Müller-Dormann wohl die richtigen Worte gefunden haben. Nach der Pause agierte der Tabellenführer sicherer. Zwingend wurden nun die Angriffe vorgetragen. Habenhausen übernahm nun das Kommando und konnte einen 13:15-Rückstand (36.) in eine 17:15-Führung (39.) ummünzen. Aber die Führung brachte den Gästen keine Sicherheit. Zudem agierte der Gast disziplinlos und geriet in doppelter Unterzahl mit 17:20 (46.) ins Hintertreffen. Aber die ATSV-Sieben steckte nicht auf und kämpfte sich ins Spiel zurück. Beim 24:25 (53.) durch Müller war der Gast wieder auf Tuchfühlung an die SG-Sieben heran. Aber erst durch einen Doppelschlag von Helbig und Meier kam Habenhausen wieder zum 27:27-Unentschieden (56.). Zwar ging die SG noch einmal durch Pröhl in Führung, aber Helbig sorgte 16 Sekunden vor dem Ende für den erneuten 28:28-Ausgleich.

Diese letzten Sekunden hatten es in sich. Zunächst erhielt Fischer eine Zeitstrafe. Dann kam es zu den dramatischen Schlusssekunden. Letztendlich blieb es aber beim gerechten Unentschieden. Das fand auch Müller-Dormann. „Keine Mannschaft hatte es verdient, als Sieger vom Platz zu gehen. Dafür haben beide Teams nicht konstant genug gespielt.“ Mit dem Punkt aus Achim bleibt der ATSV auf dem Platz an der Sonne und hat noch einen Punkt Vorsprung vor der zweitplatzierten SG HC Bremen/Hastedt, dessen Partie gegen Edewecht den Witterungsbedingungen zum Opfer fiel.

ATSV: Abshagen, Voss – Helbig (6), Fischer (3), B. Wähmann (3/2), Rudolph (n.e.), F. Meier (2), Grädtke (n.e.), J. Schluroff (1), M. Schluroff (2), M. Wähmann (8/2), Nowakowski (n.e.), Müller (3).

„Ärgerlich. Es war ein Versehen. Eigentlich wollte ich die Karte früher legen.“ Habenhausens Trainer Müller-Dormann
Geschrieben von Gunnar Schäfer, veröffentlicht am  12.01.2017 im Weser Kurier.


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