Feb 2017 09
Tabellenführer Habenhausen verliert in Bissendorf 27:28
Bremen. Die Trainer Lars Müller-Dormann und Marc Winter haben in dieser Saison noch nie eine solch schwache Wurfausbeute ihres ATSV Habenhausen gesehen. Deshalb verloren die Oberliga-Handballer aus dem Bremer Süden auch beim TV Bissendorf-Holte mit 27:28 (13:16). „Wir haben so viele freie Chancen vor des Gegners Tor vergeben. Dagegen kann man nicht an coachen“, sagte Winter angefressen.

Handball atsv habenhausen Marcel Fischer © Gunnar Schäfer

Marcel Fischer (Mitte) musste mit Oberliga-Spitzenreiter ATSV  Habenhausen eine hauchdünne Niederlage in Bissendorf hinnehmen. (Gunnar Schäfer)

Dabei hätte der Gast in der Schlussminute zumindest noch für den Ausgleich sorgen können. Rund zwanzig Sekunden vor dem Ende kamen die Blauen in Überzahl in Ballbesitz. Doch anstatt, den letzten Angriff souverän auszuspielen, wurde wieder zu überhastet abgeschlossen. Dadurch verlor der Primus beide Zähler. „Von einer Mannschaft, die überwiegend Drittligaerfahrung hat, erwarte ich mehr Cleverness“, führte Winter weiter aus.

Von Anfang an war es ein gebrauchter Tag für die Habenhauser. Wobei nicht die 5:1-Deckung der Gastgeber die ATSV-Sieben stoppte, sondern der grob fahrlässige Umgang mit den eigenen Chancen. Selbst Konter wurden teilweise neben das Tor gesetzt. Von Anfang an lag der Gast im Hintertreffen. Trotz guter Einwurfmöglichkeiten schafften es die Bremer zu keiner Phase des Spiels nach dem anfänglichen 2:2 (4.) wieder auszugleichen. Bissendorf übernahm schon früh das Kommando und zog zunächst auf 9:4 (10.) davon. Wobei die übliche 6:0-Deckung der Habenhauser keine wesentlichen Fehler machte. Aber im Angriff lief an diesem Tag nichts zusammen.

Auch nach dem Wiederanpfiff das gleiche Bild, aber auch die Gastgeber verwerteten ihre Chancen nicht. Auch, weil ATSV-Torhüter Olaf Abshagen einige Würfe der Hausherren entschärfen konnte. Beim Stande von 18:19 (40.) für Bisendorf hatte der Spitzenreiter alleine drei Einwurfmöglichkeiten, um wieder den Ausgleich zu erzielen. Keine der Chancen konnte aber verwertet werden. Als sich dann auch noch technische Fehler im Spielaufbau des ATSV einschlichen, konnte der aktuelle Tabellensiebte seine Führung wieder ausbauen. Nach dem zwischenzeitlichen 27:24 (54.) nahm Trainer Müller-Dormann eine Auszeit, um seine Mannschaft noch einmal neu einzustellen.

In der Restspielzeit ließ der ATSV-Coach seine 6:0-Abwehr mit offensiven Halbverteidigern operieren. Eine Maßnahme, die kurzfristig von Erfolg gekrönt war. Bissendorf erhöhte zwar noch auf 28:24 (55.), blieb aber in den letzten fünf Minuten ohne eigenen Torerfolg. Der Gast arbeitet sich noch einmal heran. Selbst eine Unterzahl überstand der ATSV schadlos, scheiterte letztendlich aber am eigenen Unvermögen.

Trotz der Niederlage führt Habenhausen noch die Tabelle der Oberliga Nordsee an. Aber auch nur, weil Aufsteiger SG HC Bremen/Hastedt ein Spiel weniger ausgetragen hat. Sollte der aktuelle Zweitplatzierte das Nachholspiel gegen Edewecht gewinnen, würde die Mannschaft von SG-Trainer Barnaszolt Akacsos die Tabellenführung übernehmen. Allerdings ist die SG-Spielmacher Marten Franke verletzt und droht längerfristig auszufallen. Gute Chancen also für den ATSV Habenhausen die Tabellenführung zu behalten.

ATSV Habenhausen: Abshagen, Voss, Wessels – Helbig (1), Fischer (3), B. Wähmann (7:1), Rudolph, F. Meier (5), Grädtke (1), J. Schluroff (2), M. Schluroff, M. Wähmann (5/1), Cagliani, Müller (3).

Geschrieben von Gunnar Schäfer, veröffentlicht am 09.02.2017 im Weser Kurier.


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