Mrz 2017 27
Habenhausen baut mit dem 35:33 gegen HC Bremen Führung aus

Handball Männer - SG HC Bremen / ATSV Habenhausen © Christina Kuhaupt

Mit neun Treffern war Mirco Wähmann der erfolgreichste Torschütze beim ATSV Habenhausen, der auch in der generischen Halle erfolgreich war. (Christina Kuhaupt)

Das brisante Lokalderby um die Männer-Vorherrschaft in Bremen hatte die Handball-Fangemeinde elektrisiert. Zweieinhalb Stunden vor Anpfiff standen die Zuschauer in einer Schlange, die bis zum Parkplatz reichte, teilweise betrug die Wartezeit zwei Stunden. „Wir hätten auch 600 Karten verkaufen können, so groß war die Nachfrage“, sagte HC-Bremen-Projektmanager Thomas Gerster. Da sich das Team aber bewusst für die Enge des Jakobsbergs entschieden hatte, konnte sich nur etwas mehr als die Hälfte der Interessierten in die Arena zwängen.

Die Zuschauer sahen ein Spitzenspiel, das den Namen in jeglicher Hinsicht verdiente. „Poison“ vom Schock-Rocker Alice Cooper dröhnte durch die gnadenlos übersteuerten Musikboxen, als die Habenhauser Spieler in die Halle einliefen. Tatsächlich erwies sich der Spitzenreiter für den starken Aufsteiger als pures Gift (Poison). Hastedts Trainer Barna-Zsolt Akascos wollte die Gäste mit einer 4:2-Deckung irritieren und hatte sogar den extra aus Essen angereisten Linkshänder Lucas Jachens aufgeboten – auch das half am Ende nichts.

Bis zum 7:7 durch den starken Hastedter Niederländer Edwin de Raad hatte die Partie auf des Messers Schneide gestanden (12.), anschließend zogen die Habenhauser flott auf 10:7 davon (15.). Just in dem Moment, als die Hausherren mit dem Anschlusstreffer von Marten Franke zum 9:11 wieder kräftig aufmucken wollten, versetzte ihnen ein Jungspund des Jahrgangs 2000 einen empfindlichen Dämpfer.

Die ATSV-Bank schickte mit dem im DHB-Kader stehenden Zwei-Meter-Mann Miro Schluroff ein Talent in den Rückraum, das die Hastedter Abwehr wie überforderte Chorknaben aussehen ließ. Vier Treffer wuchtete er dem Hastedter Keeper Farasha Bassam zum 14:10 ins Tor und lähmte in einer wichtigen Phase den gegnerischen Widerstand. „Unser Gegner hatte ihn nicht auf der Rechnung, weil er im Hinspiel gefehlt hatte“, sagte Trainer Lars Müller-Dormann.

Wer weiß, was noch möglich gewesen wäre, wenn Habenhausens Torwart Olaf Abshagen beim 30:27 für seine zwei kurzen Schläge an den Kopf des im Kreis liegenden Marten Franke die Rote Karte erhalten hätte. „Na klar hätten wir eine Überzahl-Chance gehabt“, sagte Marten Franke. „Trotzdem haben wir das Spiel woanders verloren“, sagte Franke und verwies auf die teilweise unaufmerksame Abwehrleistung und das verbesserungsbedürftige Überzahlspiel. „Ich kann auf meine junge Mannschaft nur stolz sein“, sagte „Axy“ Akascos, der auch diesmal eine überzeugende Vorstellung seines Teams sah. „Das wollen wir jetzt mit der Vizemeisterschaft krönen.“ Bei fünf Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz sollte das möglich sein.

HC: Bassam, Osmer; F. Fietze (2), Thalmann, de Raad (7), Gövert, Till (5), Franke (8/4), Schäfer (4), Thünemann, J. Wiezorrek, O. Fietze, Stelzner (6), Jachens (1)

ATSV: Abshagen, Voß; Fischer (3), B. Wähmann (3/1), Rudolph, Meier (7), Grädtke (1), M. Schluroff (4), J. Schluroff (4), M. Wähmann (9/5), D. Marien, H. Marien, Müller (4)

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht am 27.03.2017 im Weser Kurier.


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