Mai 2017 15
Im Oberliga-Derby zwischen der SG Findorff und dem ATSV Habenhausen setzen sich die etwas glücklicheren Gäste mit 21:20 durch

Diese Szene spiegelt den Spielverlauf aus Sicht der Gastgeberinnen ebenso wider, wie den Verlauf der gesamten Saison. „In vielen entscheidenden Situationen fehlte uns einfach das Quäntchen Glück“, sagte Findorffs scheidende Trainerin Annika Bartels, „deshalb bin ich einfach nur stolz darauf, wie sich das Team heute in seinem letzten Oberliga-Spiel präsentiert hat.“

18527197_1748445588780302_3086398767933337850_oEs war kein schönes, dafür aber ein ungleich spannenderes Spiel, das dem Publikum im gut besuchten „Fuchsbau“ geboten wurde. Für große Emotionen sorgte vor Beginn die Verabschiedung mehrerer SG-Spielerinnen inklusive Trainerin Annika Bartels, und auch während der packenden Begegnung wogten die Gefühle auf beiden Seiten hin und her. „Die ganze Saison war die ­reinste Achterbahnfahrt“, erklärte ATSV-Coach Klische, dessen Team sich erst in der letzten Saisonphase vor dem Gang in die Landesliga retten konnte.
Die Gäste waren mit einem stark dezimierten Kader angereist, drei Spielerinnen waren beruflich verhindert, während der Begegnung verletzten sich außerdem noch Ann-Kathrin Abbes und Christine Köster am Sprunggelenk. Während ATSV-Top-Torschützin Köster (acht Tore, fünf Siebenmeter) später aufs Feld zurückkehren konnte, war das Spiel für Abbes vorzeitig beendet. „Wir mussten uns ordentlich strecken, um die ganzen Ausfälle zu kompensieren“, verdeutlichte ATSV-Trainer Marcel Klische die missliche Situation, „und dafür haben wir eine sehr starke Leistung gezeigt, auch, wenn wir am Ende großes Glück hatten.“ In der ersten Hälfte konnte sich Habenhausen mehrfach auf bis zu drei Tore absetzen, mit energischem Kampfgeist glich Findorff allerdings immer wieder aus. Bis zur Pause egalisierten sich beide Teams, Findorffs Julia Bindhammer sorgte per Siebenmeter für den 9:10-Halbzeitstand.

Habenhausens Insa Klün (4) traf nach kurz Wiederbeginn zur erneuten Zwei-Tore-Führung der Gäste, bei denen die mannschaftliche Geschlossenheit nach Ansicht von Marcel Klische den Ausschlag zugunsten des ATSV gegeben habe. „Mit einer Rumpfmannschaft zu gewinnen, ist ein tolles Zeichen dafür, dass wir als Team funktionieren“, sagte der Trainer. Sein Gegenüber hob ebenfalls den intakten Mannschaftsgeist hervor: „Wir haben nie aufgegeben“, er­klärte Annika Bartels, „und haben uns selbst von den vielen fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht aus dem Konzept bringen lassen.“

Letztlich sei es für beide Mannschaften um nichts mehr gegangen, zeigten sich die Trainer auch in der Analyse auf einem gemeinsamen Nenner, „heute hat schlicht die etwas glücklichere Mannschaft gewonnen“, betonte ATSV-Trainer Marcel Klische.

SG Findorff: Riecken, Kühne; Kramer, Eiskamp (2), Wannmacher (1), Wessels (2), Woltemade, Klein (3), Holtz (6), Giese (2), Rump, Sponholz, Wencelidis, Bindhammer (4/1)

ATSV Habenhausen: Karametovic, Bohlen; True (1), Klün (4), Köster (8/5), Lange, Krumpf, Heidorn (4), Beisch, Leder (4/1), ­Abbes

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht am 15.05.2017 im Weser Kurier.


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