Jul 2017 16

ATSV Habenhausen hofft nach dem Drittliga-Aufstieg auf die Qualitäten von Neuzugang Victor Monroy Gonzales aus Spanien.
Die Handballer des ATSV Habenhausen stellen sich nach dem Aufstieg personell breiter auf. „Nach einer Saison mit nur neun Feldspielern hätten wir so personell nicht in der 3. Liga bestehen können“, erklärt Marc Winter, der mit Lars Müller-Dormann zusammen die Mannschaft coacht.

Das Trainer-Duo hat zum Start der Saisonvorbereitung mit Torhüter Daniel Sommerfeld (HSG Schwanewede/Neuenkirchen), Lennart Witt (TV Cloppenburg) und dem Spanier Victor Monroy Gonzales (unter anderem Champions-League-Teilnehmer mit CB Ademar Leon) gleich drei externe Neuzugänge begrüßen können.

Während Sommerfeld (27) und Witt (29) in dieser Region keine Unbekannten sind, ist die Verpflichtung von Gonzales (35) schon eine Überraschung. Der Spanier arbeitet neuerdings bei einem Chemiekonzern in Walsrode und pendelt zurzeit noch aus Soltau zum Training nach Habenhausen.

Demnächst zieht er aber nach Verden. „Ich mag die Mannschaft, den Verein und die Menschen hier“, erklärt der Spielmacher auf Englisch, die Sprache, mit der er sich zurzeit noch mit seinen Mitspielern und dem Trainer-Team verständigt.

Aber er lernt fleißig Deutsch. Gonzales, dessen Stärken sein Auge und das Spiel Mann gegen Mann sind, kann sowohl auf der linken Angriffsseite als auch als Spielmacher eingesetzt werden; in der Abwehr allerdings nur auf der Halb- oder Außenposition, weil er über kein Gardemaß verfügt.

Zwei unterschiedliche Torwarttypen

Auch „Lense“ Witt wird den Habenhauser Rückraum variabler machen. Der 29-Jährige kann auf allen Rückraumpositionen eingesetzt werden. „Ich bin da ganz entspannt. In Cloppenburg habe ich auch auf allen Rückraumpositionen gespielt“, erklärt der Neuzugang, der noch nicht in der 3. Liga aktiv war.

Daniel Sommerfeld, der zurzeit auf Hochzeitsreise weilt, war zuletzt einer der besten Torhüter der Oberliga und hat in Achim schon Drittliga-Luft geschnuppert. „Daniel stellt die ideale Ergänzung zu Olaf Abshagen da. Beide sind zwei unterschiedliche Torwarttypen“, ist Winter sicher, dass der ATSV über ein gutes Gespann für den Posten zwischen den Pfosten verfügt.

Das Habenhauser Trainergespann Lars Müller-Dormann (links) und Marc Winter (Zweiter von rechts) mit den Neuzugängen (weiße Trikots von links) Lennart Witt, Miro Schluroff, Hauke Marien, Luc Schluroff und Victor Monroy Gonzales. (Christina Kuhaupt)

Zudem stößt wieder Linkshänder Hauke Marien aus der Reserve zur Erstvertretung hinzu. „Da Felix Meier eine Ausbildung zum Fluglotsen macht, sah ich die Notwendigkeit ein, mich der Mannschaft zur Verfügung zu stellen“, erklärt der Außen.

Ergänzt wird das Quartett durch die Talente Miro und Luc Schluroff. Die beiden 17-Jährigen werden neben der A-Jugend der SG HC Bremen/Hastedt auch für ihren Heimatverein auflaufen. „Da der HC Bremen die Bundesliga-Qualifikation nicht geschafft hat, werden wir neben ihrem Einsatz in der A-Jugend-Oberliga beide auch bei uns integrieren“, erklärt Winter.

Problemzone rechter Rückraum

Während Miro Schluroff schon in der vergangenen Saison als B-Jugendlicher Oberligaluft geschnuppert hat, soll sein Cousin Luc hinter seinem anderem Cousin Lukas Ole Müller auf Linksaußen aufgebaut werden. Hier stünde als Back-up auch Allrounder Roberto Cagliani (18) zur Verfügung, der aber zukünftig in der Reserve als Spielmacher fungieren soll.

Neben vielen positiven Aspekten gibt es für die Habenhauser allerdings noch eine Problemzone, nämlich den rechten Rückraum. Da der mittlerweile längerfristig verletzte Arnar Gudmundsson (Nienburg) wieder absagte, bemühten sich die Habenhauser Verantwortlichen um einen Linkshänder aus Litauen.

Der Spieler, der auch zu einem Probetraining in der Hansestadt weilte, hat sich aber für ein Praktikum bei der Europäischen Handball-Förderation in Wien entschieden. „Wir sind weiter auf der Suche nach einem geeigneten Spieler. Die Angelegenheit kann sich auch bis Weihnachten hinziehen. Aber wir werden schon jemanden bekommen“, ist sich Winter sicher.

Bis dahin werden die Bremer wie bisher mit Rechtshändern auf der Position spielen. Trotzdem ist Müller-Dormann zuversichtlich, dass sein Team dieses Mal die Klasse hält. „Beim letzten Mal konnten wir immer 45 Minuten mithalten.

Durch unseren breiteren Kader sind es jetzt hoffentlich volle 60 Minuten“, erklärt er mit dem Wissen, dass seine Mannschaft drei andere Teams in der 3. Liga West hinter sich lassen muss. Bis zum Saisonstart am 27. August wird noch häufig getestet. Der Höhepunkt der Vorbereitungsphase ist das eigene Turnier am Sonnabend, 19. August.

 Weser-Kurier vom 16.07.17 von Gunnar Schäfer


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