Jul 2017 04

Lars Müller-Dormann und Marc Winter bereiten sich mit dem ATSV Habenhausen auf die Drittliga-Saison vor

Wie sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?

Lars Müller-Dormann: Ich bin nach diesem großen Erfolg mit unserer Saison natürlich sehr zufrieden. Unser kleiner Kader hat im richtigen Moment den Hebel umlegen können. Zum Saisonauftakt lief es dagegen noch nicht so gut. Nach der Auftaktniederlage in Bremervörde hatten wir in manchen Spielen auch das nötige Quäntchen Glück. Dadurch hat die Mannschaft immer mehr die nötige Sicherheit gewonnen. Auch die Heimniederlage gegen Hastedt hat uns nicht zurückgeworfen. Danach haben wir bis zum letzten Spieltag nur noch ein Spiel verloren. Die Niederlage am letzten Spieltag in Neerstedt war nur ein Schönheitsfleck.

Warum hat Ihre Mannschaft den direkten Wiederaufstieg letztendlich geschafft?

Müller-Dormann: Wir haben einfach im Vergleich zu allen anderen Mannschaften am konstantesten gespielt. Zudem hatten wir kaum Verletzungspech. In der Vorbereitung hat unsere Physiotherapeutin Jessica Buchholz gute Arbeit geleistet. Die hat sich dann in der Saison ausgezahlt. Außerdem konnte unsere Mannschaft in engen Situationen immer wieder auf die Erfahrungen aus der 3. Liga zurückgreifen.

Welche Spieler haben Sie über die gesamte Saison gesehen am meisten überrascht?

Marc Winter: Zum einen unser Youngster Mirco Schluroff. Der als B-Jugendlicher schon eine gehörige Portion Kaltschnäuzigkeit bewiesen hat und aus der Distanz mit zunehmenden Saisonverlauf immer besser getroffen hat. Wir hoffen, dass er diesen positiven Trend in der 3. Liga fortsetzt.

Müller-Dormann: Und unser Linksaußen Lukas Ole Müller, nicht nur wegen seiner 135 Tore. Sondern auch, weil er einfach das richtige Gespür für Situation hat.

Apropos 3. Liga. Welche Erwartungen haben Sie an die neue Saison?

Winter: Wir wollen nicht wieder absteigen und das Image als Fahrstuhlmannschaft verlieren. Nach direkten Abstiegen in Folge ist das unsere letzte Chance.

Müller-Dormann: Drei Mal ist schließlich Bremer Recht, wie es so schön heißt.

Welche Strukturen im Umfeld und im Training müssen sich verändern, um die Klasse zu halten?

Winter: Wir erhöhen die Trainingsintensität auf vier Einheiten die Woche. Zudem wollen wir auch den finanziellen Rahmen für die 3. Liga erweitern. Wir müssen externen Neuzugängen auch eine berufliche Perspektive bieten können.

Wie werden Sie den Kader verändern?

Winter: Mit Daniel Sommerfeld im Tor und Lennart Witt vom TV Cloppenburg haben wir zwei gute Neuzugänge aus der Region, die uns weiterhelfen werden. Weitere feste Zusagen liegen noch nicht vor. Aber wir sind intensiv auf der Suche nach weiteren  Verstärkungen. Wir sind aber immer noch auf der Suche nach einem Linkshänder im rechten Rückraum. Nachdem der Isländer Arnar Gudmundson (Nienburg) kurzfristig wieder abgesprungen ist.

Wie wichtig ist der gleichzeitige Aufstieg der Reserve in die Oberliga?

Müller-Dormann: Das ist schon ziemlich cool, wenn man einen solchen Unterbau für die Entwicklung junger Spieler hat.

Junge Spieler gibt es beim Ortsnachbarn Hastedt. Ist eine Kooperation aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Winter: Nein, eher mit dem TuS Komet Arsten. Hastedt betreibt ja kaum eigene Jugendarbeit, eher zieht Jörn Franke ab der C-Jugend gute Spieler dort zusammen. Zudem hat dort ja das Projekt mit der verpassten Bundesligaqualifikation bei der männlichen A-Jugend einen gehörigen Dämpfer bekommen.

Was würden Sie im Bezug auf den Bremer Handball wünschen?

Müller-Dormann: Es wäre gut, wenn es mehr Spiele in der Stadthalle geben würde.

Winter: Außerdem wäre eine größere Akzeptanz in der Presse und bei der örtlichen Wirtschaft wünschenswert.

Das Gespräch führte Gunnar Schäfer.

Lars Müller-Dormann (42)

arbeitet seit einem Jahr gemeinsam als Trainer-Duo mit Marc Winter in Habenhausen zusammen. Müller-Dormann geht mittlerweile auf der Trainerbank des Drittliga-Aufsteigers bereits in seine achte Saison.

Marc Winter (50)

war über viele Jahre der Macher und Trainer zahlreicher Mannschaften beim Ortsnachbarn TuS Komet Arsten, beziehungsweise vorher beim TuS Arsten. Beide sind im Besitz einer Trainer B-Lizenz.

Veröffentlicht im Weser – Kurier am 03.07.2017, geschrieben von Gunnar Schäfer.


Impressum | Powered by Testroom