Aug 2017 28

Aufsteiger ATSV Habenhausen muss sich zum Start der 3. Liga gegen Korschenbroich mit einem 27:27 begnügen

 Bremen. Die letzte Angriffsszene des ATSV Habenhausen war symptomatisch für das komplette Spiel zum Saisonauftakt gegen den TV Korschenbroich: Die Hallenuhr zeigte noch eine Restspielzeit von sechs Sekunden, als die Heim-Sieben in Unterzahl einen Pass an den Kreis abfing. Marcel Fischer

bekam den Pass und machte sich prellenderweise auf die Reise, aber er vertippte sich, sodass der TVK noch einen Wurf vom eigenen Torkreis absetzen konnte. Zum Glück ging dieser Wurf aber nicht ins Tor der Gastgeber, sodass es im ersten Spiel der 3. Handball-Liga West beim 27:27 (15:14) blieb.

HABENHAUSENS ERFOLGREICHSTER SCHÜTZE: MIRCO WÄHMANN (BEIM WURF) TRAF BEIM 27:27 GEGEN KORSCHENBROICH ZEHN MAL.

„Wir hätten das Spiel locker mit mindestens fünf Toren Unterschied gewinnen müssen“, haderte das Habenhauser Trainergespann Lars Müller-Dormann und Marc Winter mit der Chancenverwertung seiner Schützlinge. Zunächst führte der Gast bis zum 3:1 (4.), dann übernahmen die Hausherren das Kommando vor 210 Zuschauern in der Hinni-Schwenker-Halle. Über 4:3 durch üüüHauke Marien (8.) gingen die Blauen mit 8:4 (11.) durch einen erfolgreichen Konter von Lukas Ole Müller in Führung.

Zu diesem Zeitpunkt war die ATSV-Welt noch in Ordnung, denn auch eine Auszeit von TVK-Trainer Ronny Rogawska (11.) sorgte zunächst für keine Wende. Erst als Habenhausen immer wieder mit besten Chancen am Gäste-Torhüter Max Jäger scheiterte, rochen die Weiß-Blauen Morgenluft und kamen auf 7:8 (15.) heran. Zu mehr reichte es zunächst nicht, weil der Gast immer wieder technische Fehler produzierte.

Erst als der ATSV nach einer Zeitstrafe für Björn Wähmann (20.) erstmals in Unterzahl agieren musste, kam Korschenbroich zum 10:10-Ausgleich (21.). Doch die Gastgeber, bei denen inzwischen Olaf Abshagen für den glücklosen Daniel Sommerfeld im Tor stand, gewannen wieder Oberwasser und gingen durch Müller mit 14:11 (27.) in Führung. Trotzdem blieb das Spiel weiter eng. Die Gastgeber ließen reihenweise gute Einwurfchancen, darunter insgesamt drei Siebenmeter, ungenutzt. Dennoch nahm der ATSV nach dem ersten Treffer von Felix Meier eine 15:14-Führung mit in die Halbzeit.

In der Pause wiesen die Habenhauser Verantwortlichen mit Nachdruck auf die schwache Chancenverwertung hin. Aber ihre Worte verhallten bei den Spielern nahezu

ungehört. Auch im zweiten Durchgang vergaben die Habenhauser viele gute Möglichkeiten. So war die Partie weiterhin ein Spiel auf des Messers Schneide. Jetzt scheiterte der ATSV-Angriff immer wieder am anderen Gäste-Keeper, Felix Krüger, der Max

Jäger inzwischen abgelöst hatte. „Der Gegner hat das Torhüter-Duell klar gewonnen“, erkannte Winter die Leistung der Korschenbroicher Schlussmänner neidlos an.

Es sprach letztlich für den Aufsteiger aus Habenhausen, dass er trotzdem nicht den Anschluss verlor. Im Gegenteil: Meistens führte der ATSV sogar. Doch die neu formierte Gäste-Mannschaft ließ sich einfach nicht abschütteln, glich ständig wieder aus und ging zwischenzeitlich selbst in Führung. In der Defensive brachte das Habenhauser Trainergespann nun wieder Sommerfeld für Abshagen, zugleich wurde der sechsfache Torschütze der Gäste, Julian Mumme, in Manndeckung genommen (51.). Aber auch diese Maßnahme hatte nur kurzzeitig

Erfolg, weil die Habenhauser 5+1-Deckung die großen Räume auf den Halbpositionen nun nicht mehr verteidigen konnte. Immer wieder trafen Steffen Brinkhues und Erik Hampel für die Korschenbroicher.

Nach dem 27:27-Ausgleich des TVK durch Brinkhues (57.) wurde es noch einmal richtig spannend. Erst ließ Mirco Wähmann einen Siebenmeter der Gastgeber ungenutzt, dann ging ein Kempa-Trick mit Müller schief. In der Schlussminute musste Björn Wähmann nach seiner dritten Zeitstrafe und der daraus resultierenden Roten Karte (60.) auch noch vorzeitig vom Feld. Zum Glück für den ATSV konnte der TV Korschenbroich aus seiner personellen Überlegenheit jedoch kein Kapital mehr schlagen.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Witt, H. Marien (1), M. Fischer (1), B. Wähmann (4/2), Gonzales (n.e.), Meier (3), J. Schluroff, M. Schluroff (4), M. Wähmann (10/2), Müller (4)

Habenhausens Trainer Marc Winter:

„Der Gegner

hat das Torhüter-Duell

klar gewonnen.“

 Geschrieben von Gunnar Schäfer, veröffentlicht im Weser Kurier am 28.08.2017.


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