Sep 2017 04

Leichlingen. Es ist kein Geheimnis: Die Handballer des ATSV Habenhausen sind in der 3. Liga angetreten, um endlich einmal den Klassenerhalt zu schaffen. Mehr nicht. Und deshalb herrschte trotz der 26:32 (15:18)-Niederlage beim Leichlinger TV nicht nur Enttäuschung. „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können“, sagte ATSV-Trainer Marc Winter. Sogar mit einem Top-Team konnten die Habenhauser mithalten. Für eine gewisse Zeit. Nach 26 Minuten hatten sie mit 15:14 vorne gelegen.

Die Phase danach war dann aber auch schon die entscheidende, in der der Unterschied zwischen einem Schwergewicht und einem Leichtgewicht der Liga deutlich wurde: Während die Pirates immer cooler wurden, begannen die Habenhauser in der Blütestadt, so langsam zu verwelken. „Nach unserem 15:14 machen wir drei technische Fehler, und mit dem letzten Leichlinger Tor vor der Pause bekommen wir auch noch eine Zeitstrafe“, sagte der ATSV-Coach. „Und in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit sind wir mehrere Male in Unterzahl. Da war der Drops gelutscht. Das können wir noch nicht.“ Da half es auch nicht, dass Marc Winter und sein Trainer-Kollege Lars Müller-Dormann ihre Deckung zwischendurch und vor allem in der Schlussphase wesentlich offensiver ausgerichtet hatten.

In Zahlen: Dank eines 8:4-Laufes setzte sich der LTV mit seinem überragenden Linkshänder David Kreckler (13 Tore, davon sechs per Siebenmeter) auf 26:19 ab. In dieser Zeit ärgerte sich Marc Winter ganz sicher über Patzer seines Teams, aber auch über einige Entscheidungen der Unparteiischen Kevin Bekel und Benedikt Steinebach aus Soest beziehungsweise Siegen. „Das waren definitiv keine Auswärts-Schiris“, sagte der Trainer. „Die Zeitpunkte der Zeitstrafen waren für uns unglücklich.“ Und es war tatsächlich auffällig, dass Fouls an den Leichlinger Kreisläufern Jannes Hertlein und Hendrik Rachow anders geahndet wurden als die an Habenhausens Marcel Fischer.

Personalprobleme zu groß

In der zweiten Halbzeit hatten die ATSV-Handballer im Ostermann-Forum, das im Laufe der Jahre nichts von seinem nicht vorhandenen Charme verloren hat, nicht mehr viel zuzusetzen. Zumal sie auch geschwächt waren und in der Breite eben nicht so gut aufgestellt sind wie die meisten der Konkurrenten in der 3. Liga. Janik Schluroff und Hauke Marien waren mit Rückenproblemen und ohne Training in die Partie in Leichlingen gegangen, und Rückraum-Ass Mirco Wähmann musste schon in der ersten Halbzeit wegen seines Durchfalls gleich zweimal verschwinden und viele Minuten aussetzen.

Zwischenzeitlich lagen die ATSV-Handballer sogar mit neun Treffern hinten. Immerhin schaffte es Björn Wähmann in der Schlussphase – einmal aus dem Rückraum und einmal von der Siebenmeter-Marke –, aus dem 24:32 noch ein 26:32 zu machen. „Ich denke, wenn wir hier mit 28:32 oder 29:32 verloren hätten, wäre es das gerechtere Ergebnis gewesen“, sagte der Habenhauser Trainer. „Aber wir können auch so erhobenen Hauptes nach Hause fahren und brauchen die Köpfe nicht hängen zu lassen.“

Zumal es da nach wie vor noch etwas gibt, das Marc Winter viel mehr schmerzt als diese Niederlage in Leichlingen. Nämlich? „Der Punktverlust gegen Korschenbroich“, sagte er am Sonnabend und hat ganz sicher die Hoffnung, dass er einen ähnlichen Satz nicht in einer Woche wiederholen muss. Dann kommt die Ahlener SG, die mit Niederlagen bei der HSG Krefeld (25:29) und gegen den TSV Bayer Dormagen (28:33) in die Saison gestartet ist, in die Hinni-Schwenker-Halle (Anwurf: 19 Uhr).

ATSV Habenhausen: Abshagen, Sommerfeld; Witt (2), Marien (3), Fischer, B. Wähmann (8/6), Monroy, Meier (3), J. Schluroff (2), M. Wähmann (4), Müller (4).

Text verfasst von Andree Hagel, veröffentlicht im Weser-Kurier am 04.09.2017


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