Sep 2017 18

Handball-Drittligist ATSV Habenhausen blamiert sich beim Mitaufsteiger und spricht sich nach dem 23.31 selbst die Liga-Tauglichkeit ab.

Burscheid. Die Saison dauert noch bis zum 5. Mai 2018. Doch die Handballer des ATSV Habenhausen haben sich anscheinend schon im September 2017 dafür entschieden, wieder in die Oberliga zurückzukehren. „Das war in der ersten Halbzeit peinlich“, sagte Trainer Marc Winter nach der 23:31 (7:19)-Pleite beim Mitaufsteiger HSG Bergische Panther. „Jetzt sind wir Letzter. Da gehören wir mit dieser Leistung auch hin. So haben wir in der 3. Liga nichts zu suchen.“ Nach ihrer von vielen Staus begleiteten, stressigen Anreise machten die Habenhauser ihren Trainern Stress. Lars Müller-Dormann und Marc Winter konnten gar nicht schnell genug reagieren, da hatten die Panther das ATSV-Team schon zerfleischt. Auch eine Auszeit nach acht Minuten (1:6) half nicht, die Bisse der Gastgeber zu reduzieren. Zumal sich die Habenhauser regelmäßig erschreckende Fehler leisteten. „Unser Gegner wusste, worum es geht. Die Panther waren heiß und aggressiv“, sagte Marc Winter. „Wir“, erklärte der Coach, „haben ohne Druck und ohne Mut gespielt.“ 

Die Verzweiflung beziehungsweise Hilflosigkeit war der Habenhauser Mannschaft schnell anzumerken. Aber auch der Torwart-Wechsel – Olaf Abshagen kam für Daniel Sommerfeld – oder die Angriffe mit sieben Feldspielern sorgten nicht für Besserung. Und nach 16 Minuten wurde Marc Winter erstmals richtig wütend. „Ihr müsst mal wollen!“, schrie er so laut, dass es jeder in der Max-Siebold-Halle hören konnte. Sehr laut wurde er dann auch in der Pause. Obwohl: Die Winter-Ansprache fiel kurz aus. Sie darf hier auch nicht komplett wiedergegeben werden. Nur so viel: Der Trainer forderte seine Spieler auf, dass „sie zusehen sollen, wie sie die Karre aus dem Dreck ziehen“.

Das war fast unmöglich, weil die Karre der Habenhauser eigentlich schon im Moor versunken war. Dass sie die zweite Hälfte mit 16:12 für sich entschieden, reduzierte den Frust vielleicht von 100 auf 98 Prozent, war aber kein Balsam für die ATSV-Trainer. Die waren auch Minuten nach der Partie noch fassungslos. „Wir werden in der Woche mal fragen, wer glaubt, dass wir in Gummersbach gewinnen können. Die, die daran glauben, können mitfahren“, sagte Marc Winter, pausierte kurz, um dann weiterzusprechen: „Wahrscheinlich fahren wir zu zweit.“

ATSV: Sommerfeld, Abshagen, Wessels; Witt (1), Marien (1), Fischer (3), B. Wähmann (3/1), Monroy, Meier, J. Schluroff (4/1), M. Schluroff (2), M. Wähmann (5), Müller (4).

Geschrieben von Andree Hagel, veröffentlicht am 18.09.2017 im Weser Kurier.


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