Dez 2017 11

Es war ein zweifelsfrei höchst unfreiwilliges Geschenk des Gegners, doch die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen nahmen es dankend an. Denn ausgerechnet im Derby musste der SV Werder Bremen II auf zwei seiner tragenden Säulen verzichten.Mit Katrin Friedrich fiel die beste Torjägerin der Liga krankheitsbedingt aus und mit Imke Nübel konnte Werder seine kampfstarke Abwehrchefin nicht einsetzen. Und ATSV-Trainer Marcel Klische schaffte es, seine Spielerinnen optimal vorzubereiten: „Ich sagte meinen Damen, dass es für uns 60 Minuten lang darum geht, dieses Geschenk anzunehmen und es ordentlich auszupacken.“ Am Ende stand ein ebenso überraschender wie knapper 24:22 (14:11)-Sieg des Außenseiters.

„Den haben wir uns mit einer grandiosen Teamleistung verdient“, sagte Klische. Auch sein Gegenüber Radek Lewcki erkannte dies an. „Habenhausen mit dem sehr körperlichen Spiel hat man deutlich den größeren Siegeswillen angesehen. Wir haben dagegen nur Handball gespielt. Bei uns fehlte der letzte Biss, der in solchen Spiel entscheidend ist.“ Auch Lewicki hatte an seine Spielerinnen appelliert, in diesem Derby am oberen Leistungsniveau spielen zu müssen, doch letztlich litt nahezu die gesamte Mannschaft an extremer Nervosität, leistete sich viele technische Fehler und zahlreiche einfache Passfehler.

Ausnahmen bildeten Katrin Salkic, Reneé Tebje und Leonie Schulte, die jedoch weitgehend allein auf weiter Flur standen, durchspielen mussten und so auch einige Höhen und Tiefen durchlebten. Diese Spielerinnen hatte auch Klische auf dem Zettel. Auf die sollte sich unsere Abwehr konzentrieren, da  das sehr torgefährliche und intelligente Spielerinnen sind. Bei Katrin mit ihren neun Toren ist uns das nicht ganz so gut gelungen“, sagte der ATSV-Trainer.

Dennoch lag seine Mannschaft ab der 9. Minute permanent in Führung, was auch an der hohen Zahl der vergebenen Werder-Chancen lag. So versuchten die Gäste immer wieder den Zwei-, Drei-Tore-Rückstand aufzuholen.„Der Kopf wollte, aber der Körper konnte nicht“, sagte Radek Lewicki. In der 50. Minute bot sich Werder beim 18:20 die große Chance zum Ausgleich. Habenhausen hatte zwei Zeitstrafen kassiert, doch bei dieser doppelten Überzahl wurden zwei klare Chancen wieder nicht zu Toren genutzt. „Das war für mich er Knackpunkt der Partie“, sagte Lewicki. Nachdem stattdessen Rechtsaußen Dörte Kalkowski, die sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ein starkes Spiel zeigte, zum 21:18 getroffen hatte (52.), war auch diese Chance vertan und die Habenhauserinnen hielten den Abstand bis zum Schlusspfiff konstant.

Ein sehr zufriedener Marcel Klische sprach zwar von einer geschlossenen Teamleistung, lobte aber insbesondere Torhüterin Sonja Ohnesorg, die aus der zweiten Mannschaft aushalf und die neben Juliana Bohlen eine ordentliche Leistung zeigte. „In der Mitte war Christin Lange wieder bemerkenswert mutig und Sabine Peek hat bis zu ihrer Verletzung in der 42. Minute die Abwehr in der Spitze zusammen gehalten und vorne wichtige Tore erzielt“, fügte er hinzu.

ATSV Habenhausen: Bohlen, Ohnesorg; True, Svenja Klün (3), Insa Klün (2), Köster (3), Kalkowski (5), Lange (2), Peek (3), Rave, Leder (3), Abbes (3).

SV Werder Bremen II: Rathjen; Schumacher, Stahlkopf (1), Tebje (4/1), Fastenau (1), Döpke, Schlegel, Frank, Beckmann, Begemann (2), Otto, Pods (1), Schulte (4), Salkic (9).

Bericht entnommen am 11.12.2017 aus dem Stadtteil-Kurier Links der Weser, geschrieben von Rainer Jüttner.

 


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