Dez 2017 11

Das Grundprinzip schien einfach: „Wir hatten als Außenseiter, zudem noch in eigener Halle, gute Möglichkeiten, um das Derby ohne Druck anzugehen“, erklärte Julian Kühn die vermeintlich komfortable Ausgangsposition seiner Mannschaft. Doch der Handball-Trainer des Oberligisten ATSV Habenhausen II sah stattdessen eine auch in dieser Höhe verdiente 25:40 (13:19)-Niederlage gegen die SG HC Bremen/Hastedt.„Das war ganz klar unsere schlechteste Saisonleistung“, sagte er.

Dabei wähnte sich Kühn mit seiner Mannschaft auf dem richtigen Weg. „Wir waren auf dem aufsteigenden Ast, nachdem wir in den letzten Wochen wieder gut trainieren konnten. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass wir gut vorbereitet waren. Und dann das. Ich hoffe, dass dies einfach nur eine schlimme Momentaufnahmewar“, sagte Kühn.

Dabei hatte seine Mannschaft auch eine durchaus gute Phase. Die währte von der 10. bis zu 21. Minute allerdings nur kurz. Da verkürzte Habenhausen II einen 2:6-Rückstand auf 10:12 und schien sich nach einem verhaltenen Start gefangen zu haben. „Da lief es tatsächlich einigermaßen, was auch an der Umstellung unserer Abwehr von einer 6:0- auf eine 5:1-Formation lag. Damit wollten wir vor allem den Aktionsradius von Marten Franke etwas eindämmen“, sagte Kühn.

Dies gelang allerdings nur ansatzweise. Der Spielertrainer der SG HC Bremen/Hastedt avancierte ganz klar zum erfolgreichsten Akteur dieses Derbys, das nach und nach immer mehr an Attraktivität einbüßte. Was zu einem Großteil an den Gastgebern lag. „Irgendwie scheinen wir uns vor eigenem Publikum zu sehr unter Druck zu setzen“, sagte Julian Kühn. Die Folge waren immer mehr individuelle Fehler, besonders in der Deckung.

Die wurde nach dem noch ganz passablen Sechs-Tore-Rückstand zur Pause immer löchriger. Spätestens beim 25:15 durch Hastedts Sebastian Heller (36.) war die Partie entschieden und die Habenhauser schienen sich nur noch durch das Spiel zu quälen. „Ich hatte wirklich den Eindruck, alle haben nur noch auf den erlösenden Schlusspfiff der Schiedsrichter gewartet“, sagte Kühn. Trotz aller Enttäuschung sah der ATSV-Trainer aber auch noch Lichtblicke in seinem Team. Zum Beispiel er Auftritt von Bjarne Ruthke, der zehn Wochen lang mit einer Kopfverletzung pausieren musste. Gegen Hastedt stand er erstmals wieder im Team und steuerte einige schöne Treffer bei. Für einen weiteren Hoffnungsschimmer sorgte der A-Jugendliche Leon Grieme, der eigentlich im Nachwuchsteam der SG HC Bremen/Hastedt aufläuft, per Doppelspielrecht aber auch bei den Habenhauser Oberliga-Herren eingesetzt werden kann.

Für die Hastedter entwickelte sich diese Partie immer mehr zu einem Trainingsspiel, was ihnen vor dem Final-Four im Pokalwettbewerb sicherlich entgegen kam. Am kommenden Sonnabend sind die Hastedter Gastgeber der Endrunde und treffen um 14 Uhr auf den Ligarivalen SG Achim/Baden. Das ­zweite Semifinale bestreiten VfL Fredenbeck II (Verbandsliga) und der Oberligist HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Das Endspiel ist für 17:30 Uhr terminiert.

ATSV II: Wessels, Hamann; Grieme (1), Wilhelms (5), Janssen (1), Schäfer, von der Heyde, Rauer (2), Meier (5), Ruthke (5), Klün, Stüven (1), Krüger (1), Nowakowsky (4).

SG: Prieß, Farasha; Felix Fietze (3), Laube (1), Ehmke (2/1), Gövert (3), Till (2), Franke (10/1), Schäfer (3), Kai Wiezorrek (3), Heller (5), Ole Fietze (3), Jan Wiezorrek (1), Steghofer (4).

Bericht entnommen am 11.12.2017 aus dem Stadtteil-Kurier Links der Weser, geschrieben von Rainer Jüttner.

 


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