Mrz 2018 15

Die Oberliga-Handballer aus Habenhausen kommen gegen die SG VTB/Altjührden zu einem 24:24.

Bremen. Viel vorgenommen hatten sich die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen II vor Beginn der Begegnung gegen den souveränen Tabellenführer von der SG VTB/Altjührden. „Wir wollten unbedingt Wiedergutmachung für das miserable Auftreten im letzten Heimspiel betreiben“, erklärte ATSV-Trainer Julian Kühn. Nach dem, vermutlich nur von wenigen Beobachtern erwarteten 24:24 (12:13)-Remis gegen den Liga-Primus ärgerte sich Kühn sogar ein wenig: „Eigentlich müsste ich fast enttäuscht sein“, erklärte er, „im letzten Angriff haben wir leider nicht mehr getroffen, der Einsatz der Mannschaft hätte eine größere Belohnung verdient gehabt“. Dennoch bleibe das Unentschieden aus Sicht des scheidenden Trainers „ein tolles Ergebnis“.
Die Ausgangslage der arg verletzungsgebeutelten Hausherren hatte sich auch während der Trainingswoche nicht verbessert. Roberto Cagliani fehlt auf unbestimmte Zeit mit einer Unterschenkelverletzung und für Marvin Rauer ist die Saison nach einem Teilabriss im hinteren Oberschenkel aus dem Februar sogar gänzlich vorüber. „Somit fehlten mir insgesamt mehr als ein halbes Dutzend Spieler“, erläuterte Kühn. Nichtsdestotrotz hatten sich die Spieler vorgenommen, dem Spitzenreiter möglichst unangenehm zu werden und sich dafür mit Janik Schluroff, Philip Brandes und Fabian Rüsch aus anderen Herrenteams verstärkt.
Starken und mutigen ersten Minuten folgte eine eher zähe Phase, in der die Gastgeber gegen die überraschend defensiv aufgestellte Deckung der Gäste um ihren Top-Angreifer Jan-Uwe Behrends (7/5) kaum zu Chancen kamen und die Würfe aus dem Rückraum mehrfach schlicht zu kraftlos waren. „Auch in der Abwehr hatten wir Probleme“, bilanzierte Kühn. Besonders SG Spielertrainer Ivo Warnecke (4) und die gesamte rechte Angriffsseite der Gäste konnte wiederholt einfache Tore erzielen. Mitte der ersten Hälfte wechselten die Habenhauser schließlich in eine 4-2-Deckung und kamen fortan besser ins Spiel. Von diesem Moment an entwickelte sich ein sehr kampfbetontes Match, in dem beiden Mannschaften zahlreiche Fehler unterliefen und beide Teams wiederholt über unnötige Fehlwürfe klagten. Bis zur Halbzeit waren die stark abstiegsgefährdeten Gastgeber trotzdem auf ein Tor dran, „und wir merkten plötzlich, dass heute wirklich was drin sein könnte“, berichtete der Trainer.
In der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild, das Spiel war weiterhin sehr zerfahren und die Gäste wirkten plötzlich verunsichert. „Wir lieferten ihnen einen großen Kampf“, resümierte Kühn erfreut, „letztlich war kein Unterschied zwischen dem Tabellenersten und uns zu erkennen gewesen“. Als ATSV-Keeper Nils Wilshusen gegen Ende einige Großchancen der Gäste bravourös parierte und Habenhausen auch noch in Führung ging (37. Spielminute), lag sogar eine Sensation in der Luft.
Schon im ersten Durchgang hatte der gut aufgelegte Keeper für eine eher seltene Szene gesorgt, als er in Überzahl einen Fehlwurf der Gäste abfing und umgehend aus seinem Sechsmeterraum zum zwischenzeitlichen 7:10 aus Sicht des ATSV ins gegnerische Tor beförderte. „Leider reichte es dann trotz Überzahl in den letzten zwei Minuten nicht zum Sieg“, bedauerte der Coach. Sechs Spiele bleiben den Habenhausern nun noch, um eventuell doch noch den kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt zu schaffen. Nach dem Remis wurde Philipp Grieme als Nachfolger von Julian Kühn vorgestellt. „Philipp trainiert aktuell die dritte Mannschaft“, erklärte Kühn, „und wird unsere Arbeit in der kommenden Saison fortführen“. Kühn selbst werde eine Pause einlegen und sich auf seine beruflichen und privaten Verpflichtungen konzentrieren.
ATSV Habenhausen II: Wilshusen (1); Brandes, Wilhelms (8/3), Janssen (4), Rüsch, Meier, Hamann, Krüger, Klün, Ruthke (4), Stüven (1), Schluroff (4), Nowakowsky (2).

Geschrieben von Christian Markwort, entnommen am 15.03.2018 aus dem Stadtteil-Kurier Links der Weser.


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