Mai 2018 03

Nach der 19:22-Pleite bei Werder Bremen II ist ein Heimsieg am letzten Spieltag gegen den TV Oyten II Pflicht.
Bremen. Die prekäre Situation für die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen spitzt sich vor dem abschließenden Heimspiel gegen den TV Oyten II weiter zu: Nach der bitteren 19:22 (7:9)-Auswärtsniederlage beim SV Werder Bremen II droht dem Team von ATSV-Coach Marcel Klische tatsächlich noch der Abstieg. „Durch Cloppenburgs Sieg und unsere heutige Niederlage sind wir auf Schützenhilfe angewiesen“, konstatierte der maßlos enttäuschte Trainer. Sein Team müsse nun am kommenden Sonntag (15 Uhr) unbedingt beide Punkte holen, um überhaupt in der Liga zu verbleiben, bei einer Niederlage steigt Habenhausen ab. „Eine äußerst unangenehme Drucksituation also für uns“, verdeutlichte Klische mit Blick auf die Tabelle. Die derzeitige Konstellation zeige aus seiner Sicht außerdem klar auf, „wie unfair diese Vier-Absteiger-Regelung ist“: So könnten mit Schüttorf, Cloppenburg und Habenhausen „drei wirklich ordentliche Oberliga-Teams tatsächlich absteigen, es bleibt also weiter spannend“, so Klische, dessen Team zusätzlich zum eigenen Erfolg auch noch auf eine Niederlage der Teams aus Cloppenburg oder Schüttorf hoffen müsse.
Auf der Gegenseite ist Werder Bremen dabei, sein Saisonziel zu erreichen. „Wir wollten unbedingt unter die ersten vier Mannschaften kommen“, erläuterte Werder-Coach Radek Lewicki, „derzeit sieht es so aus, als hätten wir am Sonntag in Hude das Endspiel um Platz vier, und das wollen wir natürlich in jedem Fall gewinnen.“ Seine mutige Aussage resultierte letztlich auch aus der engagierten Leistung seiner Spielerinnen, die gegen den ATSV von Beginn an sämtliche taktischen Vorgaben des erfahrenen Handballtrainers „nahezu perfekt umgesetzt“ hätten, wie Lewicki betonte. Neben der aufmerksamen Deckung, die in der Mitte nur selten Lücken aufwies, sei das Team offensiv „sehr konzentriert und mit sehr variablem Positionsspiel“ aufgetreten, lobte der Coach. Marcel Klische dagegen hatte erneut nur eine Rumpfmannschaft am Start: „Wir waren auf fünf Aushilfen aus unserer zweiten Mannschaft angewiesen“, umriss der Trainer seine immense Personalnot, „da unter anderem Chrissi Köster auf Mallorca im Urlaub weilt, einige im Schichtdienst arbeiten mussten oder wieder schwanger sind.“ Da schließlich auch noch Maike Leder verletzt passen musste, „hatten wir ein echtes Problem im Angriff“, so Klische, „wo uns heute vor allem die einfachen Tore fehlten.“
Generell fehlten dem ATSV, der im ersten Durchgang lediglich sieben Mal traf, die Tore. „Wir hatten uns vorgenommen“, begründete Radek Lewicki die Torflaute in der ersten Halbzeit auf beiden Seiten, „die Anspiele an den Kreis zu unterbinden und beide Halbpositionen des ATSV aggressiv zu verteidigen.“ Dadurch lag der Fokus der Gastgeberinnen um Top-Torschützin Katrin Salkic (acht Tore) auf der Abwehrarbeit, „die von allen und unseren beiden starken Torfrauen hervorragend erledigt wurde“, lobte Lewicki. „In unserem Angriff fassten sich leider zu wenige Spielerinnen ein Herz und marschierten zielstrebig Richtung Tor“, bemängelte Klische dagegen. Lediglich Katha Kumpf (4) habe überzeugen können, „sie hat nach fast einjähriger Babypause ein gutes Spiel gemacht“, betonte Klische. Ebenso sei Kim-Anna Heidorn „bemüht und agil am Kreis gewesen“, erläuterte Klische, „wenngleich hin und wieder etwas glücklos.“
VWerder Bremen II: Schumacher, Rathjen; Mücke, Schlegel, Pods, Beckmann, Begemann, Stahlkopf (1), Tebje (3), Fastenau (2), Friedrich (5/3), Schulte (3/1), Salkic (8)
ATSV Habenhausen: Bohlen; Buschmann, Rathmann, Lange, Bergen, Peek, Rave, Leder, Sell (1), Rother (2), Klün (7/5), Kumpf (4), Heidorn (4), Burwinkel (1).

Geschrieben von Christian Markwort, entnommen am 03.05.2018 aus dem Stadtteil-Kurier Links der Weser.


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