Sep 2018 10
Handball-Oberliga
Die HSG Delmenhorst zeigte eine schwache Leistung beim Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen. Die Gastgeber überzeugten ebenfalls nicht, sodass die Zuschauer eine durchwachsene Partie sahen.
Bremen. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst bringen keine Punkte von der Auswärtspartie gegen den ATSV Habenhausen mit. Das ist an sich nicht überraschend, gilt der Drittliga-Absteiger doch als einer der Favoriten für den Titel. Doch die Gastgeber zeigten eine über weite Strecken schwache Leistung, die jedoch für einen trotzdem ungefährdeten 28:21 (13:10)-Sieg gegen die Delmestädter reichte.

Das lag daran, dass die Sieben von HSG-Coach Jörg Rademacher alleine im ersten Durchgang so viele Ballverluste durch technische Fehler beziehungsweise Fehlwürfe produzierte, wie sie insgesamt Tore erzielte. Entsprechend unzufrieden zeigte sich Rademacher: „In Habenhausen ist es schwer. Wenn man hier eine Chance haben will, muss man die Fehler minimieren. In der ersten Hälfte hatten wir aber 20 technische Fehler plus Fehlwürfe“, zählte er auf. Trotzdem führten die Gastgeber nur mit drei Treffern nach 30 Minuten, da sie reihenweise den Ball komplett am Gehäuse von Sören Schröder vorbeiwarfen. Zudem zeigte dieser diverse Paraden. „Es eine sehr gute Leistung von ihm, er hat uns im Spiel gehalten. An den Torhütern lag es heute nicht“, sagte Rademacher.

Nur Schröder mit guter Leistung

Die ersten Minuten der Partie standen sinnbildlich für die gesamte Partie. Tim Coors, Frederic Oetken und Ole Goyert scheiterten mit ihrem jeweils ersten Wurf. Dennoch stand es nach fünf Minuten noch 0:0, da auch die Habenhausener keinen Ball ins Tor bekamen. Erst ein von Mirco Wähmann verwandelter Siebenmeter brach den Bann (6.). In der Folge leisteten sich erst Coors und dann Torben Sudau einen Fehlpass im Aufbau, sodass Habenhausen mit zwei Tempogegenstößen auf 3:0 erhöhte. Es dauerte knapp acht Minuten, bis Philipp Freese den ersten Treffer für die Rademacher-Sieben erzielte. Es war zudem das erste Tor aus dem gebundenen Spiel heraus (8.). In der elften Minuten nahm Rademacher dann bereits die erste Auszeit. Es stand erst 4:1 für den ATSV. 

Die Leistung wurde jedoch auch in der Folge nicht viel besser, Fehler auf beiden Seiten prägten das Geschehen. Doch da die Habenhausener etwas weniger davon machten, gingen sie mit einer Führung in die Kabine. „Bei der Menge an Fehlern bei uns war es eigentlich ein Wunder, dass wir nur mit drei Toren hintenlagen“, meinte Rademacher. So gingen die Delmenhorster durchaus mit Chancen in den zweiten Durchgang. Doch auch in diesem gelang den Rachermacher-Mannen kaum etwas, zudem verließ die Spieler der Mut. Sudau, der erst in der 55. Minute seinen ersten Treffer erzielte, und Coors entwickelten keinen Druck aus dem Rückraum – auch ihre Wurfquote war schwach. Sudau traf einen von sechs Versuchen, Coors drei von sieben. Da auch das Kreisläuferspiel – Michael Schröder und Thies Kohrt fehlen weiterhin verletzt – kaum existent war (Dominik Ludwig traf einen Wurf, Marcian Markowski keinen), fehlten der HSG die Mittel. Lediglich Philipp Freese mit fünf Treffer aus sieben Versuchen zeigte Normalform, zudem markierte Frederic Oetken sieben Tore, darunter drei Siebenmeter. Doch ihm fehlten die Ideen, mehrere Anspiele verfehlten ihr Ziel.

„Wir haben hier heute Punkte weggeworfen, die wären möglich gewesen. Wir haben zu früh aufgegeben“, monierte Rademacher. Zudem bemängelte er die Einstellung. „Die Spieler waren im Kopf nicht da. Sie waren nicht bereit, die Wege zu gehen, die weh tun, Mann gegen Mann“, ärgerte er sich. So sei die Niederlage auch in der Höhe absolut verdient. „Wir müssen jetzt den Mund abputzen und uns nächste Woche die beiden Punkte holen. Das wird gegen Beckdorf genauso schwer wie heute“, blickte Rademacher voraus.

Auch dann wird er weiterhin auf mehrere Stammspieler verzichten müssen. „Wir haben auch so genug Qualität. Aber es ist für uns im Moment sehr schwierig. Habenhausen wechselt nach 20 Minuten die komplette Sieben durch, das können wir nicht“, berichtete er. Die Saison werde lang, dafür brauche man einen breiten Kader, der aktuell nicht zur Verfügung stehe. „Das nervt mich als Trainer natürlich“, sagte er.

Geschrieben von Michael Kerzel, veröffentlicht im Weser Kurier am 09.09.2018.


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