Sep 2018 03

Janik Schluroff erlöst den Handball-Oberligisten beim hauchdünnen 22:21-Auftaktsieg in Bremervörde

 Habenhausen. Matthias Ruckh konnte die Spannung in der Schlusssekunde des 22:21 (10:8)-Auftaktsiegs beim TSV Bremervörde nicht mehr aushalten. „So kräftig ist mir meine Pumpe schon lange nicht mehr gegangen“, gab der Trainer des Handball-Oberligisten ATSV Habenhausen zu. Er drehte sich leicht seitlich weg, als der Gastgeber aus zehn Metern Entfernung zum Tor zum finalen direkten Freiwurf ansetzte. Die Chance verpuffte im ATSV Abwehrblock. Während seine Mannschaft sofort den erfolgreichen Saisonauftakt bejubelte, freute sich der Habenhauser Coach mehr innerlich: „Meine Spieler haben sich die Punkte verdient und sollen die dann auch erst einmal alleine feiern.“

Die 60 Minuten vorher bot der Drittliga-Absteiger ein typisches Auftaktspiel mit reichlich Höhen und Tiefen. „Bremervörde war der erwartet schwere Gegner, bei dem noch einige Mannschaften ihre Punkte lassen werden“, ist „Ruckher“ überzeugt. Nichtsdestotrotz hatte seine Mannschaft aber einiges getan, um den Gegner richtig ins Spiel zu bringen. Die Gäste ließen nach dem 5:3 von Tim Steghofer (10.) drei Hochkaräter aus und verpassten es damit, den Niedersachsen gleich zum Spielbeginn einen kräftigen Dämpfer zu verpassen. Noch schlimmer: Der Gastgeber drehte den Spieß zur eigenen 6:5-Führung um und warf damit seine Emotionen, Kampfgeist und die lautstarke Unterstützung seiner Zuschauer in die Waagschale (19.).

„Genau das wollten wir eigentlich vermeiden“, betonte der ATSV-Coach, dessen Deckung gerade im ersten Durchgang Phänomenales leistete. Die Südbremer hatten allerdings Pech, dass von den acht Gegentreffer bis zum Seitenwechsel vier TSV-Würfe vom ATSV-Block ins eigene Tor abgefälscht wurden oder zumindest zum erfolgreichen Nachwurf in den gegnerischen Händen landeten.

Andererseits nutzten die Gäste die Rote Karte des Bremervörder Routiniers Adnan Salkic (dritte Zeitstrafe/30.) auch nicht, um direkt nach dem Seitenwechsel für Klarheit zu sorgen. Im Gegenteil! Tim Steghofer und Hauke Marien erhöhten zwar umgehend auf 12:8 (32.), ja selbst beim 14:10 von Mirco Wähmann und dem 16:12 von Tim Steghofer schienen die Weiß-Blauen die Niedersachsen im Griff zu haben (43.). Mit 23 Fehlwürfen in der gesamten Partie verschafften die Gäste den Niedersachsen jedoch immer wieder Oberwasser. „So etwas dürfen wir uns gegen andere Gegner nicht noch einmal leisten“, warnte Matthias Ruckh sein Team vor dem Heimspielauftakt am Sonntag um 17 Uhr gegen den starken Aufsteiger HSG Delmenhorst.

Der zwölffache Torschütze Karol Moscinski, Bremervördes Neuzugang im linken Rückraum vom Drittliga-Absteiger VfL Fredenbeck, versetzte den Bremern außerdem einen Nackenschlag nach dem anderen. Dreieinhalb Minuten vor Schluss glich Bremervörde durch den 25-jährigen Tschechen erstmals zum 20:20 aus, Yannick Schäfer brachte den ATSV Habenhausen aber wieder nach vorne (21:20/58.). Als Karol Moscinski 30 Sekunden vor Ultimo seinen zehnten Treffer nach der Pause zum 21:21 landete, stand die Halle endgültig Kopf.

Danach griff Matthias Ruckh zur Auszeit und sprach mit seinem Team die finale Taktik durch – mit Erfolg. Acht Sekunden vor der Schlusssirene passte Yannick Schäfer von Halblinks auf seinen Spielmacher Janik Schluroff zurück, der brach durch die Bremervörde Abwehr und traf zum 22:21-Endstand. Die Gäste waren noch einmal mit einem dunkelblauen Auge davon gekommen. „Es ist großartig, was meine Mannschaft in den engen Situationen geleistet hat“, lobte der ATSV-Trainer. Sein Team war zwar nicht wie erhofft in die Konter gekommen, es hatte in den engen Situationen aber immer wieder konzentriert reagiert.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (1), B. Wähmann (1), Monroy, Meier (1), Schluroff (2), M. Wähmann (4/2), Rojahn, Schäfer (3), Marien (6), Rudolph, Feller, Steghofer (4).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 3.9.2018


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