Okt 2018 11

Der Habenhauser Lukas Feller trifft mit seinem neuen Klub auf alte Weggefährten

Bremen. Lukas Feller ist vor dem Pokalauftritt beim Verbandsligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen (Sonnabend, 18 Uhr, Heideschule) nicht zu beneiden. Den Neuzugang der Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen erwartet in zweifacher Hinsicht eine emotional schwierige Reise in die Vergangenheit. Einerseits hat er das Handballspielen bei den „Schwänen“ ab dem sechsten Lebensjahr von der Pike auf erlernt und gibt seine Erfahrung aktuell auch als Trainer der männlichen Oberliga-C-Jugend weiter. Andererseits trifft der Student, der als Aushilfe bei der GVO-Versicherung arbeitet, im Pokal nun auf gleich drei GVO-Beschäftigte, die mit dem Verbandsligisten die nächste Runde erreichen wollen: HSG-Trainer Andreas Szwalkiewicz, Marc Blum und Niels Huckschlag.

Da weiß der Ex-Schwaneweder natürlich ganz genau, was ihm als klassenhöherer Pokalfavorit im Falle einer Niederlage am darauffolgenden Montag blüht. „Der Verlierer bekommt über den Tag ganz bestimmt mehrere lustige Sprüche reingedrückt. Und eine genaue Spielanalyse am Mittagstisch“, sagt er lachend – und hofft, „dass ich am Ende des Spiels auf der Gewinnerseite stehe“.

Es ist nur zu verständlich, dass es Lukas Feller längst in den Fingern kribbelt, zumal er vor dem ersten Aufeinandertreffen mit seinen alten Weggefährten steht. Der Sport- und Geschichtsstudent auf Lehramt hatte die „Schwäne“ nur 2015 für einen halbjährigen Ausflug zu Eintracht Hildesheim II (Oberliga Niedersachsen) verlassen. Am Sonnabend droht ihm sogar der direkte Zweikampf mit seinem Büronachbarn Marc Blum. „Wenn du mit dem Gegner bis vor wenigen Monaten noch selbst viermal wöchentlich in der Halle gestanden hast, wird dieser Pokalauftritt sowieso zu etwas ganz Besonderem“, sagt der neue ATSV-Abwehrchef Fabian Rojahn. Er war zum Saisonende, wie Kai Rudolph (Rückkehrer nach einem Jahr in Schwanewede), dem Ruf des neuen ATSV-Trainers Matthias Ruckh gefolgt – nach sechs Jahren im Dress der HSG. Und selbst „Ruckher“ wies als Spieler eine siebenjährige Schwaneweder Vergangenheit auf, bevor er zum ATSV wechselte.

Nur noch dabei statt mittendrin

Angesichts der Vorgeschichte wird das Quartett dieses Mal bei der Einlaufzeremonie in der sogenannten „Heidehölle“ nicht mehr mittendrin, sondern bestenfalls dabei sein. Wenn die Lampen ausgehen und die Spieler der Heimmannschaft im Spotlicht einer nach dem anderen aus dem Kabinengang in die Halle rennen. „Das wird für mich zwar im ersten Moment komisch sein, aber ich werde diese Stimmung auch als Gast genießen und alles andere ausblenden“, meint Lukas Feller. Immerhin dürfte der ATSV Habenhausen durch seine Insider hinsichtlich der HSG-Spielvarianten einige Vorteile haben, auch wenn die Schwaneweder ihre Spielarchitektur mit den drittligaerfahrenen Neuzugängen Karlo Oroz und Fabian Hartwich verändert haben. „Wenn sie es schaffen, zusammen mit der Stimmung auf den Rängen Derbyfeuer ins Spiel reinzukriegen, dann zählt in der Partie auch der Ligaunterschied zwischen ihnen und uns nicht mehr“, warnt Fabian Rojahn.

Die Habenhauser Reserve hatte die HSG-Stärke vor zwei Wochen im Duell der Oberliga-Absteiger hautnah erlebt, als sie im Spitzenspiel bei den Niedersachsen schnell mit 7:18 in Rückstand gerietet. Am Ende kletterte die in allen drei Heimspielen verlustpunktfreie HSG Schwanewede/Neuenkirchen mit einem 37:28-Erfolg auf den dritten Tabellenplatz (8:2 Punkte).

Brisant ist auch die Rückkehr von Matthias Ruckh an seine alte Wirkungsstätte, die er zum Jahreswechsel auf Anraten des HSG-Trainer Andreas Szwalkiewicz hatte verlassen müssen. Ruckh soll Spieler zum Wechsel nach Habenhausen angesprochen haben. „Ich habe mich als Spieler auf und neben dem Platz sowie als Jugendtrainer sehr viel bei der HSG eingebracht. Da sich im Verein aber einiges gewandelt hat und einige Dinge anders gehandhabt werden, muss ich mit diesem Abschied leben“, sagt der ATSV-Coach im Rückblick.

Werders Oberliga-Handballerinnen gleich zweimal im Einsatz

Die Oberliga-Handballerinnen desSV Werder Bremen II befinden sich am kommenden Wochenende im Doppelstress. Am Freitag erwarten sie im Topduell der Punktspielrunde die HSG Hude/Falkenburg (20.30 Uhr, Klaus-Dieter-Fischer-Halle). Am Sonnabend geht es für sie um 18 Uhr an gleicher Stelle im Pokal gegen den MTV Tostedt weiter. „Wir sind heiß auf das Hude-Spiel“, sagt Trainer Radek Lewicki. In beiden Spielen wird Torfrau Charlotte Schumacher fehlen. Dennoch wollen sie sich auch gegen den ­Tabellendritten der Oberliga Niedersachsen bestmöglich verkaufen, müssen aber auf Marlin Pods (Einsatz in der ersten Mannschaft) verzichten.

Die Landesliga-Männer des SV Grambke-Oslebshausen erwarten im Pokal am Sonnabend um 16 Uhr den Oberliga-Absteiger Elsflether TB, der mit 10:0 Punkten als einziges ungeschlagenes Team die Pole-Position der Verbandsliga Nordsee einnimmt. Der heiße Oberliga-Aufstiegsanwärter aus der Wesermarsch hat jedoch durch die schwere Verletzung von Ruven Rußler einen Leistungsträger verloren.

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 11.10.2018


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