Okt 2018 29

Die Handballerinnen des ATSV Habenhausen müssen sich bei GW Mühlen mit einem 24:24 begnügen

Die Gäste um ihre Top-Angreiferin Christine Köster (sechs Tore/zwei Siebenmeter) kamen zunächst schwerfällig ins Spiel und benötigten knapp zehn Minuten, um die Führung der Gastgeberinnen zu egalisieren (4:4/ neunte Spielminute). Anschließend zeigten die Gäste dann aber, was sie zu leisten imstande sein können, wenn die Köpfe frei sind und die Spielerinnen ihr volles Potenzial ausschöpfen. Von Minute zu Minute erspielte sich das ATSV-Team Torchance um Torchance, aus dem Remis wurde binnen kurzer Zeit schließlich eine eigene 10:5-Führung (18.), ehe mit Alina Gläser (7/1) und Nadine Jacob (6/3) die beiden treffsichersten Werferinnen des Teams aus dem Landkreis Vechta in Erscheinung traten und ihre Mannschaft wieder heranführen konnten. „In den ersten 30 Minuten war es ein wirklich souveräner Auftritt von uns“, betonte Lars Röwer, „aber mit Wiederbeginn haben wir dann den Faden verloren.“

 

Schon nach der deutlichen ersten Führung des ATSV hätten die Spielerinnen „zwar nicht überheblich, aber einfach zu euphorisch“ (Röwer) agiert und teilweise zu schönen Handball versucht zu zaubern. „Wir müssen uns in unserer derzeitigen Situation einfach auf die Grundtugenden im Handball konzentrieren“, ärgerte sich Röwer, „Zeit für schönen Handball haben wir , wenn wir nicht mehr in Abstiegsgefahr schweben.“ Vor allen Dingen die zahlreichen eigenen Fehler im Spielaufbau sowie in der Rückwärtsbewegung gelte es, so schnell wie möglich abzustellen, mahnte der Trainer, „sonst wird es am Saisonende ziemlich eng für uns in der Abstiegszone“.

Mit Wiederbeginn lagen die Gastgeberinnen schließlich mit lediglich einem einzigen Treffer im Hintertreffen, nach dem Ausgleich brachte Sharon Holtz (3) ihr Team zunächst wieder zurück in die Erfolgsspur. Allerdings stießen die Bremerinnen wiederholt nicht energisch genug in die zahlreichen Lücken im Mühlener Abwehrverbund und verpassten es, durch konsequentes Kreuzen für zusätzliche Verwirrung in der GW-Defensive zu sorgen. Das Spiel wogte mehr oder minder ausgeglichen hin und her, die Führung wechselte gleich mehrfach. „Wir müssen in den kommenden Trainingseinheiten wieder in kleinen Etappen zurück zu unserem Selbstverständnis finden“, resümierte Lars Röwer, „und einfach den Handball spielen, den wir verinnerlicht haben und bei dem die Automatismen ohne zu überlegen einfach funktionieren.“

In der hitzigen Schlussphase nahm Röwer beim Stand von 20:22 aus Sicht des ATSV (54.) seine einzige Auszeit, „um die Mädels wieder auf das ganz kleine Handball-Einmal-Eins zu fokussieren“, wie er erläuterte. Anschließend trafen Bente Rave und Larissa Beisch zum Ausgleich für den ATSV, Sabine Peek und Christine Köster bauten den Vorsprung gar auf zwei Tore aus (24:22/57.), doch die beiden besten Spielerinnen der Mühlenerinnen raubten dem ATSV in den Schlusssekunden den so sehnlich erhofften doppelten Punktgewinn. Vor dem Lokalderby in eigener Halle gegen den spielstarken Aufsteiger von der SG Findorff (Sonntag, 4. November, 17 Uhr) will Lars Röwer sein Team wieder neu einstellen. „Wir müssen als geschlossene Einheit auftreten“, mahnte der Coach, „sonst wird es sehr schwer, dort etwas zu bestellen.“

ATSV Habenhausen: Beisch (1); Ohnesorge, Lea Burwinkel, Anne Burwinkel, Holtz (3), True (1), Köster (6/2), Lange, Peek (5/3), Wefer (2), Schiege, Rave (1), Leder (5).

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 29.10.2018

 


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