Okt 2018 01

Oberliga-Handballer gewinnen Stadtderby bei der SG HC Bremen/Hastedt noch deutlich mit 32:22

Bremen. Eine starke erste Hälfte reichte den Oberliga-Handballern der SG HC Bremen/Hastedt im Stadtderby gegen den ATSV Habenhausen nicht. Die Hausherren mussten sich dem Drittliga-Absteiger nach dem 11:12-­ Pausenückstand klar mit 22:32 geschlagen geben. „Uns ist es gegen Habenhausen genauso ergangen wie vor einer Woche dem TV Cloppenburg“, sah Hastedts Trainer Marten Franke Parallelen zum vorangegangenen Habenhauser Auftritt. Denn auch die Niedersachsen waren vom Drittliga-Absteiger nach der Pause völlig überrannt worden.

Im ersten Durchgang hatte sich das Franke-­Team gut an die taktische Marschroute gehalten, gegen die Gäste clever mit der 5:1-Formation verteidigt und vor allem die ATSV-­Deckung mit einem breit angelegten Spiel über die Außen und den Kreis geschickt auseinandergezogen.Da zahlte sich im Angriff aus, dass Ole Fietze auf der Angriffsmitte immer stärker in die Verantwortung geht und dessen Bruder Felix sowie Jorrit Latacz am Kreis gut in Szene gesetzt wurden. „Vor der Pause hatte sich meine Mannschaft gut an den Matchplan gehalten“, betonte Marten Franke.

Das war auch am Ergebnistableau abzulesen, denn der 4:0-Vorsprung von Jan Wiezorrek, Leon Grieme sowie Ole und Felix Fietze waren vor der stimmungsvollen Kulisse von rund 200 Zuschauern ein kräftiges Statement (7.) der SG. „Meiner nervös gestarteten Mannschaft fehlte am Anfang ein Tor als Brustlöser“, meinte der Habenhauser Trainer Matthias Ruckh. Sein Glück war es, dass die Hausherren in dieser Phase die ATSV-Fehler nicht noch mehr bestraften, sodass Tim Steghofer und der gut die Regie führende Janik Schluroff auf 2:4 verkürzten.

Mit zunehmender Spielzeit zahlte sich bei den Gästen auch aus, dass sich bei ihnen Olaf Abshagen, Marcel Fischer und Björn Wähmann im Feuerwehrdienst extra für drei Stunden von eingesprungenen Kollegen vertreten ließen, um am Derby teilnehmen zu können. „Das hat uns im Spiel gewaltig weiter geholfen“, lobte Matthias Ruckh den Einsatz seiner professionellen Brandbekämpfer. Das Nachbarschaftsderby verlief bis zum Pausenpfiff weiter Spitz auf Knopf. Letztendlich waren es hüben wie drüben Kleinigkeiten, die die Waagschale ganz langsam zugunsten des ATSV Habenhausen ausschlugen ließen. Marcel Fischer glich beim 7:7 erstmals aus, nach dem 8:7 von Ole Fietze drehte Mirco Wähmann den Spieß per Dreierpack zum 10:8 um (23 ). Bei der 12:11-Halbzeitführung der Gäste war aber beileibe nichts entschieden. Das sollte sich kurz nach dem Wiederanpfiff drastisch ändern, denn nach dem 14:16 von Jan Ole Harting setzten sich die Gäste durch zwei schnelle Tore ihres Linkshänders Hauke Marien auf 18:14 ab (38.). Danach gingen die Köpfe der SG HC Bremen/Hastedt allmählich nach unten.

„Da meiner Mannschaft der Glaube an einen Sieg immer mehr fehlte, sind wir auch nicht mehr mit voller Überzeugung in die Zweikämpfe gegangen“, bemängelte Marten Franke. Sein Gegenüber konnte sich derweil auf der Trainerbank zunehmend entspannen. Denn egal, wen er auch einwechselte, machte er damit die Hausherren körperlich und moralisch K. o. „Das war eine Frage der Power“, bilanzierte „Ruckher“ zufrieden. Allein schon sein Schlussmann Daniel Sommerfeld kratzte mit insgesamt elf Paraden, darunter ein Siebenmeter, am Selbstvertrauen der Hastedter. Außerdem konnten sich die Gäste wieder einmal auf ihre ausgezeichnete Verteidigung verlassen, in der Abwehrchef Fabian Rojahn erneut einen großartigen Job machte.

An der Habenhauser Deckung zerschellten schließlich auch die letzten Hastedter Hoffnungen auf eine Wende, aus der heraus der Drittliga-Absteiger im zweiten Durchgang zehn Tore per erster oder zweiter Welle erzielte. Und da die Gäste in den zweiten 30 Spielminuten zusätzlich ihre Angriffsfehler exakt halbierten, war es um die SG HC Bremen/Hastedt endgültig geschehen. Die Habenhauser setzten sich auf 25:17 ab, „weil jeder meiner Spieler eine eigene Idee hatte, wie er gerade spielen will“ (Marten Franke). Nach dem 26:21 schickten die Blau-Weißen den Gastgeber schließlich komplett mit einer Zehn-Tore-Klatsche auf die Bretter.

Der ATSV-Coach Matthias Ruckh hatte sich also im Vorfeld viel zu viele Gedanken darüber gemacht, dass die Hastedter ohne ihren verletzten Regisseur Marten Franke viel schlechter ausrechenbar seien. „Sich umsonst Sorgen zu machen ist aber ja besser als umgekehrt“, schmunzelte er vergnügt.

SG HC Bremen/Hastedt: Lucic, Boccacci; F. Fietze (3), Schröder (3/2), Gövert, Brune (2), K. Wiezorrek, Grieme (3), Harting (3), Heller, O. Fietze (4/1), J. Wiezorrek (2), Latacz (2).

ATSV Habenhausen: Abshagen, Sommerfeld; Fischer (3), B. Wähmann (3), Meier (1), Schluroff (5), M. Wähmann (8/3), Rojahn, Marien (6), Rudolph (1), Feller, Steghofer (5).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 01.10.2018


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