Okt 2018 04

Handball-Verbandsliga: ATSV Habenhausen II verliert Spitzenspiel bei Schwanewede/Neuenkirchen mit 28:37

Habenhausen. Philipp Grieme war von der 28:37 (15:21)-Packung im Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen alles andere als begeistert. „So darfst du das Ding einfach nicht verlieren“, dozierte der Trainer des ATSV Habenhausen II. Zumal seine Mannschaft mit einer besseren Leistung einen Mit-Absteiger im Kampf um die Spitzenplätze vier Punkte hinter sich hätte lassen können.

So lief alles völlig anders: Die „Schwäne“ kamen gegen die Bremer von Beginn an ins Rollen und verpassten ihren Gästen im fünften Spiel die erste Niederlage. Damit zog die HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Tabelle auch gleich am nun punktgleichen Rivalen vorbei.

Der Habenhauser Coach hätte als Ausrede das urlaubsbedingte Fehlen seines Torjägers Bjarne Ruthke nutzen können, er ging darauf aber kaum ein. „So schlecht war unser Spiel ja auch nicht, wir haben aber den Anfang völlig verschlafen“, analysierte er. Das war für den völligen Blackout noch harmlos formuliert, den sich die Gäste vor 270 begeisterten Zuschauern leisteten, soweit diese sich den Niedersachsen zugewandt fühlten.

Denn während die Oberliga-Reserve mit der clever gestaffelten 5:1-Deckung der Hausherren überhaupt nicht zurecht kam, schenkten diese ihr über 8:2 (9.) bis zum 18:7 einen Treffer nach dem anderen ein (22.). Der Rückhalt war im ATSV-Tor bis dahin ebenfalls Null. 
„Bei diesem Spielstand war mir auch nicht mehr klar, ob ich meine Mannschaften zusammenfalten oder ruhig mit ihr umgehen sollte“, gab Grieme nach verschiedenen taktischen Versuchen zu. Er entschloss sich beim 8:18-Rückstand für die besonnenen Worte und zur doppelten Manndeckung durch Roberto Cagliani beim HSG-Shooter Marc Blum und Marc Krüger beim Spielgestalter Nenad Alibrahim.

Damit stürzte er den Gastgeber von einer Verlegenheit in die nächste und verhinderte ein völliges Debakel. Ja, sogar noch mehr. Beim Tempogegenstoß von Marc Krüger zum 20:15 wackelten die Hausherren an allen Ecken und Enden, bevor sie beim 21:15 der Pausenpfiff rettete. „Ein paar Minuten länger und wir wären noch näher herangekommen“, war Philipp Grieme überzeugt. So wurde die Halbzeit gleich zum nächsten Knackpunkt des Spiels, da sich die Niedersachsen auf die geänderte Taktik einstellen konnten. Außerdem nutzte diese die extrem kraftraubenden Maßnahmen des ATSV, um den insbesondere über die Anspiele an den starken Kreisläufer Fabian Hartwich zu knacken. Die Bremer ließen sich im Gegenzug von den Paraden des exzellenten HSG-Keepers Rene Steffens entnerven, wurden daher in der Abwehr immer offener und landeten nach dem 17:22 von Marco Wilhelms mit dem zwischenzeitlichen 18:27-Rückstand endgültig auf dem Abstellgleis.

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Hamann; Besuden, Wilhelms (8/5), Janssen, Schäfer (2), Petersen (1), Marz (1), Häusler, Klün (1), Stüven (5), Krüger (5), Cagliani (3), Nowakowsky (2).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 04.10.2018

 


Impressum |
Datenschutzerklärung | Powered by Testroom