Nov 2018 15
Habenhausen. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen erlebten nach der blau-weißen Vereinsnacht nicht ihr blaues Wunder. Sie wiesen zu Hause den Drittliga- Mitabsteiger VfL Fredenbeck klar mit 29:23 (13:9) in die Schranken und sind damit der erste Jäger des Spitzenreiters OHV Aurich.
Tim Steghofer lieferte im Verfolgerduell gegen Fredenbeck mit sieben Toren seine bislang beste Saisonleistung ab. (Nils Conrad, frei)

Der Rückstand zu den ungeschlagenen Ostfriesen beträgt nach neun Spieltagen allerdings schon stattliche fünf Punkte. „Aurich muss in der Rückrunde aber noch nach Fredenbeck und zu uns. Vielleicht erlaubt er sich ja auch noch irgendwo einen Ausrutscher“, sagte der ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Auch das Verletzungspech, das die Auricher in der vergangenen Saison zum Abstieg aus der dritten Liga verdammt hatte, darf nie aus der Acht gelassen werden.

Das Ruckh-Team war auf das Verfolgerduell gegen Fredenbeck von Beginn an heiß und ließ den Vereinsball überwiegend links liegen. Wer dennoch dort war, verhielt sich absolut diszipliniert und hatte die Feierlichkeit noch vor Mitternacht verlassen. Unterm Strich hatte der Gastgeber gegen Fredenbeck allerdings mehr mit der erschreckend schwachen Performance des Online-Spielberichts der Liga und später mit dem Mikrofon bei der Pressekonferenz zu kämpfen als mit dem vom Verletzungspech stark gebeutelten Gegner. Wichtig war dabei, dass der ATSV Habenhausen im Innenblock seiner Verteidigung absolut sicher stand und Marcel Fischer auf der Halbposition den Fredenbecker Torjäger Jan Torben Ehlers (6 Tore) mit schneller Beinarbeit offensiv wirkungsvoll bekämpfte. „Damit haben wir den VfL aus dem Konzept gebracht“, analysierte Matthias Ruckh.
Kurz vor der Pause nutzte seine Mannschaft dann zwei Fredenbecker Zeitstrafen und setzte sich nach dem 9:8 durch die Tore von Mirco Wähmann (2/2) und Hauke Marien erstmals in der Partie auf vier Tore ab (12:8). Dabei verkrafteten die Hausherren den Ausfall ihres starken Torwarts Daniel Sommerfeld, der nach einer Parade mit einem hereingesprungenen VfL-Außenstürmer zusammengeprallt und dabei umgeknickt war. Für ihn rückte Olaf Abshagen zwischen die Pfosten, der fast nahtlos dort anknüpfte, wo „Sommer“ Sommerfeld aufgehört hatte.

Handball atsv habenhausen

Foto: Nils Conrad

Der zweite Durchgang verlief ganz nach dem Geschmack der rund 300 Zuschauer, so lange es sich nicht um die etwa 50 mitgereisten aus Fredenbeck handelte. Sie sahen, wie der ATSV Habenhausen mit geschickten Kreuzungen immer wieder Lücken in die VfL-Abwehr riss und die Niedersachsen damit mürbe spielte. Dabei machte der Linksaußen Tim Steghofer mit sieben Toren sein wohl bestes Spiel seit seiner Rückkehr in den Bremer Süden. Bei Mirco Wähmann war wiederum die Siebenmeterausbeute ohne Fehl und Tadel.

Eine Viertelstunde vor Schluss waren die Würfel durch das 26:16 von Kapitän Björn Wähmann frühzeitig gefallen. 

Danach kamen die Hausherren im Angriff nicht mehr so sehr aus der Tiefe und hatten zusätzlich Pech, dass bei ihnen Mirco Wähmann dreimal die Stabilität des Torgestänges austestete. Die Abwehr der Südbremer tat sich unterdessen damit schwer, dass die Gäste ihren Schlussmann aus dem Tor nahmen und mit dem siebten Feldspieler angriffen. Dadurch konnte der VfL auf 21:26 verkürzen, mehr aber auch nicht. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff beendeten Mirco Wähmann und Marcel Fischer mit ihren Treffern zum 28:21-Vorsprung jegliche aufkeimende Diskussion über den Sieger des Spiels.

„Habenhausen hat auch in der Höhe verdient gewonnen“, meinte Fredenbecks Trainer Florian Marotzke, der in der vergangenen Saison noch an der Außenlinie des SV Werder Bremen in der zweiten Bundesliga der Frauen stand. Für ihn und sein stark vom Verletzungspech gebeuteltes Team dürfte der Aufstiegstraum mit der vierten Niederlage in Folge geplatzt sein. Den Südbremern bleibt dagegen noch ein Fünkchen Hoffnung auf mögliche Punktverluste des Tabellenführers aus Aurich.

Zunächst einmal geht es für den ATSV Habenhausen aber am Sonntag in Rastede um den Einzug ins Final Four des Verbandspokals Niedersachsen/Bremen. Dort trifft er in der Zeit von 13 Uhr bis etwa 18 Uhr auf die Landesligisten VfL Rastede und MTV Aurich sowie den Verbandsligisten VfL Fredenbeck II. „Wir sind dort als Oberliga-Zweiter klarer Favorit und wollen dieser Rolle gerecht werden“, setzt Matthias Ruckh voll auf den Einzug in die vierte und letzte Pokalrunde. Dass in der Rasteder Halle striktes Backeverbot herrscht, stört ihn nicht im Geringsten. „Nach der Niederlage im backefreien Punktspiel in Rotenburg haben wir ja wohl auch noch etwas wieder gutzumachen“, betont er.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen: Fischer (2), B. Wähmann (5), Meier, Schluroff (2), M. Wähmann (9/6), Stüven, Rojahn, Schäfer (1), Marien (3), Feller, Steghofer (7).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 15.11.2018


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