Nov 2018 08

Nikolai-Team siegt in einem turbulenten Landesklassen-Derby beim HC Bremen mit 21:19

Foto: Nils Conrad

Dabei hatte Gästetrainerin Lara Nikolai dem Team der Gastgeberinnen vor Spielbeginn noch die Rolle des Favoriten zugeteilt. „Hastedt hat viele erfahrene Spielerinnen in seinen Reihen“, erörterte die ATSV-Trainerin, „wir dagegen befinden uns gerade in einem Umbruch und müssen mit vielen Verletzten leben.“ Dieser Umstand hatte zur Folge, dass die Gäste gleich drei A-Jugendliche auf die „Platte“ schicken mussten, doch auch im Team der Hastedterinnen fehlte mit Kreisläuferin Annelie Hagedorn (Außenbandriss im Sprunggelenk) eine Leistungsträgerin.

Tempo-Taktik geht nicht auf

„Wir werden versuchen, mit viel Tempo aus einer stabilen Defensive heraus zum Angriff zu kommen“, hatte Andrea Wiegandt vor Spielbeginn als Marschroute ausgegeben. Da ihr im Rückraum zudem einige Alternativen fehlten, sollten die Gastgeberinnen „das Spiel möglichst breit machen und geduldig auf gute Wurfmöglichkeiten warten“, so Wiegandt. Dieser Plan ging allerdings nie richtig auf, während die Gäste um ihre treffsicherste Akteurin Janina Rother (acht Tore) wiederholt frei zum Wurf kamen, taten sich die Hastedterinnen sowohl defensiv als auch im Angriff ungewöhnlich schwer.

Gleich dreimal lagen die Gastgeberinnen um ihre beste Werferin Sara Lagemann (vier Tore/zwei Siebenmeter) in Durchgang eins mit zwei Toren vorn (2:0/3. Spielminute; 4:2/9. und 5:3 /11.), jedes Mal glich der ATSV wieder aus – und ging schließlich seinerseits mit 8:7 in Führung (22.). „Wir waren eigentlich die gesamten 60 Minuten über viel zu unkonzentriert im Abschluss“, haderte Andrea Wiegandt, „21 Gegentore sind defensiv noch ganz okay, aber nur 19 eigene Treffer sind in einem Heimspiel einfach viel zu wenig.“ Bis zur Halbzeit egalisierte Hastedt die Gästeführung, mit Gleichstand ging „ein Spiel auf Augenhöhe“ (Wiegandt) schließlich in die Pause.

Nachdem Hastedts Rieke Ahlers (3) ihr Team nach Wiederbeginn zunächst erneut in Front gebracht hatte, baute Dana Beckmann den Vorsprung sogar noch aus (14:12/41.). Doch im Anschluss verlor Hastedt unerklärlicherweise komplett den Faden, Habenhausen präsentierte sich – eben eines Spitzenreiters würdig – zunehmend selbstbewusster und eroberte die Führung durch Rother wieder zurück (18:17/51.). „Wir haben in mehreren Situationen die Nahtstellen zwischen den einzelnen Positionen des ATSV nicht konsequent zugestellt“, ärgerte sich Andrea Wiegandt über zwei verlorene Punkte, „diese Niederlage war absolut unnötig und wirft uns in unseren Planungen tatsächlich etwas zurück.“ Sara Lagemann konnte für Hastedt per Siebenmeter noch ein letztes Mal ausgleichen (19:19/54.), doch mit ihren letzten beiden Treffern sorgte schließlich die glänzend aufgelegte Janina ­Rother für den etwas überraschenden, aber letztlich hoch verdienten Auswärtssieg des alten und neuen Tabellenführers. „Wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen“, ärgerte sich Andrea Wiegandt, während Lara Nikolai trotz des Sieges noch etwas zu bemängeln hatte: „Wenn wir tatsächlich weiter oben mitspielen wollen“, erklärte sie, „müssen wir deutlich effektiver im Abschluss werden, deshalb bin ich heute nur phasenweise zufrieden, weil wir zwar über 60 Minuten eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt haben, aber da ist noch eine Menge Luft nach oben.“

HC Bremen:Rathjen, Repty; Theresa Mähr (1/1), Ahlers (3), Marlena Mähr (2), Melina Frank, Lagemann (4/2), Lisa Becker, Kriete (3), Otto (1), Semken (2), Webner, Beckmann (3).

ATSV Habenhausen II: Bergen, Ohnesorge; Setzer (1), Buschmann (2/2), Sünkenberg (3/3), Lea Burwinkel (2), Sies, Anne Burwinkel (2), Stegemann, Koconrek, Brandt (3), Rother (8), Hinck, Schiege.

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 08.11.2018


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