Nov 2018 26

Habenhausens Oberliga-Handballer siegen in Hatten 32:20 und wollen Aurich weiter unter Druck setzen

Habenhausen. „Jubeln ist einfach“, lautete eine Werbeanzeige im Hallenheft der TSG Hatten/Sandkrug. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen nahmen die Werbetexter einer lokalen Bank sofort beim Wort und setzten sich beim Liga-Novizen aus dem Landkreis Oldenburg sicher mit 32:20 (15:8) durch. Danach postete der Drittliga-Absteiger seine stolzen Jubelgesänge noch aus der Kabine heraus via Instagram in die digitale Welt – Jubeln kann tatsächlich ganz einfach sein.

Einen Erfolg bei den Niedersachsen hatte der Habenhauser Trainer Matthias Ruckh natürlich eingeplant, aber dass der gleich so überlegen und hoch ausfiel, war im Vorfeld nicht zu erwarten. Schließlich mussten sich die unmittelbaren Ligakonkurrenten aus Bissendorf-Holte (30:28), Aurich (25:20) und Cloppenburg (31:25) deutlich mehr strecken, um die heißbegehrten Zähler vom Liga-Novizen zu entführen. Das ändert aber nichts daran, dass die Blau-Weißen dem aktuellen Liga-Überflieger OHV Aurich immer noch fünf Punkte hinterherlaufen. „Deshalb wollen wir ja auch versuchen, bis zum Rückspiel Anfang Februar keinen Zähler mehr abzugeben, um den Druck auf Aurich hochzuhalten“, betont der HSG-Trainer Matthias Ruckh.

Den überzeugenden Auftritt im Sandkruger Schulzentrum verdankt seine Mannschaft vor allem der starken Abwehr, die extrem gut verteidigte. Hier zahlt sich die gemeinsame Arbeit mit dem Trainergespann Matthias Ruckh/Axel „Akki“ Siemer immer mehr aus, wobei die Verteidigungsreihe ohnehin zu den klassischen Stärken der Südbremer zählt. Mittlerweile kann der ATSV hinten selbst seine Deckungschefs Björn Wähmann oder Fabian Rojahn für zehn Minuten oder mehr aussetzen lassen, ohne dass er einen Qualitätsverlust erleidet. Aus der Defensive heraus konnten die Gäste der TSG mit vielen Treffern aus der ersten oder zweiten Welle einige schmerzhafte Nadelstiche versetzen.

Foto: Olaf Kowalzik

„Das hat bei uns sehr gut funktioniert“, lobte „Ruckher“ Ruckh. Seine Mannschaft ließ ihn nur bis zum 4:4 zappeln, bevor die Hereinnahme des ATSV-Keepers Daniel Sommerfeld für die Trendwende sorgte. Der 28-jährige Routinier war zunächst aufgrund einer Fußverletzung geschont worden und stärkte seiner Mannschaft mit einigen Paraden auf Anhieb den Rücken, er zeigte aber auch insgesamt eine gute, verlässliche Leistung. In den letzten zehn Spielminuten räumte er seinen sechs Quadratmeter großen Arbeitsbereich wieder für Olaf Abshagen, der am Ende ebenfalls überzeugte.

Da die Gäste den Druck auf die 6:0-Abwehr der Niedersachsen auch im gebundenen Spiel durchgehend hochhielten und den Aufsteiger damit reichlich in Bewegung brachten, konnten sie die aufgerissenen Nahtstellen immer wieder zum Durchbruch nutzen. Björn Wähmann, Marcel Fischer, ein direkter Wurf von „Sommer“ Sommerfeld in das gegnerische Tor und Janik Schluroff sorgten binnen sechs Minuten für den 8:4-Vorsprung, den die Gäste durch Felix Meier weiter auf 14:6 erhöhten (28.).

Apropos Felix Meier: Der 24-Jährige spielte bei seiner 50-minütigen Einsatzzeit nicht nur so lange wie in dieser Saison noch nie, er traf auch so oft wie in den neun vorangegangenen Spielen noch nie und erhöhte sein Trefferkonto auf 13 Tore. „Felix hat sich seinen Einsatz mit einer durchgehend guten Trainingsleistung unter der Woche verdient“, erklärte Matthias Ruckh, weshalb er dem Linkshänder diesmal den Vorzug gegenüber dem Stammspieler Hauke Marien gab. Der Rechtsaußen rechtfertigte seine Nominierung und ließ den Ball bei sechs Versuchen sechsmal im gegnerischen Netz zappeln – besser geht’s nicht. Der Drittliga-Absteiger las seinem Konkurrenten auch direkt nach dem Seitenwechsel die Leviten und ließ über 20:11 nichts anbrennen.

Am Sonntag steht dem ATSV Habenhausen mit dem Verfolger TV Bissendorf-Holte ein Topspiel ins Haus (17 Uhr, Bunnsackerweg). „Das wird für uns ein genauso interessantes wie schweres Spiel“, blickt der ATSV-Coach gespannt nach vorne. Schwer einzuschätzen ist der Gegner aus dem Landkreis Osnabrück nämlich deshalb, da er bis auf das Duell zu Hause gegen den Spitzenreiter OHV Aurich noch keinen Topgegner vor der Brust hatte. Daher wird Matthias Ruckh die Niedersachsen vorher in mehreren ausgiebigen Videostudien ausgiebig analysieren, um die Taktik für das nächste Spiel auszuarbeiten.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld (1), Abshagen; Fischer (4), B. Wähmann (4/2), Meier (6), Schluroff (5), M. Wähmann (5), Rojahn, Schäfer, Marien, Rudolph (2), Müller (1), Feller (1), Steghofer (3).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 26.11.2018


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