Nov 2018 29

Oberliga-Handballerinnen verlieren beim TV Oyten II deutlich mit 23:36

Bremen.Nach der 21:28-Niederlage bei Spitzenreiter VfL Stade aus der Vorwoche wurden den Handballerinnen des ATSV Habenhausen auch beim TV Oyten II die Grenzen deutlich aufgezeigt: Nach der klaren 23:36 (9:18)-Klatsche befindet sich das Team von ATSV-Trainer Lars Röwer weiter in akuter Abstiegsgefahr. „Leider haben wir nur wenig von dem umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten“, sagte Röwer, „und sind wieder in alte Verhaltensmuster verfallen.“

Es sei „ein Spieltag „zum Vergessen“ gewesen, wie Röwer resümierte, bereits vor dem Anwurf musste der Coach auf mehrere Stammkräfte verzichten, dazu versuchten es die angeschlagenen Sharon Holtz und Lina-Marie Zumpe zunächst zwar, ihre Mannschaft tatkräftig zu unterstützen.

Doch bereits nach wenigen Minuten verließ Holtz das Feld wieder und auch Zumpes Verletzung verschlimmerte sich, sodass auch sie das Spiel vorzeitig beenden musste. „Sie hatte bereits mit einer Zerrung begonnen“, erläuterte der Trainer, „jetzt fürchten wir, dass sie sich einen Faserriss zugezogen haben könnte.“ Bereits nach zehn Spielminuten lagen die Gäste um ihre beste Werferin Christine Köster (acht Tore/vier Siebenmeter) mit 3:8 in Rückstand, in einer Auszeit versuchte Röwer, seine Spielerinnen an seine Vorgaben zu erinnern.

„Wir wussten, dass Oyten mit seinen groß gewachsenen Spielerinnen besonders im Rückraum schwer zu überwinden sein würde“, erklärte er, „deshalb hatten wir vor, von den Außenpositionen immer wieder einzulaufen, um in die Nahtstellen zu stoßen und zu Toren zu kommen.“ Der Plan ging allerdings nicht auf, weil die Habenhauserinnen das Spiel zu selten in die Breite zogen und die TV-Defensive wiederholt aufmerksam verteidigte und selbst über Tempogegenstöße zu einfachen Toren gelangten. Nachdem Oyten gegen Mitte der ersten Halbzeit auf 13:5 davon gezogen war (20.), ließen sie sich die Führung nicht mehr nehmen und gingen mit deutlichem Vorsprung in die Kabine.

Foto: Nils Conrad

Im zweiten Durchgang lief das Spiel immer stärker zugunsten der Gastgeberinnen, von den Habenhauserinnen ging nur wenig Gefahr aus. „Wir haben zu unkonzentriert gespielt“, haderte Röwer, „weder über die erste, noch über die zweite Welle kamen wir zum Torerfolg.“ stattdessen verschlimmerte sich die Personalnot dramatisch: Während  Sharon Holtz ihren Kurzeinsatz bereits frühzeitig beenden musste, bekam ATSV-Torfrau Juliana Bohlen einen Ball mitten ins Gesicht und musste das Feld mit stark blutender Nase verlassen. Ersatz-Torhüterin Lina-Marie Zumpe sprang angeschlagen ein – und wird ihrem Team nach der oben angesprochenen Muskelverletzung nun voraussichtlich bis zur Winterpause fehlen.

„An solchen Tagen kommt eben alles zusammen“, bilanzierte Lars Röwer enttäuscht, denn auch im Spiel hatten seine Spielerinnen häufig Pech mit zahlreichen Pfostentreffern. Dennoch wäre die Mannschaft durchaus in der Lage gewesen, das Spiel ausgeglichen zu gestalten, betonte Röwer, „wenn sich die Spielerinnen an unseren Matchplan gehalten hätten“. Stattdessen sei Oyten „mit unserem Spiel zum Erfolg gekommen“, so Röwer, „sie haben nämlich über weite Strecken exakt das gespielt, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten“.

Mit seiner letzten Auszeit in der Schlussphase versuchte Lars Röwer noch einmal verzweifelt, die Spielerinnen wieder aufzurichten, doch der Rückstand war schlicht zu groß, als das noch etwas zu retten gewesen wäre. „Es war einfach ein schlechtes Spiel von uns“, zeigte sich der Coach enttäuscht, „aber wir werden die Köpfe jetzt ganz sicher nicht in den Sand stecken.“

Die Spielerinnen seien in der Lage, die Klasse zu halten, versicherte der Trainer, der seine Mannschaft vor den verbleibenden beiden Partien bis zur Winterpause gegen den VfL Oldenburg III (Sonntag, 2. Dezember, 14.45 Uhr) und die SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn (Sonnabend, 8. Dezember, 17.30 Uhr) in erster Linie mental wieder aufrichten muss.

ATSV Habenhausen: Bohlen, Zumpe; Stephan, Holtz, True (1), Köster (8/4), Beisch (1), Lange (3), Peek (2/1), Wefer (1), Heidorn (2), Leder (5).

„Wir haben nur wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ ATSV-Trainer Lars Röwer

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht am 29.11.2018 im Weser Kurier.


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