Nov 2018 22

Am 22. oder 23. Dezember stehen Habenhauser Handballer im Final-Four des Pokalwettbewerbs

Habenhausen. Den Last-Minute-Kauf von Weihnachtsgeschenken können sich die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen abschminken. Die Blau-Weißen wurden ihrer Favoritenrolle in der dritten Runde des Landespokals Niedersachsen/Bremen in Rastede voll gerecht und zogen als Gruppensieger ins ­Final Four ein. Als Termin ist für das heiße Finale der 22. oder 23. Dezember vorgesehen, für den auch die Habenhauser ihren Hut als Ausrichter in den Ring geworfen haben.

„So ein Event kurz vor den Feiertagen in der eigenen Halle hätte ja schon etwas“, sagt der ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Zumal mit dem OHV Aurich, Sportfreunde Söhre und HF Helmstedt-Büddenstedt ja auch drei interessante Gegner aus der Oberliga kämen. „Auf alle Fälle freuen wir uns, wir haben Lust darauf“, fährt Ruckh weiter fort. „Für so etwas lohnt sich das Weiterkommen.“

Lust hatte seine Mannschaft auch in Rastede, obwohl die Pokalspiele dort ohne „Backe“ ausgetragen werden mussten. Das Trauma des verlorenen, weil baumharz-befreiten Ober­liga-Punktspiel in Rotenburg, arbeiteten sie damit so ganz nebenbei auf, sodass sich auch die elf Euro Zuschussgeschäft aufgrund der übrig gebliebenen Kosten des Pokalturnieres allemal lohnten.

Die Südbremer starteten mit einem 17:6-Erfolg über den VfL Rastede, was sich später als Spitzenspiel des Vierer-Turniers herauskristallisieren sollte. Der Oberliga-Zweite musste bei seiner Zusatzschicht zwar ohne Mirco Wähmann, Lukas Ole Müller, Marcel Fischer und Daniel Sommerfeld auskommen, das durfte und sollte aber gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Landesliga-Zweiten keine Hürde sein. Er hatte dafür als zusätzlichen Kreisläufer Flemming Stüven aus der Reserve mitgenommen.

Der ATSV Habenhausen zog sofort auf 5:1 davon und machte die Fronten beim 10:3-Halbzeitstand frühzeitig klar. Dabei standen die Gäste vor allem in der Abwehr gut und setzten den Rastedern über die erste und zweite Welle schmerzhaft zu. Außerdem spielte Lukas Feller nicht nur wegen seiner fünf Tore auf Halblinks eine gute Rolle, der Linkshänder Hauke Marien ließ wiederum seine Rotenburg-Wurfstreuung mit vier fehlerfrei verwandelten Würfen vergessen. Am Ende stand ein überlegener Elf-Tore-Sieg des hohen Favoriten auf dem Tableau.

Foto: Nils Conrad

Die anschließende, knapp zweistündige Wartezeit auf das nächste Duell gegen den Landesliga-Spitzenreiter MTV Aurich war für die Bremer allerdings Gift. Sie kamen schwer in Tritt, außerdem fehlte ihnen ein wenig die Frische. Trotzdem bauten Hauke Marien und Yannick Schäfer die 8:7-Führung bis zum Gang in die Halbzeitbesprechung auf 10:7 aus. Nach dem 12:11 war bei den Blau-Weißen schließlich Schluss mit lustig, denn sie zogen innerhalb von sechs Minuten durch die Tore von Felix Meier (2), Janik Schluroff, Kai Rudolph und Björn Wähmann auf 17:11 davon. Am Ende schlug ein ungefährdeter 18:12-Erfolg zu Buche. Dass das letzte Spiel gegen den VfL Fredenbeck II vor einer Geisterkulisse ausgetragen wurde, lag in der Natur der Sache. Für die heimischen Zuschauer war das vorherige Landesliga-Duell zwischen Aurich und Rastede der Höhepunkt gewesen, danach wanderten sie ab.

Viel verpasst hatten sie nicht, da der Verbandsligist aus Fredenbeck aus personellen Gründen ohnehin eher aus einem Sammel­surium seiner Handballabteilung bestand und gegen die Habenhauser mit 5:13 die Segel streichen musste. Dafür hatte sich beim ATSV der Linksaußen Tim Steghofer nach einer Uni-Veranstaltung ins Auto gesetzt, um wenigstens noch am letzten Spiel teilnehmen zu können. „Das ist Ehrgeiz, ein guter Einsatz“, lobte Ruckh den Flügelflitzer.

Am Sonnabend steht für die Blau-Weißen um 19.30 Uhr beim Aufsteiger TSG Hatten-­Sandkrug eine deutlich schwierigere Aufgabe bevor. „Die haben eine heimstarke, erfahrene Truppe, das wird kein leichter Gang“, betont der Habenhauser Trainer. Die Niedersachsen nehmen mit 7:11 Punkten den neunten Tabellenplatz ein und stellen mit Andre Haake (64 Tore aus neun Spielen) den drittbesten Werfer der Oberliga Nordsee. Habenhausens Mirco Wähmann steht mit 61 Treffern auf dem fünften Rang.

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 22.11.2018


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