Dez 2018 06

Habenhauser Oberliga-Handballer unterliegen Bissendorf mit 24:25

Habenhausen. Die Aufstiegsambitionen des ATSV Habenhausen haben in der Handball-Oberliga der Männer einen fürchterlichen Dämpfer erhalten. Auch wenn es Trainer Matthias Ruckh nicht in den Mund nehmen mag, sind die Rückkehrchancen seines Teams in die dritte Liga mit der 24:25 (9:13)-Heimniederlage gegen den TV Bissendorf-Holte nahezu auf den Nullpunkt gesunken.

Mit der ersten Heimniederlage der Saison müssen die Südbremer nicht nur ihren Gegner aus dem Landkreis Osnabrück an sich vorbei auf den zweiten Tabellenplatz ziehen lassen, sie laufen auch dem Mitabsteiger OHV Aurich nach nur elf Spieltagen schon mit sieben Punkten Abstand hinterher. Da muss schon fast mehr als ein kleines Wunder passieren, um die Ostfriesen auf dem Ligagipfel noch irgendwie abfangen zu können.

Der Stachel der Enttäuschung saß beim Gastgeber nach dem Abpfiff tief. Da konnten die Zuschauer hoch oben von den Rängen noch so aufmunternd applaudieren wie sie wollten. „Wir haben in den letzten sechs Minuten vergessen, Tore zu werfen. Das ist für uns nach dieser Aufholjagd richtig bitter“, rang Matthias Ruckh nach den passenden Worten.

Seine Mannschaft war im Spitzenspiel 48 Minuten lang einem Rückstand hinterher gelaufen, der zwischendurch bis zu sechs Tore betrug. Erst beim 21:21 gelang Marcel Fischer der erste Ausgleich des Spiels, den Lukas Feller, erneut Marcel Fischer und Lukas Ole Müller weiter zum 24:21 ausbauten (54.). Während der Habenhauser Anhang jubelte, waren die Niedersachsen fast am Boden zerstört. Dem Gastgeber unterliefen jedoch im Nachgang zwei Passfehler und zwei Fehlwürfe, „mit denen wir Bissendorf wieder aufgebaut haben“, bemängelte der ATSV-Trainer.

Zum richtigen Drama entwickelte sich die Partie aber erst in den letzten Sekunden, als Fabian Rojahn in der Abwehr einen Pass abfing und Yannick Schäfer zum kontern losschickte. Der wurde dabei von hinten geschubst und verwarf, der von den Blau-Weißen erwartete Siebenmeterpfiff blieb jedoch gut 15 Sekunden vor Ultimo aus. „Das wäre mindestens ein Unentschieden gewesen“, kritisierte Matthias Ruckh, dessen Trainer-Gegenüber Henning Sohl den Horneburger Unparteiischen ebenfalls kein gutes Zeugnis ausgestellt hatte. Für den ATSV Habenhausen kam es noch schlimmer, da er in der Abwehr anschließend den starken Bissendorfer Kreisläufer Simon Mayer kurz aus den Augen verlor, so dass dieser eine Sekunde vor dem Abpfiff zum alles entscheidenden 25:24-Endstand traf.

Foto: Nils Conrad

„Wir hatten nicht die Cleverness, das Ding nach der Führung einfach nur runter zu spielen“, analysierte Ruckh. „Außerdem fehlte uns das sprichwörtliche Quäntchen Glück.“ Vielleicht hatte seine Mannschaft dieses aber auch nicht konsequent genug erzwungen. Schließlich stand der erste Durchgang ganz im Zeichen der Niedersachsen, deren starker Schlussmann dem ATSV allein schon sechs Hochkaräter abnahm, davon zwei Strafwürfe. Die Habenhauser Abwehr bekam wiederum keinen richtigen Zugriff auf den TVB-Angriff und lag über 1:5 schnell mit 6:12 zurück.

„Im zweiten Durchgang hat meine Mannschaft die Vorgaben tadellos umgesetzt und damit die erste Hälfte vergessen lassen“, lobte Matthias Ruckh. In dessen Team überzeugte insbesondere Lukas Feller im linken als auch im rechten Rückraum, selbst den frühzeitigen Ausfall ihres Kapitäns Björn Wähmann (dritte Zeitstrafe/38.) steckten die Hausherren gut weg und holten Tor um Tor auf.

Es war für sie jedoch bitter, dass einige Bissendorfer Würfe vor allem bei angezeigtem Zeitspiel gegen den ansonsten gut haltenden ATSV-Torwart Olaf Absagen in kniffligen Phasen doch noch irgendwie ins Netz trudelten. „Da hatten wir viel, viel Glück gehabt“, gestand der Bissendorfer Trainer Henning Sohl. Ungeachtet des ärgerlichen Ergebnisses haben sich die Südbremer im Tor weiter verstärkt: Sie sicherten sich die Dienste von Farasha Bassam, der in der vergangenen Saison noch beim Ligarivalen SG HC Bremen/Hastedt zwischen den Pfosten stand. „Er soll nach seiner längeren Pause erst einmal Stück für Stück in unserer zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln, bevor wir ihm im kommenden Jahr auch Einsatzchancen im Oberliga-Team einräumen werden, sagt Matthias Ruckh.

Seine Mannschaft muss am Sonnabend um 19 Uhr beim Achtplatzierten SG Achim/Baden ran und trifft dort auf den Ex-Habenhauser Marvin Rauer. „Das wird für uns keine leichte Aufgabe, aber wir drängen nach dieser Niederlage auf Wiedergutmachung“, verspricht Ruckh.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (3), B. Wähmann (2), Meier, Schluroff, M. Wähmann (6), Rojahn (1), Schäfer, Marien (2), Rudolph, Müller (2), Feller (4), Steghofer (4/3).

„Wir haben in den letzten sechs Minuten vergessen, Tore zu werfen.“ ATSV-Trainer Matthias Ruckh

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 06.12.2018


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