Feb 2019 11

Handballer liefern Tabellenführer Aurich ein Duell auf Augenhöhe, unterliegen aber mit 25:28

Bremen. Jetzt ist bei den Oberliga-Handballern des ATSV Habenhausen auch die Minimalchance auf den Meistertitel dahin. Enttäuscht mussten die Blau-Weißen zusehen, wie der Spitzenreiter OHV Aurich mit einem hart umkämpften 28:25 (15:12)-Erfolg am Bunnsackerweg triumphierte.Bei neun Minuspunkten Rückstand auf die Ostfriesen denken nun selbst die Habenhauser elf Spieltage vor dem Saisonende nicht mehr über die sofortige Rückkehr in die dritte Liga nach.„Wir wollen im DHB-Amateurpokal so weit wie möglich kommen und in der Punktspielrunde Zweiter werden“, gibt der ATSV-Trainer Matthias Ruckh die neuen Ziele aus, nachdem seine Mannschaft selbst die Vorgabe, bis zum Saisonende zu Hause ungeschlagen zu bleiben, gerissen hatte. 
Seine Mannschaft hatte dem Ligaprimus vor rund 350 Zuschauern, darunter eine lautstarke Hundertschaft aus Aurich, ein Spitzenspiel auf Augenhöhe geboten. Mehr noch, denn die erste Hälfte stand ganz im Zeichen des Verfolgers aus dem Bremer Süden.

Bild: Olaf Kowalzik

„Meine Mannschaft hat die Abwehrtaktik vor der Pause überragend umgesetzt“, lobte Ruckh die ersten 30 Spielminuten seines Teams. Der Gastgeber störte das Offensivspiel des Tabellenführers immer wieder wirkungsvoll, dahinter lieferte Daniel Sommerfeld zwischen den Pfosten eine gute Leistung ab. Dadurch befeuert, legte der ATSV Habenhausen mit drei Treffern der „Wähmann-Brothers“ Björn (2) und Mirco einen 3:0-Blitzstart hin (3.), neun Minuten später erhöhte Janik Schluroff auf 7:3.
Wenn sich der Gastgeber beim verdienten 15:12-Halbzeitstand überhaupt einen Vorwurf machen kann, dann den der etwas fahrlässigen Chancenverwertung. „Unsere erste Hälfte war sehr gut, wir hätten aber noch zwei, drei Tore höher führen können“, stellte Matthias Ruckh fest. Letztendlich genügten diese drei Treffer Vorsprung eben nicht, um einen vor Selbstbewusstsein strotzenden Gegner richtig unter Druck zu setzen. Die verlustpunktfreien Niedersachsen blieben völlig gelassen, sie spulten ihr Pensum weiter herunter und drehten den Spieß schon binnen acht Minuten zum eigenen 20:16-Vorsprung um. „Wir müssen uns ankreiden, dass wir nicht mehr nachgesetzt haben. Die zweite Halbzeit war überhaupt nicht mehr unser Spiel“, bemängelte Matthias Ruckh.
Kurz nach dem Seitenwechsel gab es bei den Habenhausern auch noch einen Schreckmoment, als sich Mirco Wähmann einen Finger an der Wurfhand auskugelte, dieser aber sofort wieder ins Gelenk zurück rutschte. Der Blondschopf stand jedoch derart unter Adrenalin, dass er auf Halblinks weiterspielte. Trotzdem schafften die Hausherren die erhoffte Wende nicht. Der auf Rechtsaußen fehlerfrei abschließende Linkshänder Felix Meier brachte seine Farben zwar wieder mit zwei Toren in Überzahl auf 22:24 an die Ostfriesen heran (50.), weitere Attacken wehrten die Auricher aber auch beim 23:25 von Tim Steghofer erfolgreich ab (52.).
In der „chrunch time“ nutzten die Gäste eine Zeitstrafe von Fabian Rojahn zum 26:23, als sie bei Gleichzahl weiter auf 28:23 erhöhten, war die auf einem hohen Niveau ausgetragene Begegnung endgültig entschieden. Grämen mussten sich die Habenhauser trotzdem nicht, da sie dem Spitzenreiter eine starke Gegenwehr geboten hatten. Anschließend schminkte sich das ATSV-Team blau-weiß und ging im Schlümpfe-Outfit zum Arster Karneval.
Am Sonntag hoffen die Bremer im Gastspiel des DHB-Amateurpokals beim Tabellenzweiten der Oberliga Westfalen, TSG AH Bielefeld (28:6 Punkte), auf den Einzug ins Halbfinale. Die TSG gewann ihre Generalprobe vor rund 1500 Zuschauern im Stadtderby gegen den TuS Bielefeld mit 32:20.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (3), B. Wähmann (4), Meier (4), Schluroff (3), M. Wähmann (3), Rojahn (1), Schäfer, Marien, Müller (5), Feller (1), Steghofer (1).

Geschrieben von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 11.02.2019 im Weser Kurier


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